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Marc Godau
Marc Godau ist ein deutscher Musikpädagoge mit dem Arbeitsschwerpunkt Empirische Musikpädagogik. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen …
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Fachgebiet und Forschungsschwerpunkte
Marc Godau ist ein deutscher Musikpädagoge. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Empirische Musikpädagogik, also die erfahrungs- und forschungsbasierte Untersuchung von musikalischem Lernen und musikpädagogischer Praxis.
Zu seinen zentralen Forschungsfeldern gehören technologievermitteltes Musiklernen und ästhetische Erfahrung in formalen sowie informellen Kontexten. Außerdem beschäftigt er sich mit der Didaktik der Populären Musik, also der Vermittlung populärer Musik, mit der Soziomaterialität musikalischer Lern- und Bildungsprozesse sowie mit der Professionalisierung von Musikpädagoginnen und Musikpädagogen. Der Begriff Soziomaterialität verweist dabei auf die Bedeutung des Zusammenspiels sozialer Beziehungen, praktischer Handlungen und materieller beziehungsweise technischer Bedingungen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitalen und postdigitalen Musikkulturen. Dazu gehören unter anderem das Lernen mit Musik-Apps, musikalische Praxis in sozialen Medien, Songwriting auf Plattformen wie TikTok sowie die Frage, wie sich digitale Technologien auf Musikunterricht, musikalische Gemeinschaften und Bildungsprozesse auswirken.
Ausbildung und berufliche Stationen
Godau studierte Musik und Deutsch für das Lehramt an Gymnasien an der Universität Potsdam und legte 2009 das 1. Staatsexamen ab. 2016 promovierte er an der Universität Potsdam mit summa cum laude zum Thema Klassenmusizieren mit Populärer Musik.
Von 2007 bis 2014 arbeitete er als Lehrer und Dozent an Allgemeinbildenden und Weiterführenden Schulen in den Fächern Musik, Deutsch und Kommunikation. 2014 war er Mitgründer der Forschungsstelle Appmusik. Dort entwickelte er anschließend das Kulturangebot app2music mit. Zwischen 2015 und 2017 war er außerdem Dozent im Zertifikatskurs „tAPP – Musik mit Apps in Bildungskontexten“.
Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter forschte Godau an mehreren Hochschulen: an der Universität Erfurt zu Hochschulwerkstätten, an der Universität der Künste Berlin zu musikalischer Praxis mit Apps und an der Universität Potsdam zu Improvisation. Zusätzlich war er Dozent am Deutschen Erwachsenen Bildungswerk Cottbus und Lehrbeauftragter an der Leuphana Universität Lüneburg.
Bis April 2022 war er Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik an der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam. Dort verantwortete er den dualen Studiengang Musikpädagogik und Musikvermittlung in Sozialer Arbeit. Zum Sommersemester 2022 wechselte er als Professor für Musikpädagogik und ihre Didaktik an die Pädagogische Hochschule Karlsruhe. Seit dem Sommersemester 2023 ist er Professor für Empirische Musikpädagogik mit besonderer Berücksichtigung schulischer und popkultureller Kontexte an der Universität Paderborn. Dort leitet er außerdem das Institut für Begabungsforschung in der Musik.
Forschungs- und Entwicklungsprojekte
Als Projektleiter war Marc Godau an drei Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt:
- KuMuS-ProNeD – Postperformative Musikpraxen in postdigitaler Lern- und Bildungskultur (2023–2026). Das Projekt befasst sich mit musikalischen Praktiken in einer Lern- und Bildungskultur, die durch digitale und nicht-digitale Bedingungen geprägt ist.
- MusCoDA – Musical Communities in the (Post-)Digital Age (2020–2025). Im Mittelpunkt stehen musikalische Gemeinschaften im (post-)digitalen Zeitalter.
- LINKED – Musikalische Bildung in postdigitalen Gemeinschaften (2017–2021). Das Projekt untersucht musikalische Bildung im Zusammenhang mit postdigitalen Gemeinschaften.
Publikationen und thematische Beiträge
Godau veröffentlichte eine Monografie, gab einen Sammelband heraus und verfasste zahlreiche Forschungsartikel. Seine Publikationen verbinden Musikpädagogik mit Digitalisierung, Populärer Musik, Lernwerkstätten, sozialen Medien und empirischer Forschung.
Als Herausgeber veröffentlichte er gemeinsam mit Sandra Tänzer, Marcus Berger und Gerd Manhaupt den Band „Perspektiven auf Hochschullernwerkstätten. Wechselspiele zwischen Individuum, Gemeinschaft, Ding und Raum“ (Julius Klinkhardt 2019). Seine Monografie „Gemeinsam allein. Klassenmusizieren mit Populärer Musik“ erschien 2017 im LIT-Verlag.
Zu seinen Forschungsartikeln gehören Beiträge über Musiktheorie auf Instagram („Social Media Music Theory“, 2025), algorithmische Wahrnehmung und Songwriting auf TikTok („Algorithmische Hyperawareness im Songwriting von Plattform-Musiker:innen“, 2025), situiertes Lernen in Communities of Practice und die Materialität pädagogischer Prozesse in Lernwerkstätten (beide 2024). Weitere Themen sind die „Liveness-Norm in der Musikpädagogik“, Gesangspraktiken auf TikTok, die Plattformisierung des Songwritings und musikalische Bildung in postdigitalen Gemeinschaften.
Weitere Veröffentlichungen behandeln Lernprozesse und ästhetische Erfahrungen in der Appmusikpraxis, die Einführung von iPad-Klassen im Musikunterricht, Herausforderungen einer Popmusikpädagogik des 21. Jahrhunderts sowie das Kartenspiel „Write Your Song“ als Planungstool für Songwriting im Musikunterricht. Mit „Hacking Music Education“ untersuchte Godau das Potenzial einer Kulturtechnik des Digitalzeitalters für musikpädagogisches Denken und Handeln.
Zu seinen früheren Arbeiten zählen außerdem Untersuchungen darüber, wie populäre Musiker im postdigitalen Zeitalter lernen, wie Musik mit Apps in der Kulturellen Bildung eingesetzt werden kann und wie Lernprozesse von Lehramtsstudierenden in Hochschullernwerkstätten rekonstruiert werden. Weitere Beiträge befassen sich mit „Digitalisierung – Musik – Unterricht“, dem Musical Technological Pedagogical And Content Knowledge (MTPACK) von Musiklehrkräften, Inklusion und Appmusik sowie den Besonderheiten musikpädagogischer Praxis mit Apps in Musik-AGs.