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Reichenbachtal

Geographie ... Die naturbelassene Berglandschaft mit ihren Gletschern und Schluchten ist heute ein touristischer Anziehungspunkt für den sanften Tourismus.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und Landschaft
  2. 2. Verkehr und Erschließung
  3. 3. Gletscherschlucht
  4. 4. Touristische Entwicklung
  5. 5. Gewinnung von Werkstein

Lage und Landschaft

Das Reichenbachtal ist ein Bergtal in der Berner Oberländer Gemeinde Schattenhalb. Es liegt oberhalb von Meiringen auf rund 1350 m ü. M. Seinen Namen trägt es nach dem Reichenbach, auch Rychenbach genannt. Dieser fliesst von der Grossen Scheidegg durch das Tal nach Meiringen und mündet dort in die Aare.

Etwa in der Mitte des Tals liegt Rosenlaui auf 1'328 m. Die vorletzte bewohnte Ortschaft des Tals gilt als die „kleinste Ortschaft der Schweiz“. Wegen ihrer Bedeutung wird das Reichenbachtal häufig auch Rosenlauital genannt. Das historische Hotel von Rosenlaui erinnert an die Anfänge des Tourismus in der Schweiz.

Oberhalb des Tals bietet sich ein Panorama auf den Rosenlauigletscher, das Wetterhorn und den Dossen. Alpine Routen führen zur Engelhornhütte und zur Dossenhütte. Ein Wanderweg verläuft durch eine urtümliche Naturlandschaft. Links davon erheben sich die Engelhörner mit 2'782 m, in Wanderrichtung liegt das 3'191 m hohe Wellhorn.

Verkehr und Erschließung

Westlich von Rosenlaui in Richtung Grindelwald liegt Schwarzwaldalp. Dort endet der Straßenabschnitt, der mit privaten Kraftfahrzeugen befahren werden darf. Die weitere Strecke ist als Bergpoststraße nur für Postautos und Fahrräder zugelassen.

Postautos verkehren von Meiringen über Schwarzwaldalp und die Grosse Scheidegg bis nach Grindelwald. In der Regel müssen Reisende in Schwarzwaldalp oder auf der Grossen Scheidegg umsteigen.

Gletscherschlucht

Die Gletscherschlucht Rosenlaui ist ein Naturdenkmal von nationaler Bedeutung. Durch die enge Schlucht fließt das Schmelzwasser des Rosenlauigletschers. Ihre Wände erreichen teilweise eine Höhe von 70 bis 80 Metern.

Ein rund 500 Meter langer Weg erschließt die Schlucht. Er führt über steile Stufen, die durch die Gischt nass sind. Der Eintritt kostet einige Franken.

Touristische Entwicklung

Das naturbelassene Reichenbachtal wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts zu einer Tourismusdestination. Dies geschah im Zusammenhang mit der Wiederentdeckung der Alpen in der Romantik. Maler wie Caspar Wolf, Joseph Anton Koch, Alexandre Calame und François Diday stellten die wildromantische Landschaft mit dem Rosenlauigletscher und dem Wetterhorn dar. Der Regierungsrat des Kantons Bern errichtete den Alpenmalern in Rosenlaui ein Denkmal.

Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das Heilbad Rosenlaui. Bis 1914 wurde es zu einem großen Hotelkomplex in Chalet-Bauweise ausgebaut. Heute ziehen die weitgehend naturbelassene Berglandschaft, die Gletscher und die Schluchten vor allem Besucher des sanften Tourismus an.

Ab 1860 wurde das Tal außerdem zu einem Ziel für Pioniere der Gebirgsfotografie, darunter Adolphe Braun und Vittorio Sella. Einheimische Bergführer unterstützten sie auf anstrengenden Bergtouren, indem sie hölzerne Kamerakästen und schwere Bildplatten zu den Aufnahmeorten trugen. Als Geschenk erhielten die Helfer Fotoalben mit historischen Bildern der Bergtouren.

Gewinnung von Werkstein

Bei Rosenlaui wurden gelegentlich herabgestürzte Gesteinsblöcke als Werkstein aufgenommen und anschließend in Bern verarbeitet. Werkstein ist natürliches Gestein, das für Bau- oder Gestaltungszwecke bearbeitet wird.

Bei den Blöcken handelte es sich um Kalksteine und Kalkbrekzien. Eine Brekzie ist ein Gestein aus kantigen Bruchstücken, die durch eine Grundmasse miteinander verbunden sind. Im 18. Jahrhundert wurden diese Gesteine gelegentlich für Möbelplatten verwendet, unter anderem für Funk-Kommoden.

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