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Südwind Verein

Der Südwind Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit mit Sitz in Wien ist eine entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation in …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Zielsetzung
  2. 2. Entstehung und Bildungsarbeit
  3. 3. Tätigkeiten und politische Arbeit
  4. 4. Aufbau, Netzwerke und Finanzierung
  5. 5. Magazin, Buchwelt und Vereinte Nationen

Aufgabe und Zielsetzung

Der Südwind Verein für Entwicklungspolitik und globale Gerechtigkeit ist eine entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Wien. Er setzt sich weltweit für nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen ein. Büros bestehen in Dornbirn, Innsbruck, Salzburg, Linz, Wiener Neustadt, Graz und Wien.

Zentrales Anliegen ist, das sozioökonomische Gefälle zwischen dem Globalen Norden und dem Globalen Süden durch Information, Bildung und Kampagnenarbeit in Österreich zu verringern. Finanziert wird die Arbeit durch Projekte, Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Entstehung und Bildungsarbeit

1979 wurde der Österreichische Informationsdienst für Entwicklungspolitik (ÖIE) gegründet. Seine Devise lautete, Entwicklungspolitik im eigenen Land zu betreiben. Beteiligt waren kirchliche Organisationen, die Österreichische Hochschülerschaft, das Europahaus Eisenstadt, Jugendorganisationen wie SJ und JVP sowie entwicklungspolitische Arbeitskreise.

Ende der 1990er-Jahre erhielt der Verein ÖIE den Namen „Südwind Entwicklungspolitik“; zugleich entstand die gemeinnützige Südwind Agentur Ges.m.b.H. Diese wurde 2015 aufgelöst. Seither arbeitet Südwind rechtlich als Verein und versteht sich stärker als zivilgesellschaftlich verankerte NGO.

Südwind führt Schulworkshops durch und entwickelt Materialien zum Globalen Lernen sowie zur „Global Citizenship Education“. Darunter wird die Entwicklung eines Bewusstseins für Weltbürgerschaft verstanden. Zu den Kampagnen gehörten „Jute statt Plastik“ (1979), „Hunger ist kein Schicksal“ (1980), „Stimmen für den Regenwald“ (1992) und die Clean Clothes Kampagne (seit 2001).

Tätigkeiten und politische Arbeit

Die Arbeit umfasst entwicklungspolitische Bildungsarbeit und Globales Lernen. Südwind entwickelt und stellt Medien bereit, darunter Bücher, Lehrmaterialien, Broschüren und Videomaterial.

Der Verein bringt entwicklungspolitische Themen in zivilgesellschaftliche Prozesse ein. Außerdem betreibt er Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit, erstellt Studien zu globalen Themen und betreibt Lobbying. Damit ist die Interessenvertretung gegenüber entwicklungspolitisch und bildungspolitisch wichtigen Entscheidungsträgern für Anliegen gemeint, die Südwind unterstützt.

Aufbau, Netzwerke und Finanzierung

Südwind ist Gründer des Klimabündnisses, Gesellschafter der Südwind-Buchwelt und Herausgeber des Südwind-Magazins. Bei Projekten arbeitet der Verein mit internationalen Partnerorganisationen zusammen. Regionalvereine vertreten Südwind in Steiermark, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Sechs der sieben Regionalstellen betreuen eigene Infotheken, aus denen unter anderem Unterrichtsmaterialien, Sachliteratur, Videos/DVDs, Spiele sowie Kinder- und Jugendbücher zu entwicklungspolitischen Themen ausgeliehen werden können.

Südwind ist unter anderem in Vorständen der AG Globale Verantwortung, des Netzwerks Soziale Verantwortung und von WearFair & mehr vertreten. Der Verein ist Mitglied des WIDE-Netzwerks und engagiert sich in Plattformen wie Attac, ECA-Watch Österreich, Oikocredit, ISJE, „Wir haben es satt!“, Baobab und der Clean-Clothes-Plattform. Seit 2001 koordiniert Südwind die Clean-Clothes-Plattform in Österreich.

Der Großteil der Finanzierung stammt aus öffentlichen Projektgeldern, etwa von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA), dem österreichischen Bildungsministerium, dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz sowie der Europäischen Union. Länder und Gemeinden unterstützen regionale und lokale Aktivitäten; Spenden tragen ebenfalls zur Finanzierung bei.

Magazin, Buchwelt und Vereinte Nationen

Das Südwind-Magazin berichtet seit 1979 über internationale Politik, Kultur und Entwicklung. Die Redaktion ist unabhängig. Es erscheint zehnmal jährlich mit 52 Seiten und enthält Reportagen, Analysen, Bild-Geschichten, Interviews aus Ländern des Globalen Südens und Anstöße für Veränderungen im Norden. Seine Blattlinie ist die Information über soziale, politische, wirtschaftliche und kulturelle Wirklichkeit in den Ländern der sogenannten Dritten Welt sowie über Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Kluft zwischen Nord und Süd nachhaltig abzubauen.

Die Südwind-Buchwelt geht auf zwei 1984 gegründete Buchhandlungen in Wien zurück, die später zusammengelegt wurden. Sie verkauft in Wien, in der Schwarzspanierstraße 15 und der Mariahilferstraße 8, sowie online Literatur und Weltmusik. Außerdem vertreibt sie Bücher, Weltmusik-CDs, fair gehandeltes Kunsthandwerk und Lebensmittel. Sie arbeitet trotz des Namens unabhängig vom Verein; dieser hält lediglich Gesellschaftsanteile.

Seit 2009 besitzt Südwind beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC) Konsultativstatus. Dadurch kann der Verein an UN-Konferenzen in Wien, Genf und New York teilnehmen, Parallelveranstaltungen organisieren sowie Statements und schriftliche Eingaben abgeben. Im Mittelpunkt stehen Sitzungen des UN-Menschenrechtsrats in Genf. Aktivisten mobilisieren für globale Gerechtigkeit, organisieren Veranstaltungen und Straßenaktionen, tauschen sich bei regionalen Stammtischen aus und veranstalten österreichweite Vernetzungstreffen wie die Südwind-Academy.

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