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Schlacht bei Regensburg

Die Schlacht bei Regensburg ist eine zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe zusammenhängender Gefechte und Schlachten im fünften Koalitionskrieg …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Vorgeschichte und Heere
  3. 3. Vom Kampf bei Hausen bis Abensberg
  4. 4. Landshut, Eggmühl und Regensburg
  5. 5. Folgen für Krieg und Städte

Überblick und Bedeutung

Die Schlacht bei Regensburg bezeichnet eine zusammenhängende Reihe von Gefechten des fünften Koalitionskriegs vom 19. bis 23. April 1809. Österreich kämpfte gegen französisch geführte Truppen Frankreichs und der Staaten des Rheinbundes unter Kaiser Napoleon I. Die Kämpfe verteilten sich über ein großes Gebiet südlich der Donau und beeinflussten einander; der teilnehmende französische General Pelet nannte sie eine „komplizierte fünftägige Schlacht“. In der deutschsprachigen Literatur heißt der Gesamtzusammenhang daher oft „Feldzug von Regensburg“.

Zu den wichtigsten Einzelkämpfen gehörten Abensberg am 20. April und Eggmühl am 22. April; am 23. April endete der Feldzug mit der Erstürmung Regensburgs. Frankreich siegte. Die österreichische Armee wurde entscheidend geschlagen, in zwei Teile getrennt und musste nach Österreich zurückweichen. Für den abschließenden Kampf um Regensburg nennen die Angaben 37.000–72.000 französische und 26.000–78.000 österreichische Soldaten; die Verluste werden mit 1.000–1.500 auf französischer und 8.900 auf österreichischer Seite angegeben.

Vorgeschichte und Heere

Nach dem Frieden von Tilsit standen nur Frankreich und Großbritannien weiterhin im Krieg. Der Aufstand in Spanien 1808 zeigte, dass das französische Heer nicht unbesiegbar war. Österreich knüpfte deshalb wieder enger an England an und bereitete nach seiner Niederlage von 1805 einen neuen Krieg vor. Die diplomatischen Spannungen mit Frankreich verschärften sich. Am 9. April 1809 erklärte Österreich den Krieg; am 10. April überschritt seine Armee den Inn.

Erzherzog Karl hatte das österreichische Heer nach 1805 reorganisiert. Es umfasste im Februar 1809 etwa 330.000 bis 340.000 Mann. Die für Bayern bestimmte Hauptarmee bestand aus etwa 200.000 Mann in sechs Armeekorps. Ihr Plan war, Marschall Davouts französische „Armee in Deutschland“ zu schlagen, bevor Napoleon Verstärkungen über den Rhein führen konnte. Der langsame österreichische Aufmarsch warnte jedoch den Gegner vor. Mitte April überschritten nur knapp 150.000 Mann unter Erzherzog Karl den Inn; weitere 50.000 Mann rückten unter Graf Bellegarde in die Oberpfalz vor.

Die französische Armee in Deutschland hatte im März etwa 140.000 Mann, hinzu kamen Rheinbund-Kontingente von 115.000 Mann. Am 9. April standen Napoleon in Bayern zwischen Augsburg und Amberg 198.000 einsatzbereite Soldaten mit 330 Geschützen zur Verfügung. Weil viele französische Truppen in Spanien kämpften, stellten Rheinbundstaaten einen großen Teil des Heeres: Bayern bildete unter Lefebvre das 7. Armeekorps mit 32.000 Mann, Württemberg unter Vandamme zunächst das 8. Armeekorps mit 13.000 Mann. Napoleon übernahm am 16. April persönlich den Oberbefehl, sammelte seine Truppen bei Ingolstadt und Abensberg und wollte die österreichischen Korps voneinander trennen.

Vom Kampf bei Hausen bis Abensberg

Am 19. April trafen bei Hausen Teile des französischen Korps Davout und das österreichische III. Armeekorps unter Prinz Hohenzollern aufeinander. Davout besetzte den bewaldeten Höhenrücken nördlich von Hausen, den Kühberg. Die Österreicher nahmen den Ort Hausen ein, scheiterten aber dreimal beim Sturm auf den Höhenrücken; im dichten Wald war ihre Artillerie kaum einsetzbar. Ein Gewitter beendete die Kämpfe. In der Nacht räumte Hohenzollern Hausen und zog sich auf Höhen bei Grub zurück. Etwa 25.000 Franzosen standen 17.000 Österreichern gegenüber. Österreich verlor rund 520 Gefallene, 2.400 Verwundete und 680 Gefangene. Der Rückzug trug zur späteren Trennung der österreichischen Heeresteile bei.

Gleichzeitig kämpften Truppen bei Peising, Dünzling, Schneidhart, Abensberg, Arnhofen, Offenstetten und Kirchdorf. Davouts Einheiten fanden dabei wieder Anschluss an Napoleons Hauptarmee. In Regensburg hielt ein französisches Regiment Stadt und Steinerne Brücke zunächst besetzt. Eine österreichische Vorhut eroberte zwar Verschanzungen bei Stadt am Hof, musste sich nach Straßenkämpfen aber wieder zurückziehen.

Am 20. April griff Napoleon bei Abensberg mit etwa 60.000 Soldaten an. Marschall Lannes sollte über Rohr vorstoßen, Napoleon führte Württemberger über Offenstetten, und die Bayern unter Lefebvre griffen Kirchdorf und Siegenburg an. Ihnen standen nur etwa 24.000 weit verstreute Österreicher gegenüber, vor allem aus dem V. Armeekorps Erzherzog Ludwigs. Die österreichischen Truppen wichen über Pfeffenhausen zurück; auch das VI. Armeekorps Hillers zog sich nach Kämpfen bei Rottenburg nach Landshut zurück. Österreich verlor zwischen Abensberg und Rottenburg rund 7.000 Mann. Da Massena Landshut nicht rechtzeitig erreichte, blieb Hiller zunächst der Rückzugsweg über die Isar offen. Sein Rückzug nach Südosten trennte die österreichische Armee jedoch in zwei Teile. Am selben Tag übergab der französische Stadtkommandant Regensburg und Stadt am Hof an Österreich; damit war dessen Verbindung zu den Korps nördlich der Donau wiederhergestellt.

Landshut, Eggmühl und Regensburg

Am 21. April verfolgte Napoleon die nach Landshut zurückweichenden österreichischen Korps. Dort gerieten Truppen, Versorgungskolonnen und Fuhrwerke an der Isarbrücke in Unordnung, als französische Artillerie angriff. Die Franzosen erstürmten die Vorstadt, die Brücke und anschließend die Stadt. Die österreichischen Verteidiger hielten lange genug stand, damit Artillerie und Wagen die Höhen südlich der Stadt erreichen konnten. Dennoch verloren sie in Landshut rund 5.000 Tote, Verwundete und Gefangene. Hiller zog sich danach bis über den Inn bei Alt-Ötting zurück.

Am 22. April griff Napoleon bei Eggmühl mit etwa 65.000 Mann an. Seine herangeführten Korps unter Lannes, Massena und Oudinot sowie Kavallerie und Rheinbundtruppen trafen auf die österreichische Stellung. Das Korps Rosenbergs hatte bei Eggmühl nur 16.000 Mann und verteidigte den Laimberg bei Laichling mehr als drei Stunden, um den französischen Vormarsch zu verzögern. Erzherzog Karl brach seine geplante Umfassung der Franzosen ab, als er Napoleons Ankunft erkannte, und zog seine Armee auf die Höhen südlich von Regensburg zurück. Österreich verlor südlich von Regensburg etwa 6.000 Tote, Verwundete und Gefangene; die französischen Verluste waren nur unwesentlich niedriger.

In der Nacht zum 23. April ordnete Erzherzog Karl den Rückzug über die Donau an. Neben der Steinernen Brücke bauten österreichische Pioniere bei Weichs eine Pontonbrücke, also eine Behelfsbrücke aus Booten und Kähnen. Die Nachhut sollte den Übergang decken. Fast alle österreichischen Truppen erreichten das Nordufer, bevor die Pontonbrücke angezündet und ihre Ankertaue gekappt wurden. Die französische Artillerie beschoss Stadtmauern und Gebäude. Napoleon wurde dabei von einer weit abgeschossenen, bereits langsamen Gewehrkugel am Fuß getroffen und erlitt eine Quetschwunde.

Gegen 19 Uhr stürzte nahe dem Peterstor ein Haus unter Artilleriefeuer in den Stadtgraben und füllte ihn teilweise. Französische Soldaten drangen über die Trümmer in Regensburg ein. Rund 2.000 abgeschnittene österreichische Verteidiger ergaben sich. Nachsetzende französische Truppen überschritten die Steinerne Brücke und kämpften in Stadtamhof gegen die österreichische Nachhut.

Folgen für Krieg und Städte

Die Gefechte stoppten den österreichischen Vormarsch und spalteten das österreichische Heer in zwei auseinandergetriebene Teile. Beide waren danach zu schwach, um der französisch geführten Armee der Rheinbundstaaten wirksam zu widerstehen. Österreich verlor Bayern als vorgelagerte Operationsbasis und die Hoffnung auf weitere Verbündete; seine Truppen zogen nach Wien zurück. Die Kämpfe waren damit eine wesentliche Vorentscheidung des Kriegs von 1809. Die endgültige österreichische Niederlage folgte später bei Wagram.

Die Beschießung Regensburgs zerstörte zwischen dem heutigen Dachauplatz und dem Peterstor alle Häuser; fast ein Fünftel des gesamten Hausbestands ging verloren. Mehrere Kirchen wurden beschädigt oder zerstört, darunter das Klarissenkloster und das ehemalige Mittelmünster. Regensburg wurde am Abend zur Plünderung freigegeben, obwohl Karl Theodor von Dalberg als Verbündeter Napoleons die Stadt regierte. Plünderungen und Brände verursachten weitere Opfer.

In Stadtamhof zerstörten Straßenkämpfe und österreichischer Artilleriebeschuss fast alle Häuser einschließlich der Kirche St. Mang. Bis Mitternacht brannten 95 Wohnhäuser und eine Brauerei ab; viele Einwohner starben. Das Katharinenspital und der Schwarze Turm wurden schwer beschädigt, der Turm im folgenden Jahr abgebrochen. Napoleon versprach am 24. April Entschädigung von 2 Millionen Francs, doch Frankreich zahlte nicht. Nach dem Anschluss Regensburgs an Bayern 1810 musste das Königreich Bayern die Summe übernehmen. Mit diesen Mitteln entstand später auch die geradlinig verlaufende Maximilianstraße im Südosten Regensburgs.

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