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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Stockholm Resilience Centre

Das Institut berät politische Entscheidungsträger in Bezug auf Ökosystemmanagement und langfristige nachhaltige Entwicklung in Europa und anderswo auf der Welt.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Aufgaben
  2. 2. Entstehung
  3. 3. Organisation
  4. 4. Wissenschaftliche Bedeutung
  5. 5. SwedBio und Veröffentlichungen

Kernidee und Aufgaben

Das Stockholm Resilience Centre (SRC) ist eine gemeinnützige und unabhängige Forschungseinrichtung in Stockholm, Schweden. Es befasst sich vor allem mit Resilienz und Nachhaltigkeit. Resilienz bedeutet hier die Fähigkeit sozial-ökologischer Systeme, also eng verbundener Systeme aus Gesellschaft und Natur, mit Störungen umzugehen und sich weiterzuentwickeln. Gegenwärtig wird das SRC von Line Gordon geleitet.

Das Zentrum untersucht unter anderem Klimawandel, Landschaften, Wasserressourcen, Landnutzung, Ernährungssicherheit, Meeressysteme und städtische Systeme. Ziel ist es, Wissen zu erzeugen, das Governance und Management stärker in Richtung Nachhaltigkeit lenkt. Governance meint Regeln, Entscheidungen und Zusammenarbeit in Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Außerdem berät das Institut politische Entscheidungsträger zu Ökosystemmanagement und langfristiger nachhaltiger Entwicklung in Europa und anderen Teilen der Welt.

Entstehung

Die Vorgeschichte des SRC begann 2003. Der Klimawissenschaftler Bert Bolin suchte damals einen Geschäftsführer für das Stockholm Environment Institute. Der Umweltwissenschaftler Carl Folke empfahl seinen früheren Doktoranden Johan Rockström, der die Stelle annahm. Aus der engen Zusammenarbeit von Folke und Rockström entstand bald die Idee für ein transdisziplinäres Forschungszentrum. Transdisziplinär bedeutet, dass Forschung verschiedene Wissenschaftsbereiche verbindet und auch praktische gesellschaftliche Fragen einbezieht.

Das SRC wurde 2007 auf gemeinsame Initiative der Universität Stockholm und des Beijer-Instituts für Ökologische Ökonomie der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften gegründet. Eine wichtige theoretische Grundlage war die Theorie der ökologischen Resilienz von Crawford Stanley „Buzz“ Holling. Unter dem Gründungsdirektor Johan Rockström erhielt das Zentrum schnell wissenschaftliche und mediale Aufmerksamkeit, besonders durch dort koordinierte Forschungen zu den Planetaren Grenzen. 2018 wechselte Rockström zum Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Organisation

Das SRC hat 140 Mitarbeiter und seinen Sitz an der Universität Stockholm in Stockholm, Schweden. Der Vorstand besteht aus zahlreichen Wissenschaftlern und weiteren Fachpersonen. Genannt werden unter anderem Frances Westley von der Waterloo University in Kanada als Vorsitzender, mehrere Professoren der Universität Stockholm sowie Fachleute von Universitäten und Institutionen in Schweden, dem Vereinigten Königreich, den USA, Indien und den Niederlanden.

Die Zusammensetzung des Vorstands zeigt den internationalen und fachübergreifenden Charakter des Zentrums. Vertreten sind unter anderem Umwelt-, Sozial-, Erd- und Wirtschaftswissenschaften sowie internationale Wissenschaftsorganisationen.

Wissenschaftliche Bedeutung

Seit seiner Gründung hat das SRC die transdisziplinäre Forschung maßgeblich mitgeprägt. Zwischen 2007 und 2017 entstanden dort über 700 Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Die Arbeiten erschienen überwiegend in den Bereichen Umweltwissenschaften, Agrar- und Biowissenschaften, Sozialwissenschaften und Erdwissenschaften, außerdem auch in Wirtschafts- und Naturwissenschaften. Genannt werden Fachzeitschriften wie Science, Nature, The Lancet und Proceedings of the National Academy of Sciences.

Wichtige Forschungsschwerpunkte sind komplexe adaptive Systeme sowie marine und urbane Ökosysteme. Komplexe adaptive Systeme sind Systeme mit vielen miteinander verbundenen Teilen, die sich an Veränderungen anpassen können. Besonders wichtig ist die Erforschung sozioökologischer Systeme, also der Wechselwirkungen zwischen menschlichen Gesellschaften und Ökosystemen. Mehrere Wissenschaftler des SRC waren maßgeblich an der Entwicklung des Modells der planetaren Grenzen beteiligt. Außerdem stammen bedeutende Beiträge zum Übergang vom Holozän zum Anthropozän von Wissenschaftlern des SRC.

SwedBio und Veröffentlichungen

SwedBio ist eine Wissensschnittstelle im Stockholm Resilience Centre. Sie soll Armutsbekämpfung, Gerechtigkeit, nachhaltige Lebensgrundlagen und sozial-ökologische Systeme fördern, die reich an biologischer Vielfalt sind. Finanziert wird SwedBio von der Sida.

Als Veröffentlichungen nennt der Artikel „What Is Resilience? An introduction to social-ecological research“ von 2014, auf Deutsch etwa „Was ist Resilienz? Eine Einführung in die sozial-ökologische Forschung“. Außerdem wird „The Anthropocene Ocean: Risks and Opportunities for Global Sustainability“ von 2019 genannt, ISBN 978-91-7797-929-6, auf Deutsch etwa „Die Ozeane im Anthropozän: Risiken und Chancen für die globale Nachhaltigkeit“.

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