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Max Brückner (Mathematiker)
Johannes Max Brückner (* 5. August 1860 in Harthau, Königreich Sachsen; † 1. November 1934 in Bautzen) war ein deutscher Geometer, der für seine Sammlung …
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Bedeutung und Forschung
Johannes Max Brückner (* 5. August 1860 in Harthau, Königreich Sachsen; † 1. November 1934 in Bautzen) war ein deutscher Geometer. Bekannt wurde er besonders durch seine umfangreiche Sammlung geometrischer Modelle und seine Forschungen zur Polyedertheorie.
Sein Schwerpunkt lag auf Polyedern, also dreidimensionalen Körpern mit ebenen Vielecksflächen. Er fertigte vor allem Modelle sternförmiger und uniformer Polyeder an. Sternförmige Polyeder besitzen nach außen ragende, sternartige Teile; uniforme Polyeder sind regelmäßig aufgebaute Körper mit gleichartigen Ecken. In seinem Hauptwerk „Vielecke und Vielflache. Theorie und Geschichte“ von 1900 dokumentierte und untersuchte Brückner zahlreiche solcher Formen, darunter Polyedersterne wie den maximalen Ikosaederstern.
Ausbildung und Beruf
Brückner studierte von 1880 bis 1885 Mathematik und Physik in Leipzig. 1886 promovierte er an der Universität Leipzig bei Felix Klein und Wilhelm Scheibner. Seine Dissertation trug den Titel „Über eine besondere Art der konformen Abbildung einer Ebene auf eine andere“. Eine konforme Abbildung ist eine mathematische Abbildung, bei der Winkel erhalten bleiben.
Von 1887 bis 1897 unterrichtete Brückner an einem Realgymnasium in Zwickau. Anschließend wurde er an das Gymnasium in Bautzen berufen. Dort arbeitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1924. Er starb 1934 in Bautzen.
Modelle und Auszeichnungen
Seit 1893 gehörte Brückner der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV) an. Als eingeladener Sprecher nahm er an den Internationalen Mathematikerkongressen in Heidelberg 1904, Rom 1908, Cambridge 1912 und Bologna 1928 teil.
1930 und 1931 schenkte er seine umfangreiche Modellsammlung der Universität Heidelberg. Sie umfasste mehr als 200 mathematische Modelle von Sternkörpern. Für den Aufbau dieser Sammlung verlieh ihm die Universität 1931 die Ehrendoktorwürde. Im folgenden Jahr erhielt er von derselben Universität außerdem die Ehrenbürgerwürde für seine Forschungen zur Polyedertheorie.
Zu den von ihm untersuchten Formen gehörte ein Polyeder aus drei ineinander geschachtelten Oktaedern. Ein Oktaeder ist ein Körper mit acht Flächen. Diese Form wurde später durch M. C. Eschers Druck „Sterne“ bekannt. Handschriftliche Randnotizen auf Zeichnungen und Vorstudien zeigen, dass Escher sich ausdrücklich und mehrfach auf Brückner bezog.
Wichtige Veröffentlichungen
Brückners Schriften behandelten geometrische Probleme, mehrdimensionale Geometrie und besonders Polyeder. Zu seinen Veröffentlichungen gehören „Das Ottajanosche Problem“ (1892), „Die Elemente der vierdimensionalen Geometrie mit besonderer Berücksichtigung der Polytope“ (1893) und „Geschichtliche Bemerkungen zur Aufzählung der Vielflache“ (1897). Polytope sind die Verallgemeinerung von Vielecken und Polyedern auf beliebige Dimensionen.
Sein zentrales Werk war „Vielecke und Vielflache – Theorie und Geschichte“, erschienen 1900 bei Teubner in Leipzig. Darin verband er mathematische Theorie, historische Darstellung und Abbildungen zahlreicher geometrischer Körper. 1906 veröffentlichte er außerdem die umfangreiche Abhandlung „Über die gleicheckig-gleichflächigen, diskontinuierlichen und nichtkonvexen Polyeder“ in den „Abhandlungen der kaiserlichen leopoldinisch-carolinischen deutschen Akademie der Naturforscher“, Band 86, Seiten 1–348.