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Systematik des Pflanzenreichs

Die Systematik des Pflanzenreichs befasst sich mit dem Aufstellen und Aktualisieren einer Systematik der Pflanzen und spezieller Systeme von Pflanzengruppen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Grundlage der Pflanzensystematik
  2. 2. Moose und ihre Klassen
  3. 3. Gefäßpflanzen, Farne und Samenpflanzen
  4. 4. Historische Entwicklung der Systeme

Aufgabe und Grundlage der Pflanzensystematik

Die Systematik des Pflanzenreichs ordnet Pflanzen in hierarchische Gruppen und aktualisiert diese Einteilung, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen. Sie entwickelt sowohl ein Gesamtsystem der Pflanzen als auch spezielle Systeme für einzelne Pflanzengruppen. Eine solche Klassifikation erleichtert es, Verwandtschaftsverhältnisse und die biologische Vielfalt übersichtlich darzustellen.

Das hier beschriebene System erfasst alle rezenten, also heute lebenden Pflanzen-Taxa bis zur Ebene der Klasse. Ein Taxon ist eine systematische Einheit, beispielsweise eine Abteilung, Unterabteilung oder Klasse. Die Darstellung folgt weitgehend der 36. Auflage des „Strasburger – Lehrbuch der Botanik“. Genauere Unterteilungen werden in speziellen Systematiken der jeweiligen Pflanzengruppen behandelt.

Moose und ihre Klassen

Das Reich der Pflanzen heißt wissenschaftlich Plantae. Zu ihm gehören zunächst drei Abteilungen nicht zu den Gefäßpflanzen gerechneter Moose: Lebermoose, Laubmoose und Hornmoose.

Die Lebermoose (Marchantiophyta) gliedern sich in vier Überklassen:

  • Überklasse I: Treubiopsida und Haplomitriopsida
  • Überklasse II: Blasiopsida und Marchantiopsida
  • Überklasse III: Fossombroniopsida, Pallaviciniopsida und Pelliopsida
  • Überklasse IV: Jungermanniopsida

Die Laubmoose (Bryophyta) werden in drei Unterabteilungen eingeordnet. Zur Takakiophytina gehört die Klasse Takakiopsida. Die Sphagnophytina enthält die Torfmoose (Sphagnopsida). Die Bryophytina umfasst die Klaffmoose (Andreaeopsida), Oedipodiopsida, Tetraphidopsida, Frauenhaarmoose (Polytrichopsida) und die Laubmoose im engeren Sinne (Bryopsida).

Die Hornmoose (Anthocerotophyta) bestehen in diesem System aus den Klassen Leiosporocerotopsida und Anthocerotopsida.

Gefäßpflanzen, Farne und Samenpflanzen

Die Gefäßpflanzen (Tracheophyta) bilden eine weitere Abteilung. Innerhalb dieser Abteilung werden die Bärlapppflanzen als Unterabteilung Lycopodiophytina geführt. Außerdem erscheint die Gruppe der Farne ohne festgelegten taxonomischen Rang. Zu ihr gehören vier Klassen: Psilotopsida, Schachtelhalme (Equisetopsida), Marattiopsida und Echte Farne (Polypodiopsida).

Die Samenpflanzen bilden die Unterabteilung Spermatophytina. Sie werden in vier Klassen gegliedert:

  • Palmfarne (Cycadopsida)
  • Ginkgopflanzen (Ginkgoopsida); von ihnen lebt heute nur noch Ginkgo
  • Koniferen (Coniferopsida), einschließlich der Gnetales
  • Bedecktsamer (Magnoliopsida)

Damit reicht das dargestellte System von den verschiedenen Moosgruppen über Farne und andere Gefäßpflanzen bis zu den Samenpflanzen. Es bildet jedoch nur die Einteilung bis zur Klassenebene ab.

Historische Entwicklung der Systeme

Für das Pflanzenreich wurden im Lauf der Zeit viele unterschiedliche Systeme entwickelt. Eines der ersten modernen Systeme veröffentlichte De Candolle 1819. Zu den historisch wichtigen deutschsprachigen Ansätzen gehören die Systematik der Pflanzen nach Engler und diejenige nach Wettstein.

Vor dem Durchbruch molekulargenetisch gestützter Systematiken war besonders die 1981 veröffentlichte Systematik der Bedecktsamer des amerikanischen Botanikers Arthur John Cronquist bedeutend. Sie wurde in Lehrbücher und Standardwerke wie den „Strasburger“ und den „Schmeil-Fitschen“ übernommen. Die Systematik der Bedecktsamer nach Tachtadschjan ist ähnlich aufgebaut.

Heute gilt für die Bedecktsamer vor allem das System der Angiosperm Phylogeny Group als maßgeblich. Es wurde in vier Veröffentlichungen aus den Jahren 1998, 2003, 2009 und 2016 ausformuliert. Der Übergang zu molekulargenetisch gestützten Systemen zeigt, dass biologische Klassifikationen nicht unveränderlich sind, sondern entsprechend dem wissenschaftlichen Kenntnisstand aktualisiert werden.

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