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Maurice L. Huggins
↑ Huggins, 50 Jahre Theorie der Wasserstoffbrückenbindung, Angewandte Chemie, Band 83, 1971, S. 163–168. Er nimmt darin für sich in Anspruch, das Konzept …
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Wer Maurice L. Huggins war
Maurice Loyal Huggins (* 19. September 1897 in Berkeley, Kalifornien; † 17. Dezember 1981 in Woodside, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Chemiker. Er ist vor allem für Beiträge zur Polymerchemie und Strukturchemie bekannt. Polymerchemie beschäftigt sich mit sehr großen Molekülen, sogenannten Polymeren; Strukturchemie untersucht, wie Atome in Molekülen angeordnet sind und wie diese Struktur die Eigenschaften bestimmt.
Ausbildung und Beruf
Huggins studierte an der University of California, Berkeley. Dort erhielt er 1920 sein Diplom mit der Master-Thesis „Chemical Bonds“ und wurde 1922 mit der Arbeit „The structure of benzene“ promoviert. In Berkeley war er auch Schüler von Gilbert Newton Lewis.
Beruflich war Huggins am Stanford Research Institute und an der Johns Hopkins University tätig. Ab 1936 arbeitete er für Eastman Kodak in Rochester. Von 1959 bis zu seinem Ruhestand 1967 war er wieder am Stanford Research Institute, wo er Manager wurde. Er besuchte häufig Japan und war dort 1955/56 Fulbright Lecturer.
Beiträge zur Polymerchemie
Ein wichtiger Beitrag von Huggins ist die Flory-Huggins-Theorie der Thermodynamik von Polymerlösungen. Sie stammt von Maurice L. Huggins und Paul Flory, wobei beide unabhängig voneinander publizierten; Huggins veröffentlichte etwas früher.
Die Theorie gehört zur Thermodynamik, also zur Lehre von Energie, Wärme und Gleichgewichtszuständen, und beschreibt Polymerlösungen. Eine Polymerlösung ist eine Mischung, in der lange Kettenmoleküle in einem Lösungsmittel verteilt sind.
Wasserstoffbrücken und Proteinstrukturen
Huggins beschrieb 1919 als Student von Gilbert Newton Lewis als einer der Ersten die Wasserstoffbrückenbindung. Eine Wasserstoffbrückenbindung ist eine besondere Anziehung zwischen Molekülteilen, an der Wasserstoff beteiligt ist. Als Entdecker gelten jedoch Wendell Mitchell Latimer und Worth Rodebush, die dies 1920 publizierten und Kollegen in Berkeley waren.
Huggins erkannte früh die Bedeutung der Wasserstoffbrückenbindung für die Stabilität der Sekundärstruktur von Proteinen. Mit Sekundärstruktur meint man regelmäßige räumliche Formen innerhalb eines Proteins. Huggins befasste sich mit frühen Modellen zum β-Faltblatt (1937) und zur Alpha-Helix (1943). Bekannt wurden in diesem Bereich aber vor allem die Modelle von Linus Pauling und Robert B. Corey, die Pauling ab 1948 entwickelte und ab 1951 in einer Reihe von Arbeiten veröffentlichte. Huggins arbeitete in den 1930er Jahren mit Pauling zusammen und ermutigte ihn, sich mit Proteinstrukturen zu beschäftigen.
Auszeichnung und wichtige Veröffentlichungen
Huggins erhielt 1980 den Herman F. Mark Division of Polymer Chemistry Award.
Zu seinen Schriften gehören „Physical Chemistry of High Polymers“ (Wiley, 1958), „Hydrogen bridges in organic compounds“ (Baltimore: Williams and Wilkins, 1936), „Thermodynamic properties of solutions of long-chain compounds“ in Ann. New York Academy of Sciences, Band 43, 1942, S. 1–32, „Some properties of solutions of long-chain compounds“ in J. Phys. Chem., Band 46, 1942, S. 151–158, und „Theory of solutions of high polymers“ in J. Am. Chem. Soc., Band 64, 1942, S. 1712–1719.