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Schlagfigur
Eine Schlagfigur oder Taktierfigur ist ein Bewegungsschema, das von Dirigenten verwendet wird, um die verschiedenen Zählzeiten eines Taktes durch Taktieren …
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Grundprinzip des Taktierens
Eine Schlagfigur oder Taktierfigur ist ein Bewegungsschema, mit dem Dirigenten die einzelnen Zählzeiten eines Taktes anzeigen. Dazu nutzen sie Auf-, Ab- und Seitwärtsbewegungen. Die erste, betonte Zählzeit wird grundsätzlich vertikal nach unten geschlagen. Weitere, kleinere Betonungen innerhalb des Taktes liegen meist auf der Takthälfte und werden durch einen Wechsel der horizontalen Bewegungsrichtung sichtbar gemacht.
Die schematischen Schlagfiguren werden aus der Perspektive des Dirigenten für die rechte Hand dargestellt. Sie sind nicht verbindlich, gelten aber als allgemein anerkannte und normierte Ausgangsbasis. Grüne Punkte stehen für Hauptzählzeiten, rote Punkte für Nebenzählzeiten. Beim Taktieren mit beiden Händen bewegen sich die Hände zunächst spiegelsymmetrisch. Fortgeschrittene Dirigenten verwenden die linke Hand oft unabhängig von den Schlagbewegungen der rechten Hand, etwa für Hinweise zur musikalischen Gestaltung oder zum Anzeigen von Einsätzen.
Einfache Takte
Beim einteiligen Takt wird nur der Taktbeginn durch eine Auf- und Abbewegung markiert. Man unterscheidet „gerade“ Takte, etwa zwei Achtel oder zwei Viertel, und „ungerade“ Takte wie drei Achtel oder drei Viertel. Bei den ungeraden Takten kann die Bewegung gerundet, also quasi „im Kreis“, geführt werden.
Zweiteilige Takte haben zwei „gefühlte“ Hauptzeiten. Dazu gehören zwei Viertel, etwa von Adagio bis Allegretto, zwei Halbe im Alla breve, zwei Achtel im langsamen Tempo sowie sechs Achtel als zweimal drei Achtel von Allegretto bis Presto.
Dreiteilige Takte werden verwendet, wenn ihre Zählzeiten zeitlich so weit auseinanderliegen, dass jede einzeln markiert werden sollte.
Vier- und sechsteilige Takte
Im Vierertakt werden vier Schläge ausgeführt. Beispiele sind vier Viertel, etwa von Adagio bis Allegretto, vier Halbe und zwölf Achtel als viermal drei Achtel. Die Unterbetonung auf der Takthälfte, also auf Zählzeit 3, wird durch einen Richtungswechsel angezeigt.
Sechsteilige Takte können beispielsweise sechs Achtel von Largo bis Andante oder sechs Viertel enthalten. Ihre Unterbetonung liegt auf der Takthälfte, also auf Zählzeit 4, und wird ebenfalls durch einen Richtungswechsel dargestellt. Ein Dreivierteltakt, der so langsam ist, dass eine Unterteilung in Achtel nötig wird, wird nicht mit dem sechsteiligen Schema dirigiert: Die Betonung innerhalb des Taktes wäre dann anders. Stattdessen bleibt die Dreierfigur erhalten und die einzelnen Schläge werden unterteilt.
Asymmetrische Fünfertakte
Fünfteilige Taktarten sind asymmetrisch. Deshalb gibt es zwei verschiedene Schlagfiguren; welche verwendet wird, ergibt sich aus dem Zusammenhang oder dem Notenbild.
Bei „3+2“ steht die längere „Hälfte“ am Anfang. Die Unterbetonung liegt auf der vierten Zählzeit. Dort wird, analog zum sechsteiligen Takt, die Bewegungsrichtung gewechselt.
Bei „2+3“ steht die kürzere „Hälfte“ am Anfang. Die Unterbetonung liegt auf der dritten Zählzeit; auch hier zeigt ein Richtungswechsel sie an. Werden fünfteilige Takte so schnell gespielt, dass fünf einzelne Schläge nicht sinnvoll sind, entsteht ein zweiteiliger Takt. Dann wird das zweiteilige Schlagbild benutzt, wobei ein Schlag länger ist als der andere.
Ableitungen für weitere Taktarten
Siebenteilige, achtteilige und neunteilige Takte besitzen keine eigenen Schlagfiguren. Sie werden aus bekannten Figuren abgeleitet und nach Bedarf unterteilt. Das erlaubt eine unbegrenzte Erweiterung und schafft Übersichtlichkeit durch sinnvolle Gruppierung innerhalb des Taktes.
Siebenteilige Takte lassen sich meist in 2+2+3, 2+3+2 oder 3+2+2 teilen und orientieren sich am dreiteiligen Takt. Bei achtteiligen Takten wird der „quadratische“ Spezialfall 2+2+2+2 als vierteiliger Schlag ausgeführt. Andere mögliche Gruppierungen sind 2+3+3, 3+2+3 und 3+3+2; auch sie nutzen den dreiteiligen Takt.
Beim neunteiligen Takt ist 3+3+3 der Normalfall und damit dreiteilig. Vierteilige Möglichkeiten sind 2+2+2+3, 2+2+3+2, 2+3+2+2 und 3+2+2+2. Bei einem ^{9}⁄{8}-Takt kann statt einer Schlagfigur mit neun Spitzen die Figur des ^{3}⁄{4}-Taktes verwendet werden; ein Schlag umfasst dann drei Achtel.