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Meister der Goldenen Bulle
Die Goldene Bulle (Böhmen), um 1400, Anfangsseite (Kopie) Der Meister war in der Hofwerkstatt des böhmischen Königs Wenzel IV. in Prag tätig.
Meister der Goldenen Bulle
Der Meister der Goldenen Bulle ist ein namentlich nicht bekannter mittelalterlicher Buchmaler. Seinen Notnamen erhielt er nach den 48 prachtvollen Miniaturen, mit denen er um 1400 die böhmische Ausgabe der Goldenen Bulle ausmalte.
Der Künstler arbeitete in der Hofwerkstatt des böhmischen Königs Wenzel IV. in Prag. Bei der von ihm gestalteten Handschrift handelt es sich um eine im Auftrag Wenzels angefertigte Abschrift des Gesetzestextes des Heiligen Römischen Reiches. Die Goldene Bulle regelte die Modalitäten der Wahl und der Krönung der römisch-deutschen Könige. Die Miniaturen stellen diese Wahl sowie verwandte Themen dar und veranschaulichen damit den politischen und rechtlichen Inhalt der Handschrift.
Die Bilder gelten als Beispiel für böhmische Buchmalerei von höchster Qualität. Ihre Hintergründe sind häufig aufwendig mit Blattgold gestaltet und von Rankenwerk umgeben. Das Werk befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.
In derselben Prager Hofwerkstatt entstand ungefähr zur gleichen Zeit auch die Wenzelsbibel. Sie ist wie die Goldene Bulle eine Prachthandschrift und gilt ebenfalls als führendes Werk der böhmischen Buchmalerei um 1400.