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Michelle Sovinsky
Michelle Sovinsky (* 19. November 1970 in Wheeling) ist eine amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin und hat an der Universität Mannheim eine Professur für …
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Profil und akademischer Werdegang
Michelle Sovinsky (* 19. November 1970 in Wheeling) ist eine amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie hat an der Universität Mannheim eine Professur für Wirtschaftstheorie und Verhaltensökonomie inne. In dieser Verbindung untersucht sie sowohl grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge als auch das tatsächliche Entscheidungsverhalten von Individuen und Unternehmen.
Sovinsky studierte Wirtschaft an der George Mason University und promovierte 2002 an der University of Virginia. In ihrer Dissertation untersuchte sie informative Werbeanzeigen und den US-amerikanischen Markt für Personal Computer. Dabei standen Informationen als Grundlage wirtschaftlicher Entscheidungen und die Wirkung von Werbung in einem konkreten Markt im Mittelpunkt.
Als Juniorprofessorin arbeitete sie an der Universität von Amsterdam, am Claremont McKenna College und an der University of Southern California. Danach absolvierte sie Forschungsaufenthalte an der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi, an der University of Melbourne und an der Australian National University. Bis 2015 war sie assoziierte Professorin an der Universität Zürich. Seit 2015 ist sie Lehrstuhlinhaberin für Wirtschaftstheorie und Verhaltensökonomie an der Universität Mannheim.
Neben ihren Universitätsstellen ist Sovinsky in mehreren Forschungs- und Beratungseinrichtungen tätig. Seit 2003 ist sie Research Fellow im Economics Network for Competition and Regulation. Seit 2012 forscht sie am Centre for Economic Policy Research (CEPR), und seit 2011 ist sie Forschungsmitglied am Becker Friedman Institute for Research in Economics an der University of Chicago. Seit 2015 arbeitet sie als Co-Editor beim International Journal of Industrial Organization. Seit 2020 gehört sie außerdem der Economic Advisory Group on Competition Policy (EAGCP) für die Europäische Kommission an.
Forschungsschwerpunkte und gefördertes Projekt
Sovinskys Forschung verbindet Gesundheitssysteme, Industrieökonomik und Verhaltensökonomie. Industrieökonomik untersucht, wie Unternehmen und Märkte funktionieren, insbesondere unter Bedingungen des Wettbewerbs. Verhaltensökonomie befasst sich damit, wie Individuen tatsächlich Entscheidungen treffen.
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf riskanten Entscheidungen. Sie untersucht, wie Menschen Entscheidungen treffen, die ihre Gesundheit, die Einnahme von Drogen und ihr Essverhalten betreffen. Dazu gehören Fragen danach, warum bestimmte Verhaltensweisen fortbestehen und welche persönlichen oder wirtschaftlichen Bedingungen Entscheidungen beeinflussen.
Ein weiterer Schwerpunkt sind empirische Modelle. Empirische Modelle werden mit beobachtbaren Daten entwickelt und überprüft. Sovinsky nutzt sie, um zu untersuchen, wie ein begrenzter Informationszugang die Entscheidungsfindung beeinflusst. Wenn Individuen oder Unternehmen nicht über alle relevanten Informationen verfügen, kann dies ihr Verhalten und ihre Wahl zwischen verschiedenen Möglichkeiten verändern.
Der Europäische Forschungsrat (ERC) förderte eines ihrer Projekte mit 1,2 Millionen Euro. In diesem Projekt erforschte Sovinsky Produktfälschungen, illegale Wettbewerbspraktiken und Drogenkonsum. Untersucht wurden außerdem die Auswirkungen dieser Phänomene auf das Verhalten von Unternehmen und Einzelpersonen. Die ERC-Förderung zeigt die Bedeutung dieser Forschung für Fragen des Wettbewerbs, der Märkte, der Gesundheit und individueller Entscheidungen.
Auszeichnungen und Förderungen
Sovinsky erhielt mehrere Auszeichnungen für ihre Forschung und ihre wissenschaftlichen Veröffentlichungen.
- 2003 verlieh ihr die European Association for Research in Industrial Economics den EARIE Young Economist Prize.
- Ihre Dissertation wurde mit dem Tipton Snavely Prize for Best Economics Dissertation ausgezeichnet.
- Für die Veröffentlichung „Do Research Joint Ventures Serve a Collusive Function?“ erhielt sie 2010 den Robert F. Lanzilloti Prize for Best Paper in Antitrust Economics.
- An der Universität Zürich wurde ihre Forschung durch den Equal Chances Grant und den Swiss NSF Grant unterstützt.
- An der University of Melbourne erhielt sie ein Research Scholar Grant.
- Die Veröffentlichung „Marijuana on Main Street? Estimating Demand in Markets with Limited Access“, die 2016 im American Economic Review erschien, wurde mit dem Biannual Australian Health Economics Prize ausgezeichnet.
Darüber hinaus wurde ihre Forschung vom Europäischen Forschungsrat mit dem Consolidators Grant ausgezeichnet. Im Artikel wird für das damit geförderte Projekt eine Förderung von 1,2 Millionen Euro genannt.
Ausgewählte Veröffentlichungen und Themen
Die ausgewählten Veröffentlichungen zeigen die Verbindung von Informationsproblemen, Gesundheitsökonomie, Drogenkonsum, Essstörungen, Familienentscheidungen, Werbung und Wettbewerbspolitik.
- „Limited Information and Advertising in the US Personal Computer Industry“ von Michelle Sovinsky erschien 2008 in Econometrica, 76 (5), S. 1017–1074. Die Arbeit knüpft an ihr Dissertationsthema an und behandelt begrenzte Information und Werbung in der US-amerikanischen Personal-Computer-Industrie.
- John Ham, Daniela Iorio und Michelle Sovinsky veröffentlichten 2013 „Caught in the Bulimic Trap? Persistence and State Dependence of Bulimia Among Young Women“ im Journal of Human Resources, 48 (3), S. 736–767. 2021 folgte von denselben drei Autoren „Health Outcomes, Personality Traits, and Eating Disorders“ in Economic Policy, 36 (105), S. 51–76.
- Liana Jacobi und Michelle Sovinsky veröffentlichten 2016 „Marijuana on Main Street? Estimating Demand in Markets with Limited Access“ im American Economic Review, 106 (8), S. 2009–2045. Die Arbeit untersucht die Nachfrage in Märkten mit begrenztem Zugang.
- „Will You Still Want Me Tomorrow? The Dynamics of Families’ Long-Term Care Arrangements“ von Bridget Hiedemann, Michelle Sovinsky und Steven Stern erschien 2018 im Journal of Human Resources, 53 (3), S. 663–716. Im Mittelpunkt stehen langfristige Pflegearrangements von Familien und ihre Veränderung.
- Chloe Michel, Andrew Oswald, Eugenio Proto und Michelle Sovinsky veröffentlichten 2019 „Advertising as a Major Source of Human Dissatisfaction. Cross-National Evidence on One Million Europeans“ in dem von Mariano Rojas herausgegebenen Band The economics of happiness. How the Easterlin Paradox transformed our understanding of well-being and progress, Springer, Chamberlain 2019, ISBN 978-3-030-15835-4, S. 217–239.
- 2022 veröffentlichte Sovinsky „Do Research Joint Ventures Serve a Collusive Function?“ im Journal of European Economics Association, 20 (1), S. 430–475. Die Arbeit ist zugleich die mit dem Robert F. Lanzilloti Prize for Best Paper in Antitrust Economics ausgezeichnete Veröffentlichung.