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Maria Holl (Hexenprozess)

Maria Holl (* ca. 1549 in Altenstadt bei Geislingen an der Steige; † September 1634) war eine Gastwirtin und ein Opfer der Hexenverfolgung in Nördlingen.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Maria Holl und ihr Hexenprozess
  2. 2. Herkunft, Familie und Anklage
  3. 3. Erinnerung am ehemaligen Gasthaus
  4. 4. Maria-Holl-Brunnen

Maria Holl und ihr Hexenprozess

Maria Holl (um 1549 in Altenstadt bei Geislingen an der Steige; † September 1634) war Gastwirtin in Nördlingen und ein Opfer der dortigen Hexenverfolgung. Sie wurde 1593 wegen angeblicher Hexerei inhaftiert. Obwohl sie insgesamt 62-mal gefoltert wurde, gestand sie nicht, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Nach fast einem Jahr Haft wurde sie am 11. Oktober 1594 vom Vorwurf der Hexerei freigesprochen.

Ihr Fall gilt als einer der letzten Hexenprozesse in Nördlingen. Ihre Standhaftigkeit wird auf der Informationstafel am ehemaligen Gasthaus als ein Grund dafür genannt, dass der Hexenwahn in Nördlingen abklang.

Herkunft, Familie und Anklage

Maria Holl war die Tochter des Amtmannes Jerg Löhlin aus Altenstadt. Am 20. Mai 1586 heiratete sie Michael Holl im Ulmer Münster. Das Ehepaar zog nach Nördlingen; Maria Holl wurde dort am 30. Mai 1587 Bürgerin der Stadt. Gemeinsam eröffneten sie am Weinmarkt die Wirtschaft „Die goldene Krone“.

Wegen der gut laufenden Wirtschaft wurde Maria Holl aus Neid der Hexerei beschuldigt. Maria Marb, die ebenfalls angeklagt war, nannte unter Folter mehrere Frauen als Hexen, darunter Barbara Lierheimer und Maria Holl. Zu den an den Verbrechen Beteiligten gehörte unter anderem Sebastian Röttinger. Viele Bürger setzten sich für Holl ein. Sie überlebte alle ihre Peiniger, war dreimal verheiratet und wurde am 22. September 1634 begraben, zwei Wochen nach der verheerenden Schlacht bei Nördlingen.

Erinnerung am ehemaligen Gasthaus

An der Hauswand des ehemaligen Gasthauses Zur Krone, Weinmarkt 8, erinnert eine Informationstafel an Maria Holl. Sie nennt als Zeitpunkt ihrer Inhaftierung den 2. November 1593 und als Zeitpunkt der Entlassung den 11. Oktober 1594. Außerdem hebt sie hervor, dass Maria Holl nach 62 Folterungen nicht gestand und ihre Standhaftigkeit ein Abklingen des Hexenwahns in Nördlingen bewirkt habe.

Maria-Holl-Brunnen

Der Maria-Holl-Brunnen am Nördlinger Weinmarkt wurde zum Stabenfest 1966 eingeweiht. Er ist größtenteils aus Holz gestaltet und wurde von Emil Eigner gestiftet. Material und Form sollen an einen Scheiterhaufen erinnern.

2010 restaurierte der Wilburgstettener Bildhauer Rudolf Siegmayer den Brunnen. Möglich wurde dies durch eine Spende des Vereins Alt Nördlingen. Die Inschrift lautet: „Der standhaften Maria Holl zum Gedenken“.

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