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Rituale der Sikhs

Rituale der Sikhs sind die von Anhängern des Sikhismus durchgeführten Glaubenspraktiken im Tempel (Gurdwara) und im Alltagsleben. Ein Ritual der Sikhs ist …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Rituale im Sikhismus
  2. 2. Geburt und Namensgebung
  3. 3. Erster Turban
  4. 4. Aufnahme in die Khalsa
  5. 5. Hochzeit und Bestattung

Rituale im Sikhismus

Rituale der Sikhs sind Glaubenspraktiken, die im Gurdwara (Tempel) und im Alltag stattfinden. Dazu gehört beispielsweise, den Guru Granth Sahib, die heilige Schrift, nach einer religiösen Zeremonie oder Lesung in den nächtlichen Ruheraum Sach khand zu bringen.

Geburt und Namensgebung

Schon während der Schwangerschaft rezitieren oder singen traditionelle Sikh-Familien Shabad Kirtan, also heilige Verse aus dem Guru Granth Sahib, und praktizieren Naam Simran, die Rezitation oder Meditation des Namens Waheguru. Wenn Mütter die Hymnen nicht selbst rezitieren können, können sie diese über Audiomedien anhören.

Nach der Geburt wird eine Amrit-Zeremonie durchgeführt. Dafür werden Zuckerkristalle in Wasser aufgelöst, während die ersten fünf Verse von Japji gelesen werden. Einige Tropfen des Amrit werden auf die Stirn des Kindes geträufelt; den Rest trinkt die Mutter.

Sobald die Mutter sich gut genug fühlt, besucht die Familie den Gurdwara. Der Granthi öffnet den Guru Granth Sahib. Der Name des Kindes soll mit dem ersten Buchstaben der linken aufgeschlagenen Seite beginnen. Die Eltern können einen Namen aus dem Guru Granth Sahib oder einen anderen Namen wählen, sofern er mit diesem Buchstaben anfängt.

Erster Turban

Vor ihrem ersten Dastar, dem Turban, tragen Jungen einen Patka. Im Alter zwischen 12 und 16 Jahren erhält jeder Sikhjunge einen Turban. Während des Ardas bindet ein Granthi oder ein anderes angesehenes Mitglied der Sikh-Gemeinde den ersten Turban. Die Zeremonie verdeutlicht den besonderen Respekt für den Turban in der Sikh-Tradition.

Aufnahme in die Khalsa

Einige Sikhs lassen sich nach der Anweisung des zehnten Sikh-Gurus Guru Gobind Singh in den Khalsa Panth, die Bruderschaft der Reinen, initiieren. Die Taufzeremonie heißt Amrit Sanchar oder Khande di Pahul. Sie wird von den Panj Piare, den Fünf Geliebten, und zwei weiteren getauften Sikhs durchgeführt: Einer sitzt beim Guru Granth Sahib, ein anderer bewacht die Tür. Während der Zeremonie darf niemand den Raum betreten oder verlassen. Die Initianden und die Panj Piare duschen und waschen vorher ihre Haare; die Khalsa-Aspiranten müssen die 5 K’s tragen.

Zu Beginn erklärt einer der Panj Piare die Bedeutung der Zeremonie und führt einen Hukam durch. In einer Eisenschale lösen sie Zuckerkristalle mit einem Khanda, einem zweischneidigen Schwert, in Wasser auf. Die fünf Panj Piare sitzen dabei in Bir Asan, wobei ein Knie den Boden berührt. Nacheinander sprechen sie fünf Gebete: Japji Sahib, Jaap Sahib, Tavprasad Savaiye, Chaupai Sahib und Anand Sahib. Während jedes Gebets wird das Taufwasser mit dem Khanda vor- und zurückbewegt.

Je zwei Panj Piare geben jedem Aspiranten fünf Hände Amrit zu trinken. Vor jedem Mal sprechen sie „Waheguru ji ka Khalsa Waheguru ji ki Fateh“, worauf der Sikh dieselben Worte antwortet. Danach wird fünfmal Amrit in die Augen gespritzt und fünfmal auf die Kopfoberfläche getan; jeweils wird der gleiche Ruf gesprochen. Anschließend trinkt jeder einige Schlucke direkt aus der Eisenschale. Die initiierten Sikhs, Amritdharis, werden in das Mool Mantra und das Gurmantra Waheguru eingeführt und erhalten Unterricht über die gesamte Rehat Maryada.

Hochzeit und Bestattung

Die Sikh-Hochzeit heißt Anand Karaj. Meist wählen die zukünftigen Ehepartner einander selbst. In manchen Familien vermittelt ein vichola, ein Freund oder Bekannter der Eltern, ein Treffen der Familien. Stimmen die zukünftigen Partner zu, beginnen die Hochzeitsvorbereitungen. Bei der Verlobung, meist im Gurdwara, wird ein Ardas gesprochen; die Eltern der Tochter schenken dem zukünftigen Ehemann einen eisernen Armreif. Es folgen voreheliche Zeremonien und eine Hochzeitsprozession.

Bei der Hochzeitszeremonie versammelt sich das Paar vor dem Guru Granth Sahib. Der Brautvater gibt je ein Ende eines Schals in die Hände der Brautleute. Während der Granthi vier Stanzen aus dem Guru Granth Sahib singt, umrundet das Paar die heilige Schrift viermal. Beim Empfang verabschiedet sich die Braut endgültig vom Haus ihrer Eltern und zieht in das Haus ihres Ehemannes.

Bei einem Todesfall wird der Körper eingeäschert. Familienmitglieder waschen den Verstorbenen, ziehen ihm frische Kleidung an und geben einem getauften Sikh die 5 K’s mit. Innerhalb von 10 Tagen nach der Einäscherung liest der Granthi im Haus des Verstorbenen den Guru Granth Sahib vollständig; die Trauernden hören zu.

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