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Schlüsselperson
Schlüsselpersonen sind zentrale Persönlichkeiten mit besonderen Einstellungen, Fähigkeiten und wichtigen Kompetenzen, die entscheidenden, prägenden oder …
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Grundbedeutung und gesellschaftliche Rolle
Schlüsselpersonen sind zentrale Persönlichkeiten mit besonderen Einstellungen, Fähigkeiten und wichtigen Kompetenzen. Sie üben entscheidenden, prägenden oder führenden Einfluss auf eine Gruppe, Organisation oder ein Unternehmen aus. Der Begriff „Schlüsselfigur“ wird synonym verwendet, besonders für zentrale Protagonisten oder Hauptcharaktere in Romanen, Bühnenstücken und Opern.
Im Allgemeinen sind Schlüsselpersonen Menschen, die in einer bestimmten Sache wichtig und einflussreich sind oder deren Handeln den Schlüssel zur Erklärung bestimmter Zusammenhänge liefert. Sie kommen in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen vor, etwa im Sport, in Politik, Kultur, Geschichte, Wirtschaft, Verwaltung, in Unternehmen und in Gemeinschaften. Häufig prägen sie einen Bereich besonders stark oder sind für den Erfolg einer Gruppe entscheidend. Bei ihnen laufen viele Fäden zusammen. Gesellschaftliche und geschichtliche Entwicklungen sowie epochaler Wandel werden daher oft mit bestimmten Schlüsselpersonen oder Schlüsselfiguren verbunden.
Im positiven Verständnis sind Schlüsselpersonen aktive Gestalter, Hauptakteure, Leistungsträger, Spitzenkräfte und Topleute ihres Fachgebiets. Im Mannschaftssport zählen dazu insbesondere Spielmacher (englisch: key player), aber auch erfahrene Spieler, die ein Team zusammenschweißen und motivieren können. Im negativen Verständnis kann eine Schlüsselfigur dagegen als im Hintergrund agierender „Drahtzieher“, als graue Eminenz oder als Manipulator bei einem Skandal oder Verbrechen auftreten.
Schlüsselpersonen in Unternehmen
In Unternehmen sind Schlüsselpersonen Mitarbeitende, die strategische Schlüsselpositionen innehaben, zum Beispiel eine Führungsrolle. Ihre Bedeutung hängt jedoch nicht zwingend von der hierarchischen Stellung ab. Auch Beschäftigte mit besonderer Fachexpertise können Schlüsselpersonen sein, wenn ihr Wissen dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Dazu gehören etwa leitende Wissenschaftler, die maßgeblich ein neuartiges Produkt entwickeln, von dem viel für Umsatz und Einkommen des Unternehmens erwartet wird. Studien zufolge sind Innovationen meist durch Schlüsselpersonen geprägt.
Auch Meinungsbildner können unabhängig von der Hierarchie Schlüsselpersonen sein. Sie sind im Kollegenkreis gut vernetzt und können Veränderungsprozesse positiv vorantreiben, aber auch blockieren.
Eine wissenschaftliche Definition bezeichnet Schlüsselpersonen oder „Schlüsselkräfte“ als „einzigartige Personen, die über unternehmensspezifische Erfahrungshandlungen und impliziertes Wissen verfügen, zur Schaffung von physischen und immateriellen Vermögenswerten aus interner wie externer Kundensicht beitragen, sich durch außergewöhnliche knappe Fähigkeiten und Fertigkeiten auszeichnen und über Managementfähigkeiten eine Verbesserung der dynamischen Prozesse und Strukturen erzielen.“
Zu den in der Fachliteratur genannten Kennzeichen gehören:
- außergewöhnliches Leistungsvermögen, überproportionale Produktivität und überdurchschnittliche Arbeitsergebnisse;
- „wertvolle“ und „einzigartige“ Fähigkeiten;
- ein hohes Maß an organisationalem und persönlichem Engagement sowie affektivem Commitment gegenüber der Organisation;
- die Funktion als Quelle von Wettbewerbsvorteilen und als Verteidiger bereits erlangter Wettbewerbsvorteile;
- eine hohe Bedeutung für die Entwicklung strategischer Kernkompetenzen;
- eine starke Wertschöpfungsorientierung und ein hoher Beitrag zur Wertschöpfungskette;
- ein dauerhafter Einfluss auf das Unternehmensergebnis durch außergewöhnliche Fähigkeiten und Erfahrungen;
- die Generierung der höchsten Performance zur Steigerung des Unternehmenserfolgs;
- die Rolle als wichtigste Ressource zur Steigerung des Unternehmenserfolgs.
Schlüsselpersonen im Personalmanagement
Die Rolle, die Kennzeichen und die Identifikation von Schlüsselpersonen bilden ein wichtiges Aufgabenfeld des Personalmanagements. Die Thematik wird deshalb systematisch untersucht und wissenschaftlich analysiert.
Der Hintergrund ist, dass Schlüsselpersonen einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten. Umgekehrt können Fehlentscheidungen bei der Auswahl oder Einschätzung von Schlüsselpersonen ein Risiko für den Unternehmenserfolg darstellen. Für Unternehmen aller Größenordnungen ist es daher wichtig,
- die richtigen Schlüsselpersonen zu identifizieren,
- geeignete Personen für das Unternehmen zu gewinnen,
- vorhandene Mitarbeitende als Schlüsselpersonen zu entwickeln (Talentmanagement) und
- diese Personen im Unternehmen zu halten.
Diese Aufgaben gehören zu den erfolgskritischen Bereichen des Personalmanagements.
Versicherung und steuerliche Bedeutung
In einem engeren Sinn bezeichnet Schlüsselpersonen (englisch: key employees) in Unternehmen einen Begriff der Versicherungswirtschaft. Die Grundlage ist die Erkenntnis, dass solche Personen oft unersetzbar sind und eine bedeutende Rolle für den Unternehmenserfolg spielen. Entsprechende Versicherungspolicen sollen Unternehmen vor finanziellen Schäden schützen, die durch den Ausfall einer Schlüsselperson entstehen können. Wer als Schlüsselperson gilt, muss dabei in jedem Unternehmen individuell geklärt werden.
Außerdem verwendet der Internal Revenue Service (IRS), eine US-Regierungsbehörde für die Einziehung von Steuern und die Durchsetzung von Steuergesetzen, den Begriff „key employees“. Er steht dort im Zusammenhang mit unternehmensfinanzierten, qualifizierten Pensionsplänen. Die Definition richtet sich abhängig von der Höhe des Einkommens oder den Besitzanteilen am Unternehmen.