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Saftmal
Als Saftmale werden Bereiche innerhalb einer Blüte oder Blume bezeichnet, die das Blütenbesucherverhalten beeinflussen. Saftmale können auch als Pollen- oder …
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Bedeutung und Funktion der Saftmale
Saftmale sind Bereiche innerhalb einer Blüte oder Blume, die das Verhalten von Blütenbesuchern beeinflussen. Sie werden auch als Pollen- oder Staubbeutelattrappen bezeichnet. Meist liegen sie auf den Kronblättern und reflektieren kein UV-Licht. Dadurch heben sie sich für viele Insekten deutlich vom übrigen Teil der Blüte ab, obwohl Menschen den Unterschied oft nicht erkennen können.
Ihre wichtigste Funktion besteht darin, Blütenbesuchern den Weg zum Nektar zu weisen. Christian Konrad Sprengel beschrieb diese Bedeutung erstmals 1793. Evolutionsbiologisch werden Saftmale damit erklärt, dass frühe Blütenbesucher vermutlich Pollen als Nahrung suchten. Pflanzen entwickelten später Strukturen, die Pollen vor dem Gefressenwerden schützen sollten. Da Blütenbesucher zugleich Pollen auf andere Blüten übertragen und damit den Fortpflanzungserfolg der Pflanzen erhöhen, mussten andere Blütenteile Pollen nachahmen, um Besucher weiterhin anzulocken.
Nektarsuchende Insekten können „Nahes UV“ (UV-A) wahrnehmen. Wildbienen sehen beispielsweise Wellenlängen bis 300 nm. Saftmale können zweidimensionale Verfärbungen sein, aber auch dreidimensionale, sehr genaue Nachbildungen von Staubblättern.
Signale und Formen
Saftmale können auch durch für Menschen sichtbare Farbveränderungen anzeigen, wie viel Nektar eine Blüte produziert. Bei der Rosskastanienblüte weisen gelbe Saftmale auf eine hohe Nektarproduktion hin. Mit abnehmender Nektarproduktion verfärben sie sich über Orange zu Rot.
Nach ihrer Form auf den Kronblättern werden mehrere Arten unterschieden:
- Strichmale verlaufen vom Inneren der Blüte mehr oder weniger weit in Richtung Blütenblattrand.
- Kreismale beginnen im Blütenzentrum und ziehen sich über alle Blütenblätter; sie enden je nach Art in unterschiedlichem Abstand und mit unterschiedlicher Randform. Bei Korbblütlern reflektiert der Blütenkorb kein UV-Licht.
- Ringmale beginnen erst mit Abstand zum Blütenzentrum und ergeben dadurch die Grundform eines Ringes.
- Fleckenmale erscheinen als kleine Punkte oder als unregelmäßige, zur Blattachse achsensymmetrische Flecken.
- Kombinierte Male verbinden zwei der vier genannten Grundformen.