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Operational Excellence
Zielsetzung ist, die Unternehmen erfolgreich im Wettbewerb zu machen. Im Mittelpunkt steht dabei die ständige Optimierung der Kernprozesse. Robuste und optimale …
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Grundidee und Wirkung
Operational Excellence (OPEX, deutsch: operative Exzellenz) bezeichnet die konsequente Umsetzung der Unternehmensstrategie. Gemeint ist die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Kernprozesse in der Wertschöpfungskette – also die Prozesse zur Herstellung und Bereitstellung von Produkten oder Dienstleistungen – fortlaufend auf Effektivität und Effizienz zu verbessern.
Die Prozesse werden ausgehend von der Unternehmensstrategie sowie unter technologischen, organisatorischen und kulturellen Bedingungen gestaltet. OPEX verbindet Verbesserungsmethoden mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). Im Mittelpunkt stehen Qualitätsverbesserung, Kundenfokus, Prozessmanagement, Geschwindigkeit sowie Lern- und Wandlungsfähigkeit. Robuste und optimale Prozesse sollen Produktivität steigern, Kosten senken und Qualität verbessern, damit ein Unternehmen im Wettbewerb erfolgreich ist.
Ziele
OPEX soll die Gesamtperformance eines Unternehmens steigern und dadurch einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil schaffen. Dazu gehören effizientere Ressourcennutzung und schlankere, schnellere sowie kostengünstigere Abläufe.
Weitere Ziele sind höhere Qualität durch strenge Standards und kontinuierliche Verbesserung, eine stärkere Orientierung an Kundenbedürfnissen sowie mehr Kundenzufriedenheit und Kundenbindung. Die Verringerung von Verschwendung soll Gewinnmarge und Rentabilität verbessern.
Außerdem soll OPEX Unternehmen flexibler und anpassungsfähiger gegenüber Markt- und Umweltveränderungen machen. Ein kollaboratives, unterstützendes Arbeitsumfeld soll Mitarbeiterzufriedenheit und Engagement fördern und damit die Produktivität beeinflussen. Robuste Prozesse und Strukturen sollen die Resilienz gegenüber Störungen und Krisen erhöhen. Insgesamt steht eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung für langfristige Leistungssteigerung und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund.
Methoden und Werkzeuge
OPEX nutzt Methoden und Werkzeuge, um Verschwendung zu reduzieren, Effizienz zu erhöhen und Qualität zu verbessern. Lean Management ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz zur Verschwendungsvermeidung. Es beruht auf Wertschöpfung, dem Erkennen und Beseitigen von Verschwendung sowie kontinuierlicher Verbesserung. Genannt werden SMED, TPM, Shopfloor Management, Kanban, Gemba Walks, Wertstromanalyse und Value Stream Mapping.
KVP bedeutet kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Seine Core Tools dienen dazu, Prozesse und Abläufe systematisch effektiver und effizienter zu machen. Für die Problemlösung werden KVP-FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), Ishikawa- beziehungsweise Fischgrätendiagramm, A3-Problemlösung und 5xWarum eingesetzt. Zum Prozessmapping und zur Prozessoptimierung gehören RACI-Matrix, Prozessflussdiagramm, SIPOC, Turtle und Wertstromanalyse. Entscheidungstechniken sind Pareto-Analyse, SMART, 10-10-10-Regel und Pro-Contra-Liste.
Leitprinzipien und Kennzahlen
Das Shingo Institute, das den Shingo Prize vergibt, benennt zehn Leitprinzipien einer nachhaltigen Organisational Excellence: jedes Individuum respektieren, mit Demut führen, Perfektion suchen, Qualität an der Quelle sicherstellen, Verschwendung vermeiden und Bedürfnisse erkennen, wissenschaftliche Ansätze begrüßen, auf den Prozess fokussieren, systemisch denken, Beständigkeit des Zweckes erschaffen und Mehrwert für den Kunden schaffen.
Die OKAPI Method arbeitet mit SMART KPIs (Key-Performance-Indicators, Leistungskennzahlen). Ein KPI soll spezifisch sein und die Richtung des Ziels vorgeben, messbar sein und eine Aufgabe statt Verhalten messen, umsetzbar beziehungsweise fordernd, aber erreichbar sein, relevant für ein Ziel sein und den Organisationserfolg wesentlich beeinflussen sowie rechtzeitig mit einem festgelegten Zeitplan zur Vollendung verbunden sein.
Anwendung und Ergebnisse in Deutschland
Das Interesse an OPEX ist vor allem bei größeren Unternehmen hoch. Einer Studie zufolge wenden 72,6 % der Befragten die Methode bereits an. Ein Viertel hat noch keine Erfahrung mit OPEX; 60 % der befragten Unternehmen haben zwischen 1 und 2 Jahren Erfahrung. Als Einführungsgründe nennen 63 % Wettbewerbsvorteile, 59 % Zeiteinsparung, 28 % Qualitätssteigerung, 24 % Kostenreduzierung und 22 % Effizienzsteigerung.
Bei Kostensenkung und Produktivitätssteigerung wurden Ziele laut zwei Dritteln der Unternehmen bei Prozesseffizienz (64,15 %), Mitarbeitermotivation (62,3 %), Leistungsfähigkeit (58,5 %) und Personalrekrutierung (47,2 %) erreicht; bei Umweltzufriedenheit waren es 22,6 %. Für Qualitätssteigerung und Zeitreduzierung wurden Ziele bei Kundenzufriedenheit (67 %), Prozesszeit (66 %), Produktqualität (62 %), Prozessqualität (61 %), Lieferzeit (60 %) und Durchlaufzeit (57 %) erreicht. 77 % der Unternehmen sehen OPEX künftig als Methode zur Effizienzsteigerung. Kleine Unternehmen sind mit dem Konzept nicht vertraut; die Anwendung findet ausschließlich in großen Unternehmen statt.