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Metamorphose (Botanik)

Die Umwandlung der drei Grundorgane Wurzel, Sprossachse und Blatt zur Anpassung an besondere Lebens- und Umweltbedingungen bezeichnet man in der Botanik als …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Grundformen der Metamorphose
  3. 3. Wurzelmetamorphosen
  4. 4. Blatt- und Blütenmetamorphosen

Begriff und Bedeutung

Eine Metamorphose ist in der Botanik die ontogenetische Anpassung einer Pflanze an ihre jeweiligen Umweltbedingungen. „Ontogenetisch“ bedeutet, dass die Veränderung im Verlauf der individuellen Entwicklung einer Pflanze erfolgt. Sie dient dazu, das Überleben unter sehr unterschiedlichen Lebensbedingungen zu ermöglichen.

Dazu wandeln Pflanzen ihre Grundorgane – Wurzel, Sprossachse und Blatt – in Formen um, die neue oder zusätzliche Aufgaben übernehmen können. Diese Veränderungen ermöglichen es Pflanzen, verschiedene Lebensräume der Erde zu besiedeln. Im Verlauf der Evolution (Phylogenese) entstand dadurch die heutige Formenvielfalt der Pflanzenwelt.

Grundformen der Metamorphose

Die Umwandlung der drei Grundorgane zur Anpassung an besondere Lebens- und Umweltbedingungen wird als Metamorphose bezeichnet. Man unterscheidet:

  • Wurzelmetamorphosen
  • Blattmetamorphosen
  • Sprossmetamorphosen

Bei einer solchen Umwandlung verändert sich die Gestalt eines Organs, damit es eine bestimmte zusätzliche oder neue Funktion erfüllen kann.

Wurzelmetamorphosen

Bei der Metamorphose der Wurzel werden verschiedene Formen unterschieden:

  • Speicherwurzeln speichern Nährstoffe. Beispiele sind die Zuckerrübe und die Dahlie.
  • Haftwurzeln dienen der Befestigung. Efeu bildet Haftorgane beziehungsweise „Füße“ aus, mit denen er sich an Wänden festklammert.
  • Saugwurzeln entnimmt beispielsweise die Mistel ihrer Umgebung.
  • Stützwurzeln geben Halt; unter anderem bildet die Mangrove solche Wurzeln aus.

Blatt- und Blütenmetamorphosen

Als Blattmetamorphose gilt auch die regelmäßige Veränderung der Blattform entlang des Sprosses bei krautigen Blütenpflanzen. Johann Wolfgang von Goethe untersuchte dieses Phänomen intensiv und stellte es in seinem Werk „Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären“ dar. Nach Goethe ist auch die Blüte eine Metamorphose des Blattprinzips; in diesem Zusammenhang wird auf die „Urpflanze“ verwiesen.

Metamorphosen können außerdem bei Blüten auftreten. Bei Arten aus der Untergattung Polychilos der Gattung Phalaenopsis verwelken die Blütenblätter nach der Bestäubung nicht. Stattdessen werden sie grün und bleiben bis zur vollständigen Reife der Kapselfrucht erhalten. Dadurch werden die Blütenblätter Teil des Fotosyntheseapparats der Pflanze und verstärken wahrscheinlich die Produktion wichtiger Fotosynthate.

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