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Stratifikation (Botanik)
Als Stratifikation (von lat. stratum ‚Schicht') wird in der Botanik wie im Samenbau eine Behandlung von Samen bezeichnet, die geeignet ist, deren Keimung in …
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Definition und Zweck
Stratifikation ist in Botanik und Samenbau eine Behandlung von Samen, die ihre Keimung in einer gepufferten Umgebung anregen soll, beispielsweise durch Kälteeinwirkung. Als Puffer dienen Substratschichten. Sie stabilisieren Wassergehalt, Temperatur und Lichtabschluss und verringern den Befall mit Mikroorganismen, der bei freier feuchter Lagerung unvermeidlich wäre.
Nahezu alle Samen durchlaufen während und unmittelbar nach ihrer Reife an der Mutterpflanze eine Samenruhe, auch Dormanz genannt. Diese verhindert zunächst, dass sie bereits an der Mutterpflanze keimen. Häufig endet die Dormanz erst, wenn bestimmte Umweltbedingungen erfüllt sind. Viele Samenarten benötigen dazu eine Kälteperiode. So keimen sie nicht schon in der ungünstigen Zeit vor Winteranbruch. Werden solche Bedingungen künstlich hergestellt, spricht man von Stratifikation.
Abgrenzung zur Vernalisation
Die Vernalisation ist von der Stratifikation zu unterscheiden: Sie bezeichnet die Auslösung des Blühvorgangs durch eine Kälteperiode, während die Stratifikation auf die Keimung der Samen zielt. Beide Vorgänge können bereits im Samenstadium stattfinden. Mehrjährige Pflanzen benötigen beispielsweise eine Winterruhe, damit sie Blüten bilden können.
Gehölzvermehrung
Hartschaliges Saatgut von Gehölzen wird mehrere Wochen oder Monate unter besonderen Bedingungen gelagert. Dadurch sollen die Samen im Saatbeet einigermaßen gleichzeitig auflaufen, sich also zu Keimlingen entwickeln.
Kerne von Pfirsichen, Kirschen oder Pflaumen werden beispielsweise im Spätherbst abwechselnd mit feuchtem Kies in etwa kernhohen Schichten in einen Behälter wie ein Fass oder einen Holzbottich gegeben. Dort lagern sie mehrere Monate kühl, aber frostfrei, bis zum Ende des Winters. Währenddessen quillt die harte Schale und öffnet sich; zugleich wird der Samen keimbereit. Im März oder April werden die vorbehandelten Kerne in ein geeignet vorbereitetes Saatbeet ausgebracht.
Gemüsebau und Kaltkeimer
Kaltkeimer sind Samen, die zum Keimen eine Kälteperiode benötigen. Werden sie im Herbst ausgesät, keimen sie natürlicherweise erst nach dem Winter, wenn im Frühling der Schnee schmilzt.
Soll die Aussaat erst im warmen Frühjahr erfolgen, wird das Saatgut vorher stratifiziert. Dazu kommt es für eine von der Pflanzenart abhängige Zeit in den Kühlschrank oder – ebenfalls abhängig von der Art – sogar in ein Gefrierfach. Auf diese Weise kann auch Saatgut zur Keimung gebracht werden, das warm im Haus überwintert hat.