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Othello (1965)

Othello ist ein Film aus dem Jahre 1965. Er basiert auf einer Inszenierung der National Theatre Company (1964–1966) von Shakespeares Othello von John Dexter …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Gestaltung und filmischer Hintergrund
  3. 3. Rezeption und Darstellung
  4. 4. Auszeichnungen

Überblick

Othello ist ein britischer, englischsprachiger Shakespeare-Film aus dem Jahr 1965. Er dauert 165 Minuten, ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben (FSK 12) und entstand unter der Regie von Stuart Burge. Grundlage war eine Inszenierung der National Theatre Company aus den Jahren 1964 bis 1966 von John Dexter. Der Film überträgt Shakespeares Othello weitgehend von der Bühne auf die Leinwand und bewahrt die Reihenfolge der Szenen größtenteils bei.

Die Hauptrollen spielen Laurence Olivier als Othello, Maggie Smith als Desdemona, Joyce Redman als Emilia und Frank Finlay als Jago. Derek Jacobi und Michael Gambon gaben mit diesem Film ihr Debüt. Produziert wurde der Film von Anthony Havelock-Allan und John Brabourne; die Musik stammt von Richard Hampton, die Kamera führte Geoffrey Unsworth, den Schnitt übernahm Richard Marden.

Die Erstaufführung als 35-mm-Film in den USA fand am 15. Dezember 1965 statt. Die Royal Premiere in London folgte am 2. Mai 1966; am Tag danach kam der Film in alle britischen Kinos.

Gestaltung und filmischer Hintergrund

Die Verfilmung hält sich größtenteils an Shakespeares Originalstück und übernimmt auch dessen Szenenfolge. Eine größere Abweichung gibt es bei der Narrensszene. Außerdem wurden einige Nebenhandlungen weggelassen.

Für die Produktion wurden vergrößerte Bühnenbilder der ursprünglichen Theaterinszenierung verwendet. Aufwändige Kulissen und Dreharbeiten an Originalschauplätzen waren nicht finanzierbar, weil die Geldgeber, die zuvor Shakespeareverfilmungen mit Laurence Olivier unterstützt hatten, 1965 verstorben waren. Olivier hatte bereits 1955 erfolglos versucht, eine Filmversion von Macbeth zu drehen.

Die National Theatre Company hatte zuvor Tschechows Uncle Vanya (1963) verfilmt und produzierte später Strindbergs The Dance of Death (1969). Othello war die erste englischsprachige Verfilmung des Stoffes in Farbe; bereits 1955 war ein russischer Farbfilm entstanden. Zugleich war der Film nach Orson Welles’ Fassung von 1952 die zweite große Verfilmung.

Von Oliviers Shakespearefilmen enthält Othello die wenigste Musik. In einer Szene singen Jago und andere Soldaten ein Trinklied; in einer weiteren sind Musiker zu sehen, die auf exotischen Instrumenten spielen.

Rezeption und Darstellung

Laurence Olivier spielte Othello mit Blackface. Zusätzlich verwendete er einen exotischen Akzent und eine tiefe Stimme und entwickelte für die Rolle einen besonderen Gang. Diese Darstellung wurde unterschiedlich bewertet. Die Kolumnistin Inez Robb verglich sie abfällig mit Al Jolson in The Jazz Singer. Die Filmkritikerin Pauline Kael äußerte dagegen eine ihrer glühendsten Kritiken über die Produktion und Oliviers Darstellung. Sie kritisierte zugleich, dass die großen Studios Olivier so wenig Geld zur Verfügung gestellt hätten, dass das Publikum mit einer gefilmten Bühnenproduktion vorliebnehmen müsse. John Simon war mit der Interpretation des Films nicht einverstanden.

Othello war bis dahin der einzige Shakespearefilm, in dem alle Hauptrollen für einen Oscar nominiert wurden. Frank Finlay, der Jago spielte, war als Bester Nebendarsteller nominiert und hatte im Film 1117 Sprechzeilen. Olivier hatte als Othello 856 Sprechzeilen, war jedoch drei Minuten länger zu sehen als Finlay.

Auszeichnungen

Bei den Oscars 1966 erhielt der Film Nominierungen für Laurence Olivier als Bester Hauptdarsteller, Frank Finlay als Bester Nebendarsteller sowie Joyce Redman und Maggie Smith als Beste Nebendarstellerinnen.

Für den Golden Globe Award 1966 wurde Othello als Bester Ausländischer Film für das Vereinigte Königreich nominiert. Weitere Nominierungen gingen an Maggie Smith als Beste Schauspielerin in einem Drama, Joyce Redman als Beste Nebendarstellerin und Frank Finlay als Bester Nebendarsteller.

Beim British Academy Film Award 1967 wurde Frank Finlay als Bester Nachwuchsschauspieler nominiert.

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