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Roman Zitzelsberger
Von Dezember 2013 bis Januar 2024 war er Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg und damit Verhandlungsführer der Gewerkschaft bei Tarifabschlüssen.
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Überblick und beruflicher Werdegang
Roman Zitzelsberger (* 30. August 1966 in Ettlingen) ist ein deutscher Gewerkschafter. Von Dezember 2013 bis Januar 2024 leitete er den Bezirk Baden-Württemberg der IG Metall. In dieser Funktion war er Verhandlungsführer der Gewerkschaft bei Tarifabschlüssen.
Nach der Mittleren Reife begann er 1984 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser im Daimler-Benz-Werk Gaggenau, in dem er bis 1989 tätig war. Parallel erwarb er die Fachhochschulreife am Berufskollegiat Maschinentechnik der Carl-Benz-Schule Gaggenau, absolvierte einen Fernstudienkurs in Betriebswirtschaftslehre an der Fernuni Hagen und erwarb 2010 bis 2011 einen Master of Management am Malik Management Zentrum Sankt Gallen.
Arbeit in der IG Metall
Während und nach seiner Ausbildung war Zitzelsberger gewerkschaftlicher Vertrauensmann und gewählter Jugendvertreter. 1989 wurde er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär bei der IG-Metall-Geschäftsstelle Gaggenau. Ende 2003 wählte man ihn dort zum Ersten Bevollmächtigten, also zum Geschäftsführer.
Ende 2013 übernahm er von Jörg Hofmann das Amt des Bezirksleiters der IG Metall Baden-Württemberg. Er verhandelte Pilot-Tarifabschlüsse für die Metall- und Elektroindustrie in den Jahren 2015 und 2018. Ende Januar 2024 legte er das Amt nieder; Barbara Resch wurde seine Nachfolgerin. Am 28. November 2024 erhielt er für seine Verdienste um die Arbeitswelt die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Tarifpolitische Ergebnisse
2015 erreichte Zitzelsberger einen Pilotabschluss mit einer Entgelterhöhung und der erneuten Regelung der Altersteilzeit. Altersteilzeit bedeutet, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit vor dem Ruhestand verringern können. Ein gesonderter Tarifvertrag ermöglichte zudem eine tarifliche Bildungsteilzeit, für die Mittel genutzt werden konnten.
2018 entwickelte er mit seinem Team das Tarifliche Zusatzgeld (T-Zug). Belastete Beschäftigte können dabei statt einer Geldleistung acht bezahlte freie Tage wählen. Um diese Vereinbarung zu erreichen, wurden erstmals 24-stündige Warnstreiks eingesetzt. Ebenfalls 2018 wurde ein Tarifvertrag für Mobiles Arbeiten abgeschlossen, der sich während der Corona-Pandemie 2020 als vorausschauend erwies.
In der Tarifrunde 2021 wurde der mehr als 40 Jahre alte Manteltarifvertrag für Auszubildende in Baden-Württemberg verbessert. Außerdem wurden Dual Studierende der DHBW in seinen Geltungsbereich aufgenommen; dadurch erhielten etwa 20.000 Studierende eine Tarifbindung. 2022 erzielte Baden-Württemberg erneut einen Pilotabschluss für die gesamte Metall- und Elektroindustrie. Er enthielt steuer- und abgabefreie Inflationsausgleichsprämien sowie wesentliche Entgelterhöhungen.
Politik, Aufsichtsräte und Familie
Zitzelsberger ist Mitglied der SPD. Bis 2014 gehörte er dem Gemeinderat von Bietigheim/Baden an. Von 2015 bis 2022 war er Mitglied des Landesvorstands der SPD Baden-Württemberg.
Er ist Mitglied im Aufsichtsrat der Daimler AG und der Ende 2021 aus der Daimler AG herausgelösten Daimler Truck Holding AG. Außerdem ist er stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG.
Seit 1991 ist Roman Zitzelsberger verheiratet.