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Penis der Vögel
Der Penis der Vögel ist eine Analogie zum Penis der Säugetiere und wie bei diesen das männliche Begattungsorgan. Der Vogelpenis unterscheidet sich im Aufbau …
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Grundformen und Erektion
Der Penis der Vögel ist das männliche Begattungsorgan und damit eine Analogie zum Penis der Säugetiere. Aufbau und Mechanismus der Erektion unterscheiden sich jedoch deutlich. Vögel besitzen zwei Grundformen:
- Der Penis protrudens ist ein ausstülpbarer Penis. Er liegt als echtes Begattungsorgan in der Kloake und wird bei der Erektion nach außen gestülpt. Diese Form kommt beispielsweise bei Entenvögeln, Laufvögeln und Steißhühnern vor. Der größte gemessene Penis gehörte einem Erpel der Bindenruderente; im ausgerollten Zustand war er 42,5 cm lang.
- Der Penis non-protrudens ist nicht ausstülpbar und bei der Mehrzahl der Vögel verbreitet. Er besteht nur aus kleinen erigierbaren Höckerchen und Falten in der Kloake. Bei der Erektion bilden diese eine Rinne für die Samenflüssigkeit. Die Kloake wird dabei etwas ausgestülpt und an die Kloake des Weibchens gepresst.
Bei beiden Penistypen entsteht die Erektion nicht durch Blutfüllung, sondern durch Lymphe. Diese wird vom Lymphobulbus phalli produziert, einer gefäßreichen Bildung in der Wand der Kloake.
Besonderheiten bei Entenvögeln
Eine im Mai 2007 von einer US-amerikanisch/britischen Forschergruppe veröffentlichte Untersuchung gilt als gut dokumentiertes Beispiel sexueller Selektion. Die Genitalien von 16 Arten aus der Familie der Entenvögel wurden vergleichend untersucht. Viele männliche Entenvögel besitzen ein dem Säugetierpenis analoges äußeres Geschlechtsorgan, während die Männchen der meisten anderen Vogelarten keine äußeren Geschlechtsorgane haben. Bei der Bindenruderente kann dieses Organ beispielsweise 20 bis 40 cm lang sein.
Die Forscher untersuchten sowohl die äußeren Geschlechtsorgane der Männchen als auch die inneren Geschlechtsorgane der Weibchen. Dabei zeigte sich, dass die weiblichen Genitalien das Eindringen des Penis ohne Kooperation des Weibchens erschweren können. Männliche Stockenten haben beispielsweise einen relativ langen, spiralig gewundenen Penis. Die Vagina der weiblichen Stockente ist ebenfalls spiralig gewunden, aber genau gegenläufig.
Bei der Maskenruderente (Oxyura dominica), einer der kleinsten Enten, kommen sowohl die längste Vagina als auch einer der längsten Penisse vor. Weibchen anderer Arten besitzen neben dem Vaginalgang bis zu acht blind endende „Sackgassen“. In diesen beutelartigen Strukturen können abgesonderte Spermien keine Eizellen befruchten.
Solche Spezialanpassungen wurden nach den Angaben der Forscher nur bei Arten gefunden, bei denen erzwungene Begattungen durch fremde Männchen beobachtet werden können. Bei anderen Arten mit Penis hatten die Weibchen einfacher gebaute Genitalien. Die Forscher folgerten, dass diese anatomischen Merkmale auf intersexueller Selektion beruhen und sich parallel zur Ausprägung des männlichen Balzverhaltens entwickelt haben.
Erkrankungen und Behandlung
Infektionen, unter anderem mit Kryptosporidien und Mykoplasmen, sowie Hypersexualität können einen Vorfall (Prolaps) des Penis verursachen. Bei einem infektiös bedingten Vorfall kann versucht werden, den Penis mithilfe abschwellender und antibiotischer Salben wieder zu repositionieren. Ist der Penis bereits nekrotisch oder liegt eine ausgeprägte Hypersexualität vor, wird eine Amputation empfohlen.