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Peter J. Denning

Peter James Denning (* 6. Januar 1942 in New York City) ist ein US-amerikanischer Informatiker. Er war Hochschullehrer an mehreren Universitäten.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Forschungsschwerpunkte
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Fachgesellschaften und Auszeichnungen
  4. 4. Wichtige Veröffentlichungen

Bedeutung und Forschungsschwerpunkte

Peter James Denning (* 6. Januar 1942 in New York City) ist ein US-amerikanischer Informatiker und Hochschullehrer. Besonders bekannt ist er für Arbeiten über Betriebssysteme und die Verwaltung des Arbeitsspeichers von Programmen.

In seiner Dissertation führte er 1968 das Working Set ein. Damit wird der Arbeitsspeicherbedarf eines Programms pro Zeiteinheit beschrieben. Dieses Modell hilft, Seitenflattern (Thrashing) zu untersuchen: Dabei verbringt ein Computersystem übermäßig viel Zeit damit, Speicherseiten zwischen Arbeitsspeicher und Hintergrundspeicher auszutauschen, statt Programme auszuführen. Sein Aufsatz „Virtual Memory“ von 1970 trug außerdem dazu bei, die Eigenschaften der damals noch umstrittenen virtuellen Speicherverwaltung zu klären.

Weitere Arbeitsgebiete Dennings sind fehlertolerante Betriebssysteme, Compiler-Algorithmen und die Warteschlangentheorie. Gemeinsam mit Jeff P. Buzen behandelte er die Operationsanalyse von Warteschlangennetzen. Später beschäftigte er sich verstärkt mit allgemeinen Prinzipien der Informatik, der Ausbildung von Ingenieuren sowie mit Innovation und der Einbindung von Technik in den Alltag.

Ausbildung und beruflicher Weg

Denning entwarf bereits als Schüler Computer und stellte sie von 1958 bis 1960 auf Science Fairs vor. Einer dieser Computer, der aus Teilen von Flipperautomaten gebaut war und lineare Gleichungen lösen konnte, gewann den Hauptpreis.

Er studierte Elektrotechnik am Manhattan College und erwarb 1964 den Bachelorabschluss. 1968 wurde er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) bei Jack Bonnell Dennis promoviert. Seine Dissertation trug den Titel „Resource allocation in multiprocess computer systems“. Am MIT arbeitete er am MAC-Projekt („Multiple Access Computers“) von Fernando José Corbató und an der Entwicklung des Betriebssystems Multics mit.

Als Postdoktorand an der Princeton University forschte er mit Alfred Aho und Jeffrey Ullman an Compiler-Algorithmen. Mit Edward G. Coffman arbeitete er an einem Buch über Betriebssysteme. Ab 1972 war Denning Professor an der Purdue University. 1983 wechselte er an das NASA Ames Center und gründete dort das Research Institute for Advanced Computer Science (RIACS).

Von 1991 bis 2002 leitete er die Informatik-Fakultät der George Mason University. Dort war er außerdem Associate Dean und Vice Provost. Er gründete das Center for the New Engineer, an dem Online-Kurse entwickelt wurden. Seit 2002 leitete er die Informatik-Fakultät der Naval Postgraduate School in Monterey; dort ist er Direktor des Cebrowski Institute for Information Innovation. 1981 gehörte er zu den Gründern von CSNET.

Fachgesellschaften und Auszeichnungen

Denning ist Fellow der Association for Computing Machinery (ACM). Er war Präsident dieser Fachgesellschaft und Herausgeber ihrer Zeitschriften „Communications of the ACM“ und „ACM Computing Surveys“. Außerdem ist er Herausgeber des ACM-Onlinemagazins „Ubiquity“.

Von 1992 bis 1997 leitete er das ACM Digital Library Project. 1984 wurde er zum Fellow der American Association for the Advancement of Science gewählt. Für 2021 wurde ihm der Computer Pioneer Award zugesprochen. 2023 wurde er auswärtiges Mitglied der Academia Europaea.

1974 heiratete Denning die Informatikerin und Professorin Dorothy E. Denning (* 1945), die als Expertin für Computersicherheit bekannt ist.

Wichtige Veröffentlichungen

Zu Dennings grundlegenden Aufsätzen über Speicherverwaltung gehören „The working set model for program behavior“ (1968), „Thrashing“ (1968), „Virtual Memory“ (1970) und der rückblickende Beitrag „Working Sets Past and Present“ (1980). Weitere Arbeiten behandeln fehlertolerante Betriebssysteme, die Operationsanalyse von Warteschlangennetzen und das Lokalitätsprinzip. Das Lokalitätsprinzip steht in engem Zusammenhang mit der Beobachtung, dass Programme innerhalb bestimmter Zeiträume nur einen begrenzten Teil ihrer Daten und Befehle intensiv nutzen.

Seine späteren Aufsätze befassen sich unter anderem mit der Informatik als Naturwissenschaft, der Ausbildung eines neuen Typs von Ingenieur, dem Berufsbild der Informationstechnik und der Koordination in pluralistischen Netzwerken.

Zu seinen Büchern zählen das mit Ed Coffman verfasste Lehrbuch „Operating Systems Theory“ (1973), „Machines, Languages, and Computation“ mit Jack Dennis und Joe Qualitz (1978) sowie der mit Bob Metcalfe herausgegebene Band „Beyond Calculation: The Next 50 Years of Computing“ (1997). Gemeinsam mit Dorothy E. Denning schrieb er „Internet Besieged, Countering Cyberspace Scofflaws“ (1997). Weitere Bücher sind „The Invisible Future: The Seamless Integration of Technology in Everyday Life“ (2001), „The Innovator’s Way. Essential Practices for Successful Innovation“ (2010) und das mit Craig Martell verfasste „Great principles of computing“ (2015).

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