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Music Man StingRay

Der Music Man StingRay ist ein seit 1976 hergestelltes E-Bass-Modell der US-amerikanischen Musikinstrumentenbau-Firma Music Man. Der Entwurf des Modells …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Modell und Funktionsprinzip
  2. 2. Vorgeschichte des Unternehmens
  3. 3. Geschichte und Design des StingRay
  4. 4. Modifikationen und Varianten
  5. 5. Bekannte Spieler

Modell und Funktionsprinzip

Der Music Man StingRay ist ein seit 1976 produzierter E-Bass der US-amerikanischen Firma Music Man beziehungsweise Ernie Ball Music Man (EBMM). Der Entwurf stammt größtenteils von Leo Fender. Bekannt wurde das Modell besonders durch seine aktive Klangregelung: Ein eingebauter Vorverstärker wird von einer 9-Volt-Batterie gespeist und ermöglicht die elektronische Verstärkung oder Absenkung bestimmter Frequenzbereiche. Nach dem 1971 vorgestellten Alembic Series I war der StingRay der zweite E-Bass mit einer solchen aktiven Klangregelung.

Die Standardausführung besitzt eine Mensur von 34 Zoll (864 mm) und ist damit ein Longscale-Bass. Der Solidbody-Korpus besteht meist aus Esche, seltener aus Pappel oder Mahagoni. Der geschraubte Hals ist aus Ahorn gefertigt; das Griffbrett besteht aus Ahorn oder Palisander, bei bundlosen Modellen aus Pao Ferro. Das Griffbrett hat 21 Bünde. Der Kunststoffsattel ist 41,3 mm breit. Das Gewicht beträgt ungefähr 4,22 kg.

Je nach Ausführung gibt es einen Humbucker (H), einen Humbucker und einen Single-Coil-Tonabnehmer (HS) oder zwei Humbucker (HH). Optional ist ein Piezo-Tonabnehmer erhältlich. Die Klangregelung umfasst entweder einen 2-Band- oder einen 3-Band-Equalizer. Beim 2-Band-EQ gibt es Regler für Lautstärke, Höhen und Bässe; beim 3-Band-EQ kommt ein Mittenregler hinzu. HS- und HH-Modelle besitzen außerdem eine 5-Wege-Tonabnehmerwahl. Bei einem Piezo-Tonabnehmer gibt es zusätzlich einen Lautstärkeregler.

Vorgeschichte des Unternehmens

Leo Fender hatte 1965 die von ihm in den späten 1940er-Jahren mitgegründete Firma Fender Musical Instruments an die CBS Corporation verkauft. Eine Vertragsklausel untersagte ihm anschließend für zehn Jahre, als gewerblicher Musikinstrumentenhersteller tätig zu sein.

Die ehemaligen Fender-Mitarbeiter Forrest White und Tom Walker gründeten daraufhin ein eigenes Unternehmen namens Musitek. Nach mehreren Umbenennungen hieß es ab 1974 Music Man. Zunächst verkaufte die Firma Gitarrenverstärker. Leo Fender war stiller Teilhaber, durfte wegen der Vertragsklausel aber nicht öffentlich auftreten. Nach deren Ablauf im Jahr 1975 wurde er Geschäftsführer von Music Man.

Geschichte und Design des StingRay

1976 brachte Music Man den StingRay heraus. Entworfen wurde er von Leo Fender, Tom Walker und Sterling Ball. Der Name StingRay bedeutet auf Deutsch Stachelrochen. Das Modell verbindet traditionelle, mit Leo Fender verbundene Konstruktionsmerkmale mit mehreren auffälligen Neuerungen.

Eine besondere Neuerung war die asymmetrische Anordnung der Stimmmechaniken im Verhältnis 3:1: Drei Mechaniken sitzen auf einer Seite der Kopfplatte und eine auf der anderen. Dieses Design geht auf Forrest White zurück. Es sollte ein Klangproblem beheben, das bei einer einreihigen Anordnung entstehen kann. Bei dieser werden die Diskant-Saiten in einem flacheren Winkel und mit geringerem Andruck über den Sattel geführt als die Bass-Saiten. Dadurch können in bestimmten Lagen schwächer klingende Töne entstehen, sogenannte „soft spots“ oder „dead spots“. Beim StingRay betraf das die Bünde fünf und sechs der hohen G-Saite. Indem die Mechanik der G-Saite auf die andere Seite verlegt wurde, ließ sich dieses Problem ohne einen herkömmlichen Saitenniederhalter lösen.

Sehr charakteristisch ist außerdem das ovale, aus Kunststoff gefertigte Schlagbrett. Die elektromagnetischen Tonabnehmer sind darin versenkt eingelassen. Der StingRay-Humbucker besitzt acht große, offenliegende Polkappen. Dieser Tonabnehmer wurde zu einem Design-Klassiker und wird bis in die Gegenwart als „MM-Typ“ bezeichnet. Ebenfalls auffällig ist die verchromte Metallplatte mit Lautstärke- und Klangreglern sowie der Buchse für das Klinkenkabel. Ihre Form erinnert entfernt an einen Bumerang.

Zu den traditionelleren Merkmalen gehören der Korpus aus Erlen- oder Eschenholz, der Ahornhals, ein Griffbrett aus Ahorn oder Palisander und die geschraubte Verbindung zwischen Hals und Korpus. Die Brücke ist fest, einteilig und aus Metall gefertigt; für jede Saite gibt es einen einzelnen Saitenreiter. Die Mechaniken sind offen ausgeführt und verteilen sich im Verhältnis 3× links und 1× rechts.

Modifikationen und Varianten

Das ursprüngliche Modell hatte einen einzelnen doppelspuligen Tonabnehmer, also einen Humbucker. Seit 1978 gibt es eine Version mit einem zusätzlichen Humbucker, die ursprünglich Sabre genannt wurde. Später kam eine Version mit zusätzlichem Single-Coil-Tonabnehmer hinzu. Die zunächst zweibändige Klangregelung kann inzwischen um ein drittes Frequenzband erweitert werden.

1978 wurden die Vorverstärkerbauteile leicht verändert. Dadurch entstand ein klarerer und „funkigerer“ Ton. Der Vorverstärker wurde außerdem in schwarzes Plastik eingegossen, um Plagiate zu erschweren. Im selben Jahr ersetzte Music Man die dünnen Bundstäbchen durch Jumbo-Bundstäbchen.

Wegen Stabilitätsproblemen bei frühen Hälsen wurde 1980 das Modell Cutlass mit einem Graphithals angeboten. Die Halsbefestigung wurde von drei auf vier Schrauben erweitert; heute werden sechs Schrauben verwendet. Ebenfalls wurde die String-thru-body-Konstruktion aufgegeben, bei der die Saiten durch den Korpus geführt werden.

Frühere Brücken besaßen einstellbare Dämpfer für jede einzelne Saite. Die dafür nötigen Schrauben lagen direkt unter den Saiten und waren schwer erreichbar. Deshalb ließ sich nicht schnell zwischen gedämpftem und ungedämpftem Klang wechseln, und die Möglichkeit wurde in der Praxis wenig genutzt. Auch wegen möglicher Verletzungen durch die Metallteile entfiel diese Ausstattung ab 1992. Zunächst konnte sie noch nachgerüstet werden; 1996 wurde die Kombination aus Steg und Saitenhalter schließlich verkleinert.

1984 übernahm die Ernie Ball Incorporation die Firma Music Man. Danach wurde die Korpusform ergonomischer gestaltet. Die Hälse waren zuerst matt und später überhaupt nicht mehr lackiert. 1987 kam eine fünfsaitige Version hinzu.

2010 wurde die Serie Classic Collection eingeführt. Sie stellt eine fast hundertprozentige Neuauflage der frühen StingRays dar. Moderne Änderungen sind die Einstellschraube des Halsspannstabs am korpusseitigen Halsende, eine Befestigung mit sechs Schrauben und ein Saitenniederhalter für A- und D-Saite statt wie früher für D- und G-Saite. Die Classic Collection ist auch als fünfsaitiger StingRay 5 erhältlich.

Bekannte Spieler

Zu den bekannten Bassisten, die den StingRay spielen oder spielten, gehören Cliff Williams von AC/DC, John Deacon von Queen, Louis Johnson von The Brothers Johnson, Bernard Edwards von Chic, Kim Clarke von Defunkt, Tony Levin, Tim Commerford von Rage Against the Machine und Flea von den Red Hot Chili Peppers.

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