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Party (1984)
Party (Hindi पार्टी pārṭī) ist ein indischer Spielfilm von Govind Nihalani aus dem Jahr 1984. Film. Titel, Party पार्टी. Produktionsland, Indien.
Inhalt5 Abschnitte
Film und Grundthema
„Party“ ist ein 113-minütiger indischer Spielfilm aus dem Jahr 1984. Regie und Kamera übernahm Govind Nihalani, das Drehbuch schrieb Mahesh Elkunchwar. Der von der National Film Development Corporation produzierte Film ist in Hindi und Englisch gedreht.
Im Mittelpunkt steht eine Feier der literarischen und kulturellen Oberschicht. Die Gespräche und Konflikte der Gäste legen ihre persönlichen Beziehungen, gesellschaftlichen Rollen und moralischen Widersprüche offen. Eine zentrale Frage ist das Verhältnis zwischen künstlerischen Worten und verantwortlichem Handeln.
Die Feier und ihre Gäste
Die wohlhabende Witwe Damayanti Rane veranstaltet in ihrer großen Villa eine Party für den Schriftsteller Diwankar Barve, der einen angesehenen Literaturpreis erhalten hat. Damayanti lebt mit ihren beiden erwachsenen Kindern zusammen und versteht sich als Förderin der Künste. Unter den Gästen befinden sich zahlreiche Angehörige der literarischen, journalistischen und kulturellen Elite.
Diwankar erscheint mit seiner Lebensgefährtin Mohini, einer ehemaligen Schauspielerin, die alkoholkrank ist. Beide kommen nur widerwillig. Damayantis Tochter Sona ist eine junge unverheiratete Mutter; der Vater ihres Babys ist Sahni. Sie liebt den Schriftsteller Amrit und erhält zu Beginn der Feier einen romantischen Brief von ihm. Während der Party kümmert sie sich um die betrunkene Mohini und wehrt die Annäherungsversuche des Theaterautors Agashe ab. Damayanti betrachtet den gesellschaftlich umstrittenen, aber erfolgreichen Agashe als möglichen Ehemann für ihre Tochter.
Damayantis Sohn Rahul veranstaltet währenddessen mit seinen Freunden in einem anderen Raum eine eigene Feier mit amerikanischer Popmusik. Ein Psychologe, der seit 25 Jahren mit Damayanti befreundet ist, hilft ihr bei der Organisation, hält sich aber möglichst aus den Gesprächen heraus.
Zur Runde gehören außerdem die scharfzüngige junge Journalistin Vrinda, der aufstrebende Autor Bharat, der bekannte Theaterschauspieler Ravindra und die Verlegerin Ruth Abraham. Ruth bringt ihren Angestellten Subhash mit und bittet ihn vergeblich, die verheiratete Malvika nicht zu verführen. Malvika zieht sich mit Subhash zu Rahuls Parallelparty zurück. Ihr Ehemann Narendra schläft bei Feiern gewöhnlich ein und bemerkt deshalb nichts.
Amrit und das Ende der Party
Die Gäste begegnen einander in wechselnden Gruppen. Aus ihren Unterhaltungen entsteht ein psychologisches Drama, das persönliche Abhängigkeiten, Liebesbeziehungen, Standesdenken und moralische Spannungen sichtbar macht. Immer wieder sprechen sie über Amrit, einen talentierten Autor, der seine aussichtsreiche literarische Karriere aufgegeben hat. Er lebt und arbeitet stattdessen unter Adivasis und unterstützt sie in ihrem Kampf gegen Unterdrückung.
Amrit versucht, eine Brücke zwischen Worten und Taten zu schlagen. Diese Haltung wird von den Gästen allgemein geachtet, obwohl sie selbst überwiegend in der abgeschlossenen Welt der kulturellen Elite verbleiben. Sein Freund Avinash, der erst spät eintrifft und zeitweise mit ihm unter den Adivasis gelebt hat, berichtet von Amrits Tätigkeit. Avinash vertritt die Auffassung, Kunst müsse politisch sein.
Am Ende der Feier erfährt Avinash, dass Amrit ermordet wurde. Für Sona, die ihn liebt und heimlich eine gemeinsame Zukunft erhofft hatte, bricht damit ihre Hoffnung zusammen. Der Film endet mit einer nächtlichen Vision Diwankars und Bharats: Ihnen erscheint der schwer verwundete und sterbende Amrit.
Vorlage und filmische Fragestellung
Der Film beruht auf Mahesh Elkunchwars Marathi-Theaterstück „Party“ aus dem Jahr 1976. Nach Regisseur Govind Nihalani setzen Bühnenstück und Film unterschiedliche Schwerpunkte: Das Theaterstück behandelt die Gegenüberstellung von Kunst und Leben. Der Film fragt dagegen, ob ein Mensch als Künstler einerseits und als Privatperson andererseits zwei gegensätzliche Moralvorstellungen in sich tragen kann.
Kritik und Auszeichnungen
Die „Encyclopaedia of Indian Cinema“ beurteilt die Darstellung der Bombayer Intellektuellen kritisch. Schon dem ursprünglichen Marathi-Stück sei Oberflächlichkeit vorgeworfen worden; der Film verbessere dies nicht wesentlich.
Bei den 32. National Film Awards 1985 erhielt Rohini Hattangadi die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Mohini. Beim Asia-Pacific Film Festival 1985 wurde Vijaya Mehta, die Damayanti spielt, als beste Schauspielerin ausgezeichnet.