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Michael Reth
Michael Reth (* 8. November 1950 in Düsseldorf) ist ein deutscher Biologe und Professor für molekulare Immunologie an der Albert-Ludwigs-Universität …
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Biologe und Immunologe
Michael Reth (* 8. November 1950 in Düsseldorf) ist ein deutscher Biologe und Professor für molekulare Immunologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er ist außerdem „Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied“ der Max-Planck-Gesellschaft und forscht am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik. Seit 2007 ist er Sprecher des Exzellenzclusters BIOSS – Centre for Biological Signalling Studies, der biologische Kommunikation untersucht.
Forschung zu B-Zellen und Signalübertragung
Reth untersucht Struktur und Funktion der Antigenrezeptoren von B-Zellen sowie die Signalleitung in aktivierten Lymphozyten. Antigenrezeptoren erkennen Antigene, also Stoffe, die eine Immunreaktion auslösen können.
1988 beschrieb er erstmals die Signaluntereinheiten des B-Zell-Antigenrezeptors (BCR): das Ig-α/Ig-β-Heterodimer. Außerdem identifizierte er erstmals das „Immunoreceptor tyrosine-based activation motif“ (ITAM). Dieses Motiv leitet bei allen Antigenrezeptoren Signale in das Zytosol, den flüssigen Bereich innerhalb einer Zelle, weiter.
Seine Arbeitsgruppe identifizierte auch das Adaptorprotein SLP-65. Es ist entscheidend für die Differenzierung von B-Zellen, also ihre Entwicklung zu spezialisierten Zellen, und wirkt während der B-Zell-Entwicklung als Tumorsuppressor-Gen. Die Forschung könnte neue Einblicke in die Entstehung von B-Zell-Tumoren beziehungsweise Leukämien bei Kindern geben.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass BCR auf ruhenden B-Zellen Oligomere bilden, also Verbände mehrerer Rezeptormoleküle. Bindet ein Antigen, öffnet sich der oligomere BCR und sendet Aktivierungssignale aus. Dies unterstützt das „dissociation activation model“ und widerspricht dem „cross-linking model“ der B-Zellaktivierung.
Ausbildung, wissenschaftliche Laufbahn und Auszeichnungen
Reth studierte ab 1971 Biologie an der Universität zu Köln und legte dort 1977 sein Diplom ab. 1981 promovierte er bei Klaus Rajewsky am Institut für Genetik der Universität zu Köln. Ab 1982 arbeitete er, gefördert durch die DFG, am College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York City in der Gruppe von Frederick Alt zur Regulation der frühen B-Zellentwicklung. Nach seiner Rückkehr nach Köln wurde er 1985 Gruppenleiter und habilitierte sich 1988 zur Immungenetik.
1988 erhielt er auf Berufung von Georges Köhler eine permanente Gruppenleiterposition am damaligen Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg; 1990 folgte eine permanente C3-Stelle innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft. Seit 1996 ist er Professor für molekulare Immunologie an der Universität Freiburg.
Zu seinen Auszeichnungen und Mitgliedschaften gehören der Heinz Maier-Leibnitz-Preis (1988), der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1996), die Mitgliedschaft in der Leopoldina (2006), der EFIS-Schering-Plough European Immunology Prize (2009), ein „Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrats von 2,24 Millionen auf 5 Jahre ab 2013, der Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis (2014) sowie die Mitgliedschaft in der National Academy of Sciences (2018).