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Tagebuch eines Mörders (1963)
Tagebuch eines Mörders. Originaltitel, Diary of a Madman. Produktionsland, USA. Originalsprache, Englisch. Erscheinungsjahr, 1963 · Länge, 92:35 Minuten.
Inhalt4 Abschnitte
Gegenstand und Filmdaten
Tagebuch eines Mörders (Originaltitel: Diary of a Madman) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 1963. Die Originalsprache ist Englisch, die Laufzeit beträgt 92:35 Minuten, und der Film ist in Deutschland ab FSK 12 freigegeben. Regie führte Reginald Le Borg; die Titelrolle des Richters Simon Cordier spielt Vincent Price. Das Drehbuch von Robert E. Kent beruht auf einer Adaption der Kurzgeschichte Le Horla (Der Horla) von Guy de Maupassant aus dem Jahr 1887.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob ein Mensch für Morde verantwortlich ist, die er unter dem Einfluss eines übernatürlichen Dämons begeht. Der Dämon ernährt sich nach der Erklärung des zum Tode verurteilten Louis Girot von der Energie des Bösen und kann den Willen eines Menschen vollständig beherrschen.
Ausgangspunkt und Besessenheit
Der Film beginnt mit einer Rückblende nach der Beerdigung des Richters Simon Cordier. In den Geschäftsräumen des Kunsthändlers Andre D'Arville versammelt sich eine kleine Gruppe: Cordiers Diener Pierre, seine Köchin Louise, der Polizeihauptmann Robert Rennedon, Pater Raymonde sowie Andre D'Arville und seine Tochter Jeanne. Kurz vor seinem Tod hatte Cordier Jeanne eine Truhe übergeben. Sie soll erst nach seinem Tod im Kreis dieser Personen geöffnet werden. Die Truhe enthält ein Tagebuch und einen Brief, in dem Cordier ankündigt, aus dem Grab von seinen letzten Erlebnissen zu berichten.
Die Tagebuchhandlung spielt in Frankreich im Jahr 1886. Cordier besucht Louis Girot, einen von ihm zum Tode verurteilten Mörder. Girot erklärt, er habe vier Menschen nicht bewusst getötet, sondern sei von einem bösen Dämon beherrscht worden. Er lehnt ein Gnadengesuch ab, weil er durch die Hinrichtung vom Dämon befreit werden wolle. Cordier glaubt ihm zunächst nicht. Als der Dämon erneut von Girot Besitz ergreift und dieser Cordier angreifen will, stürzt Girot im Zweikampf und verletzt sich tödlich.
Danach erlebt Cordier unerklärliche Vorgänge: Gegenstände bewegen sich selbstständig, eine fremde Stimme spricht zu ihm, und die Stimme bringt ihn dazu, seinen Kanarienvogel zu töten. Der Nervenarzt Dr. Borman hält die Erscheinungen für stressbedingte Wahnvorstellungen und empfiehlt Cordier, beruflich kürzerzutreten und wieder zu modellieren. Cordier engagiert das Modell Odette Mallotte. Sein Zustand bessert sich zunächst, und er verliebt sich in Odette. Diese fühlt sich zugleich von seinem Reichtum angezogen.
Mord, Schuld und Kampf gegen Horla
Der Dämon, der sich selbst „Horla“ nennt, kehrt in Cordiers Bewusstsein zurück. Er erklärt, Cordier müsse dafür büßen, dass er vor 12 Jahren durch sein Verhalten den Selbstmord seiner Ehefrau verursacht habe. Cordier erkennt nun, dass Girot die Wahrheit gesagt hatte und dass auch seine Gefühle für Odette vom Dämon beeinflusst werden. Ohne zu wissen, dass Odette mit dem Kunstmaler Paul DuClasse verheiratet ist, macht er ihr einen Heiratsantrag. Beide planen, ins Ferienhaus der Familie nach Luzern in der Schweiz zu reisen.
In der folgenden Nacht übernimmt Horla Cordiers Willen vollständig. Cordier geht zu Odettes Wohnung, nachdem Paul sie dort wegen ihrer Geldgier und ihrer Suche nach immer reicheren Männern zur Rede gestellt hat. Odette bestätigt im Streit die Vorwürfe ihres Mannes. Kurz darauf tötet Cordier sie mit mehreren Messerstichen. Da Paul unmittelbar zuvor mit Odette gestritten hatte, wird er als Tatverdächtiger festgenommen. Cordier soll als Richter selbst über Pauls Fall entscheiden.
Jeanne D'Arville hält Paul für unschuldig und vermutet, dass Cordier der wirkliche Täter ist. Cordier kann sich an den Mord nicht erinnern, wird aber von Schuldgefühlen geplagt, weil er möglicherweise einen Unschuldigen zum Tode verurteilen muss. Nach einem verhinderten Selbstmordversuch droht Jeanne, ihn bei der Polizei anzuklagen. Horla versucht daraufhin, auch Jeanne durch Cordiers Hand zu töten. Ein Jesuskreuz bewirkt, dass der Dämon von Cordier ablässt. Cordier bittet Pater Raymonde um Hilfe und übergibt Jeanne schließlich die Truhe mit seinem Tagebuch.
Cordier erkennt, dass Feuer Horla besiegen kann. Als der Dämon erneut durch das Fenster in sein Arbeitszimmer eindringt, legt Cordier ein Feuer und versperrt alle Ausgänge. Horla gerät in Panik und stirbt in den Flammen. Cordier kann den brennenden Raum jedoch nicht mehr verlassen und stirbt ebenfalls. Nach dem Verlesen des Tagebuchs ist Pauls Unschuld bewiesen. Cordier gilt für die Trauergesellschaft als geistig verwirrter Selbstmörder.
Veröffentlichung und Rezeption
Der Film wurde am 6. März 1963 erstmals in den USA veröffentlicht; die deutsche Kinopremiere fand am 2. August 1963 statt. Obwohl die Handlung in Frankreich spielt, wird keine konkrete Ortschaft genannt. Auch auf Cordiers lesbarer Visitenkarte fehlt eine Ortsangabe. Schriftliche Texte im Film, darunter ein Tagebucheintrag, eine Notiz auf der Visitenkarte und eine Tageszeitung, erscheinen trotz des französischen Schauplatzes auf Englisch, entsprechend der Originalsprache.
Die Plattform Cinefacts bezeichnet den Film als „kleine Perle des Horrorkinos“ und als sehenswert, nicht nur für Vincent-Price-Fans.