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Prompt

Bei generativen KI-Modellen bezeichnet der Prompt die Anweisung, also die Aufgabe, die dem Modell gestellt wird. Im Deutschen findet sich teils auch die …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Prompts in interaktiven Umgebungen
  3. 3. Funktion von Bereitschaftszeichen
  4. 4. MS-DOS und Windows
  5. 5. Unix-Shells
  6. 6. Großrechner, Python und generative KI

Begriff und Bedeutung

Ein Prompt ist in der Informationstechnik eine Aufforderung an den Benutzer, eine Eingabe (input) zu tätigen. Meist wird diese Bereitschaft durch ein oder mehrere Zeichen angezeigt, die als Bereitschaftszeichen oder Promptzeichen bezeichnet werden. Bei generativen KI-Modellen ist ein Prompt dagegen die Anweisung oder Aufgabe, die dem Modell gestellt wird.

„Eingabeaufforderung“ wird im Deutschen teilweise als Synonym für Prompt verwendet. Der Ausdruck kann jedoch auch die Kommandozeileninterpreter COMMAND.COM beziehungsweise cmd.exe unter Windows bezeichnen.

Prompts in interaktiven Umgebungen

Betriebssystem-Shells und Interpreter im interaktiven Modus verwenden häufig unterschiedliche Kennzeichnungen für verschiedene Programme oder Modi. Auf textbasierten Systemen steht ein Prompt als Zeichen oder Zeichenkette vor der Eingabestelle. Er signalisiert, dass das System bereit ist, einen Befehl entgegenzunehmen. Prompts können oft abgeschaltet, verändert und individuell angepasst werden.

Nicht jede interaktive Umgebung nutzt ein Bereitschaftszeichen. In Altair BASIC und abgeleiteten BASIC-Varianten wie Microsoft BASIC, Commodore BASIC, Cassette BASIC und GW-BASIC schreibt der Interpreter stattdessen „Ok“ oder „Ready“. Der darunter stehende Cursor zeigt die Eingabebereitschaft an.

Funktion von Bereitschaftszeichen

Bei frühen Großrechnern wurden bis in die 1970er Jahre häufig Fernschreiber eingesetzt. Vorangestellte Zeichen machten erkennbar, welche Textteile Benutzereingaben und welche Programmausgaben waren. Unterschiedliche Präfixe konnten außerdem Betriebssystemmeldungen von Programmausgaben unterscheiden. Dieses Prinzip wurde auf Terminals und Terminalemulationen sowie auf Mikrocomputern wie dem Apple IIe übernommen.

Ein „command prompt“ zeigt an, dass der Computer eine Eingabe erwartet. Das Promptzeichen kann zusätzliche Informationen enthalten, etwa den aktuellen Pfad. Hinter dem Prompt befindet sich oft ein blinkender Cursor, der die Stelle der Tastatureingabe markiert. In grafischen Terminalfenstern blinkt er meist nur bei vorhandenem Fokus; alternativ werden Blockcursor und Farben verwendet.

MS-DOS und Windows

Unter Windows kann die DOS-Kommandozeile in einem Fenster innerhalb der grafischen Oberfläche genutzt werden. Unter Windows 3.x bis Windows 9x wurde dafür COMMAND.COM gestartet; seit Windows NT wird cmd.exe verwendet. Eine neuere textbasierte Microsoft-Shell ist die PowerShell, deren Kommandosyntax sich von DOS unterscheidet. Ihr Standard-Prompt beginnt zur Unterscheidung mit „PS“. Auch unter OS/2 gibt es eine DOS-Box.

Mit dem DOS-Befehl PROMPT lässt sich die Anzeige einstellen. Der Befehl

PROMPT $P$G

ausgegeben ergibt den aktuellen Pfad ($P), gefolgt vom Größer-als-Zeichen ($G). Ein typischer Prompt ist daher „C:\>“. In frühen DOS-Versionen wurde der Pfad weggelassen; PROMPT $G erzeugt dort stets „>“.

Unix-Shells

Bei den meisten Unix-Shells wird der Prompt String über die Umgebungsvariablen PS1 für den primären und PS2 für den sekundären Prompt festgelegt. In der Bash ist beispielsweise folgende Einstellung möglich:

export PS1='\h@\w \d \t>'

Dabei steht \h für den Rechnernamen bis zum ersten Punkt, \w für das aktuelle Arbeitsverzeichnis, \d für das Datum und \t für die Uhrzeit. Zusammen mit dem Größer-als-Zeichen kann daraus etwa „hostname@/home/username Do Apr 14 06:15:59>“ entstehen.

Die Voreinstellung unixoider Systeme unterscheidet meist primäre und sekundäre Shell sowie Benutzer- und root-Shell. In der Bash kennzeichnet „$“ einen regulären Benutzer mit eingeschränkten Rechten und „#“ den Benutzer root.

Großrechner, Python und generative KI

Auf Time-Sharing-Großrechnern wie dem IBM System/360 konnten Programme im Batch-Modus ohne weitere Interaktion oder im Terminal-Modus interaktiv genutzt werden. Im Michigan Terminal System (MTS), das von 1967 bis 1999 an verschiedenen Universitäten eingesetzt wurde, zeigten unterschiedliche Präfixzeichen den aktuellen Modus oder das aktive Programm an. Beispiele sind „#“ für den MTS command mode, „?“ als allgemeines Eingabepräfix, „:“ für den MTS-Dateieditor, „>“ für $LIST und $COPY, „+“ für das Symbolic Debugging System, „.“ für den system loader, „-“ für $SYSTEMSTATUS und „@“ für das MTS message system. Ein leeres Zeichen stand für Benutzerprogramme. Mit SET PFX=OFF konnte der Prompt ausgeschaltet werden. Beim Aufruf von $CALC wurden beispielsweise bis zum Kommando STOP nur arithmetische Eingaben verarbeitet.

In Pythons interaktivem Modus, der auch Pythonshell genannt wird, zeigt „>>>“ an, dass der Interpreter Eingaben erwartet. Programmausgaben tragen diese Promptzeichen nicht. Nach der Eingabe von help() wechselt der Prompt zu „help>“ und kennzeichnet den Hilfemodus. Als Beispiel berechnet die Listenschreibweise [2 ** n for n in zahlen] für zahlen = [1, 2, 3, 4, 5] die Liste [2, 4, 8, 16, 32].

Bei generativer KI bezeichnet der Prompt eine meist natürlichsprachige Frage, Anweisung oder Aussage zur Erzeugung von Texten oder Bildern. Die Reaktion des Modells ist das Ergebnis auf diesen Prompt. Prompting beziehungsweise „Prompten“ ist der Prozess der Erstellung solcher Anweisungen. Prompt-Engineering bezeichnet die Technik, möglichst gute Prompts zu entwerfen, um KI-Modelle in eine bestimmte Richtung zu lenken und das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

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