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Manfred Wennemer

Wennemer studierte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster Mathematik und stieg 1974 ins Berufsleben zunächst als Projektleiter bei Procter & …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Werdegang
  3. 3. Konflikt um Continental und weitere Mandate
  4. 4. Aussage zur Arbeitszeit

Person und Bedeutung

Manfred Wennemer, geboren am 19. September 1947 in Ottmarsbocholt im Münsterland, ist ein deutscher Manager. Überregional bekannt wurde er vor allem als Vorstandsvorsitzender der Continental AG, eines Automobilzulieferers. Dieses Amt hatte er bis einschließlich 31. August 2008 inne.

Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit bei Continental standen eine stark an Kosten und Gewinn orientierte Unternehmensführung sowie die Reaktion auf den globalen Wettbewerb. Wennemer trieb Kostensenkungen in der Verwaltung und die Verlagerung von Produktion an Niedriglohnstandorte voran. Zugleich wurde ein EBIT von 10 bis 12 % gefordert. EBIT bezeichnet den Gewinn vor Zinsen und Steuern und dient als Kennzahl für die operative Ertragskraft eines Unternehmens.

Ausbildung und beruflicher Werdegang

Wennemer studierte Mathematik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. 1974 begann er sein Berufsleben als Projektleiter bei Procter & Gamble. Nach einem MBA am INSEAD in Frankreich arbeitete er ab 1978 als Projektmanager bei der Unternehmensberatung Arthur D. Little.

Ab 1980 übernahm er verschiedene Aufgaben in der Unternehmensgruppe Freudenberg. 1994 wechselte er zum Continental-Konzern. Der Wechsel erfolgte über Benecke-Kaliko, ein Unternehmen, das von der Continental AG aufgekauft und in die Continental-Sparte Division ContiTech integriert wurde. Von 1994 bis 1998 war Wennemer Vorstandsvorsitzender von Benecke-Kaliko.

Nachdem der geplante Verkauf der Tochterfirma ContiTech gestoppt worden war, wurde Wennemer am 11. September 2001 zum Vorstandsvorsitzenden des Continental-Konzerns ernannt. Während seiner Amtszeit stieg der Continental-Aktienkurs seit Anfang 2003 stark an. Gleichzeitig waren seine Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität und zur Veränderung der Arbeitsbedingungen heftig umstritten.

Ende 2005 kündigte Continental vorzeitig eine Vereinbarung mit Gewerkschaft und Betriebsrat auf. Diese Vereinbarung sollte Arbeitsplätze erhalten, sah dafür aber unbezahlte Mehrarbeit vor. Die Aufkündigung wurde kritisiert, obwohl das Reifenwerk Hannover im Jahr 2005 als modernste Produktionsstätte galt und mit Gewinn arbeitete. Danach wurde an vielen deutschen Standorten die 42- beziehungsweise 43-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich eingeführt. Wennemer begründete diese Maßnahmen mit dem immer härter werdenden globalen Wettbewerb.

Zu weiteren Maßnahmen gehörten der Verkauf von Unternehmensteilen an Interessenten, die Kürzung der Leistungszulagen ab 2009 von 11,75 auf durchschnittlich 10 % sowie die Einschränkung bezahlter Überstunden.

Konflikt um Continental und weitere Mandate

Nach der Übernahme der VDO Automotive von Siemens verfiel der Continental-Aktienkurs im Jahr 2008 stark. Unbemerkt hatte die deutsche Schaeffler-Gruppe größere Aktienanteile erworben und strebte mithilfe eines Bankenkonsortiums die Übernahme von Continental an. Im August 2008 wurde dieser Plan durch ein Angebot an die Aktionäre sichtbar. Am 20. August 2008 wurde eine Investorenvereinbarung bekannt gegeben, die eine Übernahme der Führung durch die Schaeffler-Gruppe vorsah.

Wennemer kritisierte den Übernahmeversuch scharf und geriet dadurch in Widerspruch zum Aufsichtsratsvorsitzenden von Continental, Hubertus von Grünberg. Am 31. August 2008 wurde er auf eigenen Wunsch von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender entbunden.

Im Juni 2009 berief ihn die Bundesregierung in den Beirat der Opel-Treuhandgesellschaft, die im November 2009 aufgelöst wurde. Am 27. März 2013 wurde Wennemer als Nachfolger von Jürgen Dormann zum Verwaltungsratspräsidenten des Schweizer Industriekonzerns Sulzer AG gewählt. Ende 2013 trat er überraschend von diesem Amt zurück.

Weitere Positionen waren: Aufsichtsrat von Knorr-Bremse von 2009 bis 2016, Aufsichtsratsvorsitzender von Kion von 2009 bis 2011, Aufsichtsratsvorsitzender von Hochtief von 2011 bis 2012 sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Jost-Werke von 2014 bis 2022.

Aussage zur Arbeitszeit

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 2. November 2003 sagte Wennemer: „Wir müssen schleunigst weg von diesem Unsinn und uns darüber klar werden, dass 35 bis 37 Stunden pro Woche nicht die normale Arbeitszeit sind, sondern 43 bis 45 Stunden“. Das Zitat verdeutlicht seine grundsätzliche Forderung nach längeren regelmäßigen Arbeitszeiten und steht im Zusammenhang mit seiner Begründung für die bei Continental eingeführten längeren Arbeitswochen.

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