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Relative Einzelkostenrechnung
Die relative Einzelkostenrechnung nach Riebel versteht als Ursache von Kosten betriebliche Entscheidungen, die nach dem so genannten Identitätsprinzip diesen …
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Grundidee und Bedeutung
Die relative Einzelkostenrechnung nach Paul Riebel ist ein Kostenrechnungssystem, das die Schlüsselung sämtlicher Kosten kritisiert. Eine Schlüsselung verteilt Kosten mithilfe bestimmter Verteilungsschlüssel auf Bezugsobjekte. Riebel hält das Verursachungsprinzip unabhängig von seiner konkreten Anwendung für zu ungenau und deshalb für nicht ausreichend entscheidungsorientiert.
Stattdessen gelten betriebliche Entscheidungen als Ursache von Kosten. Nach dem Identitätsprinzip dürfen nur solche Kosten und Leistungen beziehungsweise daraus entstehenden Erlöse einander gegenübergestellt werden, die sich auf dieselbe Entscheidung beziehen oder durch dieselbe Entscheidung verursacht wurden.
Relative Einzelkosten und Bezugsgrößen
Riebel definiert sämtliche Kosten als relative Einzelkosten. „Relativ“ bedeutet dabei, dass die Einordnung von der gewählten Bezugsgröße abhängt. Kosten und Erlöse werden an derjenigen Stelle erfasst und ausgewiesen, an der sie gerade noch eindeutig als Einzelkosten beziehungsweise Einzelerlöse dargestellt werden können.
Dazu bildet das System Bezugsgrößenhierarchien, also mehrere aufeinander aufbauende Ebenen der Zurechnung. Bezugsgrößen können sachbezogen oder zeitbezogen sein. Eine beispielhafte sachbezogene Hierarchie lautet:
• hergestelltes Produkt • Produktgruppe • Verkaufsgebiet • Unternehmensbereich • Unternehmen
Deckungsbeiträge
Die Rechnung beginnt bei den Erlösen. Von ihnen werden schrittweise die relativen Einzelkosten der aufeinanderfolgenden Bezugsebenen abgezogen. Auf jeder Stufe entsteht ein entsprechender Deckungsbeitrag. Dieser zeigt, welcher Betrag nach Abzug der auf dieser Ebene eindeutig zurechenbaren Kosten verbleibt.
Nicht berücksichtigte Positionen
Im Riebel’schen Jahresergebnis bleiben bestimmte Positionen unberücksichtigt. Dazu gehören unregelmäßig anfallende Perioden-Gemeinkosten. Gemeinkosten geschlossener Perioden lassen sich nur mehreren Abrechnungsperioden gemeinsam eindeutig zuordnen. Gemeinkosten offener Perioden betreffen Güter, deren Nutzung sich über mehrere Perioden erstreckt und deren Nutzungsdauer im Voraus, also ex ante, nicht bekannt ist.
Außerdem berücksichtigt die relative Einzelkostenrechnung ausschließlich ausgabewirksame Kosten, die mit tatsächlichen Ausgaben verbunden sind. Kalkulatorische Kosten werden nicht in die Rechnung aufgenommen. Die Angaben des Artikels sind insgesamt als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.