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Neophyt (Religion)

Im Mittelalter wurden auch manche als Neophyt oder Neophitus bezeichnet, die nicht ganz freiwillig zur Taufe kamen. So wurden jüdische Kinder und Jugendliche im …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Weitere Verwendungen und rechtlicher Status
  3. 3. Neophyten in esoterischen Gemeinschaften

Begriff und Bedeutung

Ein Neophyt ist eine Person, die vor kurzem einen neuen Glauben angenommen hat. Im Christentum bezeichnet der Begriff besonders einen erwachsenen, kürzlich Getauften. Nach dem Katechumenat und der Taufe soll der Neophyt durch angemessene Unterweisung zu einer vollständigeren Kenntnis der Wahrheit des Evangeliums geführt werden. Außerdem soll er lernen, die mit der Taufe übernommenen Pflichten zu erfüllen, und zu aufrichtiger Liebe zu Christus und seiner Kirche angeleitet werden.

Traditionsgemäß trägt der christliche Neophyt von Beginn der Osternacht bis zum 1. Sonntag nach Ostern weiße Kleider. Die weiße Kleidung kennzeichnet dabei den besonderen Status des frisch Getauften.

Weitere Verwendungen und rechtlicher Status

Als Neophyten wurden auch neu in einen Mönchsorden aufgenommene Personen, Neugetaufte bei den Spanischen Missionen und neue Mitglieder bestimmter Geheimbünde bezeichnet.

Bis zum 15. Jahrhundert durften Neophyten keine Kirchenämter bekleiden. Diese Einschränkung wurde zunächst in Spanien und später von der ganzen Kirche aufgehoben. Ein Neugetaufter, der sich nach dem Urteil des Ordinarius nicht ausreichend bewährt hat, ist mit einem einfachen Weihehinderniss behaftet.

Im Mittelalter wurden teilweise auch Menschen als Neophyten oder Neophitus bezeichnet, die nicht völlig freiwillig zur Taufe kamen. Im Zuge der Wiener Geserah von 1420/21 wurden beispielsweise jüdische Kinder und Jugendliche getauft. Beim Theologen Leubmann von Melk ist dies unter anderem durch eine Anmerkung bei seiner Zulassung zum Bakkalaureat belegt.

Neophyten in esoterischen Gemeinschaften

Bereits in den Mysterienkulten gab es esoterische Traditionen, die vom Christentum übernommen wurden. Neu aufgenommene Mitglieder esoterischer Geheimbünde hießen Neophyten. Nach dem Arkanprinzip waren sie zur Geheimhaltung verpflichtet und mussten über alles Gesehene, Gehörte und Erkannte schweigen.

Der Aufnahme in eine solche Gemeinschaft ging eine Zeit der Prüfung oder Selbstprüfung voraus. Während dieser Probezeit wurde der Neophyt von einem Meister oder Guru betreut. Dieser vermittelte ihm das Wissen der Gemeinschaft und ließ ihn deren Mysterium erleben.

Zur Probezeit konnten Fasten, Schlafentzug und Trance gehören; teilweise wurden dabei auch Drogen herangezogen. Die Probezeit endete mit einer Initiation oder Einweihung. Danach wurde der Neophyt als „Erwachter“ oder „Neugeborener“ in die Gemeinschaft aufgenommen.

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