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Marcelle Sauvageot
Marcelle Sauvageot (* 1900 in Charleville-Mézières; † 6. Januar 1934 in Davos) war eine französische Schriftstellerin und Lehrerin.
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Person und Lebensweg
Marcelle Sauvageot (* 1900 in Charleville-Mézières; † 6. Januar 1934 in Davos) war eine französische Schriftstellerin und Französischlehrerin. Sie unterrichtete an einer Knabenschule in Paris.
Im Alter von 26 Jahren erkrankte sie an Tuberkulose. 1930 verbrachte sie mehrere Monate in einem Sanatorium in Hauteville. Nach ihrer Entlassung als geheilt kehrte sie nach Paris zurück. Drei Jahre später brach die Krankheit erneut aus. Sauvageot reiste zur Behandlung in ein Sanatorium nach Davos und starb dort mit 33 Jahren. Beigesetzt wurde sie auf dem Friedhof von Trésauvaux im Département Meuse, aus dem ihre Familie ursprünglich stammte.
Entstehung ihres einzigen Werkes
Sauvageot hinterließ nur ein einziges Werk: einen Briefroman, also einen Roman in Briefform. Darin versuchte sie, die Trennung von dem Mann zu verarbeiten, den sie liebte. Ihr Verlobter hatte ihr brieflich mitgeteilt: „Ich heirate … Unsere Freundschaft bleibt …“. Der Geliebte bleibt im Werk namenlos und wird lediglich mit dem Kosenamen Bébé bezeichnet.
Sauvageot schrieb ihre Antwort auf den Trennungsbrief zwischen dem 7. November und dem 24. Dezember 1930 während ihres Aufenthalts in Hauteville. Sie schickte den Brief nie an ihren ehemaligen Verlobten. Freunde überzeugten sie jedoch davon, den Text zu veröffentlichen.
Noch vor ihrem Tod erschien das Manuskript als Privatdruck mit einer Auflage von nur 163 Exemplaren. Diese Ausgabe kursierte zunächst ausschließlich in ihrem Freundeskreis. Der Literaturkritiker Charles Du Bos wurde auf den Text aufmerksam, besuchte Sauvageot 1934 in Davos und nahm das Manuskript an sich. Er kümmerte sich um die Veröffentlichung und schrieb das Vorwort. Kurz nach Sauvageots Tod erschien das Buch unter dem Titel Commentaire.
Veröffentlichung und spätere Ausgaben
Das Buch fand in literarischen Kreisen große Anerkennung, unter anderem bei Paul Valéry, Paul Claudel, René Crevel, Robert Brasillach, Henri Gouhier und Jacques de Bourbon Busset. 1939 erschien es unter dem Titel Kommentar erstmals auf Deutsch.
Die französischen Ausgaben waren Commentaire mit einem Vorwort von Charles Du Bos bei éditions La Connaissance (1934), Commentaire: récit d’un amour meurtri bei éditions Criterion (1997) und Laissez-moi: commentaire bei éditions Phébus, Groupe Libella (2004). Der laufende Artikeltext nennt allerdings bereits 2003 als Jahr einer Neuauflage, nach der das Buch unter dem Titel Laissez-moi die französischen Bestsellerlisten erreichte.
Die erste deutsche Ausgabe, Kommentar, wurde von Ulrich Riemerschmidt und Toni Müller übersetzt und 1939 im Ulrich Riemerschmidt Verlag veröffentlicht. 2005 erschien bei Nagel & Kimche eine neue deutsche Übersetzung von Claudia Kalscheuer unter dem Titel Fast ganz die Deine, ergänzt durch ein Nachwort von Ulrike Draesner; ISBN 978-3-312-00354-9.
Hörbuch
Ebenfalls 2005 erschien Fast ganz die Deine als Hörbuch bei Random House Audio. Es wurde von Anna Thalbach gelesen und trägt die ISBN 3-86604-038-5.