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Shelley Berger
Shelley L. Berger (* 1954 in Detroit) ist eine US-amerikanische Molekularbiologin und Evolutionsbiologin (Epigenetik, Chromatin-Biologie).
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Person und wissenschaftliches Arbeitsfeld
Shelley L. Berger (* 1954 in Detroit) ist eine US-amerikanische Molekularbiologin und Evolutionsbiologin. Ihre Forschung gehört besonders zur Epigenetik und Chromatin-Biologie. Chromatin ist das Material aus DNA und Proteinen im Zellkern; Histone sind dabei Bestandteile des Chromatins. Epigenetik untersucht Veränderungen der Genregulation, ohne dass dabei die DNA-Sequenz selbst verändert wird.
Berger studierte Biologie an der University of Michigan. Dort erwarb sie 1982 den Bachelor-Abschluss und promovierte 1987 in Zell- und Molekularbiologie. Anschließend war sie Post-Doktorandin an der Harvard University und am Massachusetts Institute of Technology. Sie war Hilary Koprowski Professor am Wistar Institute in Philadelphia. Seit 2009 ist sie Daniel S. Ochs University Professor an der University of Pennsylvania, sowohl an der Perelman School of Medicine als auch in der Biologie-Abteilung der School of Arts and Sciences.
Forschung zu Histonen und Epigenetik
Ein Schwerpunkt von Bergers Forschung sind post-translationale Modifikationen (PTM) von Histonen. Das sind chemische Veränderungen an Proteinen, nachdem diese hergestellt wurden. Dazu zählen Methylierung, Acetylierung, Ubiquitinierung sowie Kombinationen dieser Veränderungen. Sie identifizierte verschiedene Chromatin-Enzyme und untersuchte, wie diese Histone und Transkriptionsfaktoren verändern. Transkriptionsfaktoren sind Proteine, die die Transkription, also das Ablesen von Genen zur Herstellung von RNA, beeinflussen.
Dabei erforschte Berger auch den Tumorsuppressor p53. Dieser Transkriptionsfaktor wird bei der Transkription durch Chromatin-Enzyme modifiziert. Weitere Themen ihrer Arbeit sind die Epigenetik von Krebs und altersbedingten Erkrankungen, etwa Gedächtnisstörungen. Außerdem untersuchte sie die epigenetische Kontrolle von Lernen, Gedächtnis und Verhalten bei Säugetieren und Ameisen.
Für ihre Arbeit erhielt sie 2016 den Stanley N. Cohen Award der Penn School of Medicine. Sie wurde 2012 Mitglied der National Academy of Medicine und der American Association for the Advancement of Science, 2013 der American Academy of Arts and Sciences und 2018 der National Academy of Sciences.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Ausgewählte Arbeiten behandeln zentrale Fragen ihrer Forschung: Mit D. E. Sterner veröffentlichte Berger 2000 „Acetylation of histones and transcription-related factors“. In Nature erschienen 2006 „Repression of p53 activity by Smyd2-mediated methylation“ und 2007 „p53 is regulated by the lysine demethylase LSD1“, jeweils mit J. Huang u. a. Diese Titel beziehen sich auf die Regulation von p53 durch Methylierung beziehungsweise Demethylierung.
Weitere Beispiele sind „The complex language of chromatin regulation during transcription“ (Nature, 2007), „An operational definition of epigenetics“ (Genes & Development, 2009, mit T. Kouzarides, R. Shiekhattar und A. Shilatifard) sowie „Histone H4 lysine 16 acetylation regulates cellular lifespan“ (Nature, 2009, mit W. Dang u. a.). Die Themen reichen damit von der Regulation der Transkription über die Definition der Epigenetik bis zum Zusammenhang zwischen Histon-Acetylierung und zellulärer Lebensdauer.