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Liste von IT-Zertifikaten

IT-Zertifizierungen sind Nachweise einer Qualifikation in der Branche der Informationstechnik. Sie werden von verschiedenen Organisationen angeboten.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Grundprinzip
  2. 2. Cloud, Systeme und Infrastruktur
  3. 3. IT-Sicherheit und Datenschutz
  4. 4. Projektmanagement, Services und agile Methoden
  5. 5. Entwicklung, Daten und Qualität
  6. 6. Berufliche und allgemeine Nachweise

Bedeutung und Grundprinzip

IT-Zertifizierungen sind Nachweise einer Qualifikation in der Informationstechnik. Verschiedene Organisationen stellen sie aus und bescheinigen den Inhabern Kenntnisse in einem bestimmten Gebiet. Meist gibt es keine Note, sondern nur das Ergebnis „hat bestanden“.

Besonders bedeutsam sind produktbezogene Herstellerzertifikate sowie herstellerneutrale Zertifikate für IT-Projektmanagement, IT-Service-Management, IT-Sicherheit und agile Methoden. Der Trend geht dahin, dass auf eine Schulung eine Prüfung folgt. Viele Unternehmen erwarten Zertifizierungen von ihren Mitarbeitern. Open Badges, ein Projekt der Mozilla Foundation, ermöglicht Ausstellern digitale Zertifikate; Inhaber können sie im Internet präsentieren.

Cloud, Systeme und Infrastruktur

Hersteller bieten häufig gestufte Zertifikate für ihre Produkte und Plattformen an. Bei AWS gibt es die Grundlagenstufe AWS Certified Cloud Practitioner, die Associate-Stufen Solutions Architect, SysOps Administrator und Developer sowie die Professional-Stufen Solutions Architect und DevOps Engineer. Als Speciality werden Machine Learning, Security, Advanced Networking, Data Analytics, Alexa Skill Builder und Database aufgeführt.

Für Netzwerke nennt die Liste bei Cisco die Stufen Entry, Associate, Professional, Expert und Architect: von CCT – Technician über CCNA – Network Associate und CCNP – Network Professional bis CCDE – Design Expert, CCIE – Internetwork Expert und CCAr – Architect. Juniper führt sein Programm JNTCP in „Tracks“; am 1. Juli 2007 wurde der „J-Track“ durch den „ER-Track“ für Enterprise Routing ersetzt. Bei VMware reichen die Stufen von VCTA über VCP und VCAP bis VCDX.

Linux- und Betriebssystemzertifikate umfassen etwa LFCS und LFCE der Linux Foundation, Linux Essentials sowie LPIC-1 bis LPIC-3 des Linux Professional Institute, RHCSA, RHCE und RHCA von Red Hat sowie SCA, SCE und SEA von SUSE. Oracle verwendet die Qualifikationsstufen OCA, OCP, OCE und OCM; dazu kommen Spezialisierungen für MySQL, Java und Solaris. NetApp, Citrix, BMC Software, Dell und IBM führen ebenfalls abgestufte, produktbezogene Programme.

IT-Sicherheit und Datenschutz

Für Informationssicherheit gibt es sowohl allgemeine als auch spezialisierte Nachweise. (ISC2) nennt CC – Certified in Cybersecurity, CISSP – Certified Information Systems Security Professional, SSCP, CCSP, CGRC und CSSLP sowie die Vertiefungen ISSAP, ISSEP und ISSMP. Das frühere CAP wurde 2023 verändert und als CGRC veröffentlicht.

ISACA führt CISA seit 1978, CISM seit 2002, CGEIT seit 2007, CRISC seit 2010, CSX-P seit 2020, CDPSE seit 2021 und CCOA seit 2025. Im Bereich COBIT gibt es COBIT 5 Foundation, Implementation und Assessor sowie COBIT 2019 Foundation und Design and Implementation. Das BSI bietet BCM-Praktiker, IT-Grundschutz-Praktiker und IT-Grundschutz-Berater; TeleTrusT bietet T.I.S.P. und T.P.S.S.E.

GIAC gliedert seine Zertifikate in Introductory-, Intermediate-, Advanced- und Expert-Level. Zum Intermediate-Level gehören beispielsweise GSEC, GICSP, GCIH, GCFE und GISP. Auf dem Advanced-Level existieren 32 weitere Zertifikate, etwa GCIA, GCWN, GCUX, GSNA, GCFA und GSLC; GSE ist der Expert-Level. EC-Council führt unter anderem CEH, CND, ECIH, CCSE, CTIA, CSA, CPENT und Licensed Penetration Tester (Master). Weitere Sicherheitsnachweise betreffen beispielsweise Penetrationstests, Forensik, Sicherheitsarchitektur oder Security Testing; genannt werden unter anderem OSCP, OSEP, OSCE und OSWP.

Projektmanagement, Services und agile Methoden

AXELOS bündelt Zertifikate für IT-Service-Management und Projektmanagement. ITIL 4 besteht seit 2019 unter anderem aus ITIL 4 Foundation, Managing Professional, mehreren Specialist- und Strategist-Modulen, Strategic Leader und ITIL Master. Daneben führt die Liste ITIL v3 beziehungsweise ITIL Edition 2011 mit Foundation, Practitioner, Intermediate, den Bereichen Service Strategy, Service Design, Service Transition, Service Operation und Continual Service Improvement sowie Expert und Master. Als frühere Qualifikationen werden ITIL v2 und zahlreiche v2-Practitioner-Zertifikate genannt.

Für PRINCE2 gibt es Foundation, Practitioner, PRINCE2 Agile Foundation und PRINCE2 Agile Practitioner. Weitere AXELOS-Angebote sind MSP seit 1999, M_o_R seit 2002, P3M3 seit 2005, P3O seit 2008, MoV seit 2010, MoP seit 2011, RESILIA seit 2015 und AgileSHIFT seit 2018. HERMES führt HERMES 5 Foundation und HERMES 5 Advanced.

Beim PMI gehören PMP seit 1996, CAPM seit 2003, PgMP seit 2007, PMI-SP und PMI-RMP seit 2008, PMI-ACP seit 2011 sowie PMI-PBA und PfMP seit 2014 zum Angebot. Die IPMA ordnet Projektmanagement vier Stufen zu: Level A Certified Project Director, Level B Certified Senior Project Manager, Level C Certified Project Manager und Level D Certified Project Management Associate.

Agile Zertifikate behandeln Vorgehensweisen wie Scrum und Kanban. Das Agile Business Consortium nennt AgilePM seit 2010, AgilePgM seit 2014 und AgileBA seit 2015. ScrumAlliance führt CSM seit 2003, CSPO seit 2007 sowie weitere Rollen für Entwicklung, Coaching, Führung und Training. Scrum.org nennt PSM I/II/III, PSPO I/II/III, PSD, SPS, PSK, PAL und weitere Qualifikationen. Die Kanban University bietet unter anderem TKP, KMP, KSD, KSI, KCP, KMM und AKC.

Entwicklung, Daten und Qualität

Zertifizierungen können Kenntnisse für Softwareentwicklung, Analyse, Architektur, Datenverarbeitung und Testen belegen. IREB bietet CPRE auf Foundation-, Advanced- und Expert-Level sowie DDP Foundation Level. iSAQB nennt CPSA-F Foundation und CPSA-A Advanced. Die GfSE hat Certified Systems Engineer Level D, C, B und A.

ISTQB gliedert sich in Foundation, Advanced und Expert Level. Zum Foundation Level zählen Certified Tester, Agile Tester sowie Spezialisierungen wie Acceptance Testing, Performance Testing, Mobile Application Testin, Usability Testing und Model-Based Testing. Der Advanced Level umfasst Technical Test Analyst, Test Analyst, Test Manager, Agile Technical Tester, Test Automation Engineer und Security Tester. Im Expert Level stehen Improving the Test Practice und Test Management.

Für Daten und Big Data werden beispielsweise CCP Data Engineer von Cloudera sowie SAS Certified Data Curation Professional, SAS Certified Big Data Professional Using SAS 9, SAS Certified Advanced Analytics Professional Using SAS 9 und SAS Certified Professional AI and Machine Learning genannt. CompTIA führt breit angelegte Zertifikate, darunter A+ seit 1993, Network+ seit 1999, Security+ seit 2002, Cloud+, CySA+, PenTest+ und Data+ seit 2022. SAP unterscheidet Anwender-Zertifizierungen, etwa für Hauptbuchhaltung, Materialwirtschaft oder Produktionsplanung, und Berater-Zertifizierungen für Application, Development und Technology.

Berufliche und allgemeine Nachweise

Das IT-Weiterbildungssystem ergänzt die Ausbildung in IT-Berufen und richtet sich auch an Seiteneinsteiger. Es umfasst IT-Spezialisten in 14 Profilen und IT-Professionals in 6 Profilen nach der IT-Fortbildungsverordnung; verwiesen wird auch auf APO-IT. Die Spezialistenprofile verteilen sich auf Software and Solution Developer, Customer Advisor, Administrator, Coordinator und Technician. Beispiele sind Software Developer, IT Tester, IT Administrator, IT Project Coordinator und Security Technician.

Bei den IT-Professionals gibt es operative Profile wie IT Systems Manager (IT-Entwickler), IT Business Manager (IT-Projektleiter), IT Business Consultant (IT-Berater) und IT Marketing Manager (IT-Ökonom). Strategische Professionals sind IT Technical Engineer (Geprüfter Informatiker), IT Business Engineer (Geprüfter Wirtschaftsinformatiker) und IT-Fachwirt beziehungsweise IT-Fachwirtin.

Auch IHK-Zertifikate decken Themen wie Cloud, Cyber Security, digitalen Wandel, Informationssicherheit, IT-Administration und KI ab; die Prüfung erfolgt durch die Kammern und kann regional variieren. Allgemeine Anwenderzertifikate sind beispielsweise ECDL Base, ECDL Standard und ECDL Advanced der Österreichischen Computer Gesellschaft, ICDL – Europäischer Computer Führerschein, IC³ – Internet and Computing Core Certification, IT-Fitness und SIZ – Schweizerisches Informatik-Zertifikat. Die Liste enthält außerdem frühere oder ausgelaufene Programme, etwa Zertifikate von Novell, Hortonworks und SNIA; die SNIA-Zertifizierungen liefen Ende 2019 aus.

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