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Negationspartikel im Französischen
Die Negationspartikeln der französischen Sprache dienen dazu, eine Negation auszudrücken. Das ist durch mehrere Partikeln möglich, die zusammen mit dem Verb …
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Grundprinzip der französischen Negation
Die französische Negation wird mit Partikeln gebildet, die zusammen mit dem Verb stehen. In der Schriftsprache steht meist die universale Negationspartikel ne vor dem Verb und der Klitik-Gruppe, insbesondere den Objektpronomen. Die zweite Partikel folgt gewöhnlich dem konjugierten Verb.
Die wichtigste Konstruktion ist ne … pas für „nicht“: «Il ne travaille pas» bedeutet „Er arbeitet nicht“. Weitere häufige Kombinationen sind ne … plus („nicht mehr“), ne … pas non plus („auch nicht“), ne … point (buchsprachlich „nicht“ oder „nichts“), ne … guère („wenig, kaum“), ne … nulle part („nirgends“) und ne … pas encore („noch nicht“). Pas und plus können durch du tout verstärkt werden: «Elle n’est pas sortie du tout» und «Elle n'est pas du tout sortie» bedeuten „Sie ist gar nicht ausgegangen“ beziehungsweise „überhaupt nicht ausgegangen“.
Spezielle Negationspartikeln
Einige Partikeln drücken besonders bestimmte Personen, Dinge, Orte oder Mengen aus:
- ne … jamais bedeutet „niemals“ oder „noch nie“: «Je n’ai jamais vu cette maison» – „Ich habe dieses Haus noch nie gesehen“.
- ne … rien bedeutet „nichts“: «Je ne dirai rien» – „Ich werde nichts sagen“.
- ne … personne bedeutet „niemand“: «Elle ne voit personne» – „Sie sieht niemanden“.
- ne … aucun(e) bedeutet „keine(r)“: «Il n’avait aucune idée» – „Er hatte keine Ahnung“.
Rien, personne und aucun(e) können auch als Subjekt auftreten: «Personne ne lui écrit» heißt „Niemand schreibt ihm“, «Aucun de ses amis ne lui téléphone» heißt „Keiner seiner Freunde ruft ihm an“.
Ohne ne können diese Ausdrücke eine positive Bedeutung haben. Jamais bedeutet dann „jemals“, etwa in «Je doute de pouvoir jamais le convaincre» („Ich zweifle, ob ich ihn jemals überzeugen kann“). Rien kann „etwas“ bedeuten: «Il est incapable de rien dire» („Er ist nicht fähig, etwas zu sagen“). Personne und aucun(e) können dann für „jemand“ stehen.
Ne … que drückt eine Einschränkung aus und bedeutet „nur“; mit Zeitangaben kann es auch „erst“ heißen: «Je n’ai qu'une clé» – „Ich habe nur einen Schlüssel“, «Il n’est que 6 heures» – „Es ist erst 6 Uhr“. Seulement kann ne … que ersetzen und auch ohne Verb stehen: «Je ne peux rester que deux heures» („Ich kann nur zwei Stunden bleiben“) und «Seulement trois heures» („Nur drei Stunden“). Für „weder … noch“ gibt es unter anderem ne … ni … ni, ni … ni … ne, ne … pas non plus und ne … pas … ni.
Negation bei Infinitiv, Substantiv und ohne Verb
Bei einem Infinitiv présent oder infinitif passé steht die Verneinung gewöhnlich geschlossen vor dem Infinitiv, wenn das Objekt kein Pronomen ist: «Pierre ne sait pas parler» („Pierre kann nicht sprechen“), «J’espère ne pas entendre de telles paroles» („Ich hoffe, keine solchen Worte zu hören“) und «J’espère ne pas avoir inquiété Jean» („Ich hoffe, Jean nicht beunruhigt zu haben“).
Ist das Objekt ein Pronomen, steht die geschlossene Negation vor dem Pronomen: «J’espère ne pas vous inquiéter» („Ich hoffe, Sie nicht zu beunruhigen“) und «J’espère ne pas vous avoir inquiété» („Ich hoffe, Sie nicht beunruhigt zu haben“). Bei den Hilfsverben être und avoir sind zwei Stellungen möglich: «Je crains de n’ avoir pas compris» oder «Je crains de ne pas avoir compris» („Ich befürchte, nicht verstanden zu haben“). Die erste Variante ist besonders in gehobener Sprache möglich.
Substantive ohne Artikel werden mit de an die Negation angeschlossen: «Je n’ai pas d’argent» („Ich habe kein Geld“). Bei «Il ne dit pas un mot» steht dagegen der unbestimmte Artikel: „Er sagt kein Wort“.
Ohne Verb steht pas allein und ohne ne, etwa «Un homme pas courageux» („Ein nicht sehr mutiger Mann“). Das gilt auch vor mien, tien und ähnlichen Formen sowie vor moi, toi und ähnlichen Pronomen: «Pas le mien» („Nicht meiner“), «Pas moi» oder «Moi pas» („Nicht ich“). Mit Interrogativpronomen steht pas nachgestellt: «Pourquoi pas?» („Warum nicht?“). Auch non kann ohne ne verwendet werden, etwa in «Je pense que non» („Ich denke nicht“).
Sprachgeschichtliche Entwicklung
Die französischen Negationspartikeln hatten ursprünglich eine positive Bedeutung. Pas bedeutet „Schritt“, jamais „jemals, immer“, rien geht auf das lateinische res („Sache“) zurück, plus bedeutet „mehr“ und guère hatte veraltet die Bedeutung „sehr, viel“. Guère ist aus dem Altniederfränkischen entlehnt und mit althochdeutsch uueigiro („sich weigernd, stolz“) sowie mittelhochdeutsch unweiger („wenig, kaum“) verwandt.
Weitere ältere Verstärker sind mie, heute „weiche Innere des Brotlaibs“, früher „Krume“, aus lateinisch micam, sowie goutte („Tropfen“), aus lateinisch gutta. Goutte wurde altmodisch zur Verstärkung der Negation gebraucht, etwa in «Ne voir goutte» oder «n’y voir goutte» („nicht klar sehen“) und übertragen in «N’y comprendre goutte».
Ursprünglich wurde die Negation durch die Kombination mit ne und einer solchen positiv bedeutenden Partikel ausgedrückt. Im modernen, besonders umgangssprachlichen Französisch ist diese positive Bedeutung weitgehend verblasst; zugleich geht ne zurück. Ein Beispiel dafür ist der Filmtitel «C’est pas moi… c’est l’autre!». In französischen Kreolsprachen entfällt ne, und pas steht vor dem Verb, etwa «Moi pas veux manger» oder «m'pa vle mangé».
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