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Liste der Nobelpreisträger für Physik
Deutschland Bundesrepublik BR Deutschland, „für seine Koinzidenzmethode und seine mit deren Hilfe gemachten Entdeckungen“, Walther Bothe. 1955, Willis Eugene …
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Preis, Vergabe und Bilanz
Der Nobelpreis für Physik wird seit 1901 jährlich vergeben. Alfred Nobel bestimmte 1895 in seinem Testament, dass ihn erhalten soll, „der auf dem Gebiete der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat“. Über die Auswahl entscheidet die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften; der schwedische König überreicht den Preis am 10. Dezember, Alfred Nobels Todestag.
2024 betrug die Dotierung 11 Millionen Schwedische Kronen, etwa 975.000 Euro. Bis einschließlich 2024 wurde der Preis 118-mal vergeben und 226 Physiker ausgezeichnet: 221 Männer (97,8 Prozent) und 5 Frauen (2,2 Prozent). John Bardeen ist der einzige zweifache Physiknobelpreisträger. Der Preis ging 47-mal ungeteilt an eine Person, 33-mal an zwei und 38-mal an drei Personen. Sechsmal wurde er nicht verliehen, zuletzt 1942. Die Länderübersicht mit Stand 2025 zählt dagegen 230 Preisträger, da die Liste auch die Vergabe 2025 enthält.
Grundlagen der modernen Physik
Die frühen Auszeichnungen betreffen zentrale Entdeckungen zu Strahlung, Atomen und Elektrizität. Wilhelm Conrad Röntgen erhielt 1901 den ersten Preis für die nach ihm benannten Strahlen. Henri Becquerel sowie Marie und Pierre Curie wurden 1903 für die Entdeckung beziehungsweise Erforschung der spontanen Radioaktivität geehrt. Der Zeeman-Effekt beschreibt die Aufspaltung von Spektrallinien im Magnetfeld; Lorentz und Zeeman erhielten dafür 1902 den Preis.
Wichtige Grundlagen der Quantenphysik folgten: Max Planck wurde 1918 für die Entdeckung der Energiequanten ausgezeichnet, Albert Einstein 1921 besonders für das Gesetz des photoelektrischen Effekts, Niels Bohr 1922 für die Atomstruktur und ihre Strahlung. Louis de Broglie erhielt 1929 den Preis für die Wellennatur der Elektronen. Werner Heisenberg begründete die Quantenmechanik, während Erwin Schrödinger und Paul Dirac 1933 für neue produktive Formen der Atomtheorie ausgezeichnet wurden.
Auch Mess- und Untersuchungsmethoden waren prägend: Max von Laue entdeckte 1914 die Beugung von Röntgenstrahlen in Kristallen; William Henry und William Lawrence Bragg erforschten Kristallstrukturen mit Röntgenstrahlen. Charles Thomson Rees Wilson entwickelte eine Methode, Teilchenbahnen durch kondensierenden Dampf sichtbar zu machen, die Wilsonsche Nebelkammer.
Kern-, Teilchen- und Quantenphysik
Seit den 1930er Jahren wurden viele Preise für Elementarteilchen, Atomkerne und ihre Wechselwirkungen vergeben. James Chadwick entdeckte 1935 das Neutron, Carl David Anderson 1936 das Positron, und Hideki Yukawa sagte 1949 die Existenz der Mesonen voraus. Enrico Fermi wurde 1938 für durch Neutronenbeschuss erzeugte radioaktive Elemente und durch langsame Neutronen ausgelöste Kernreaktionen ausgezeichnet.
Weitere zentrale Beiträge waren das Pauli-Prinzip, ein Ausschlussprinzip für Teilchen, und die Quantenelektrodynamik: Richard Feynman, Julian Schwinger und Shin’ichirō Tomonaga erhielten 1965 den Preis für deren fundamentale Leistung. 1969 wurde Murray Gell-Mann für die Klassifizierung der Elementarteilchen und ihrer Wechselwirkungen ausgezeichnet; dabei wird auf das Quark verwiesen. 1979 ehrte der Preis die Theorie der vereinigten schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung, die elektroschwache Wechselwirkung.
Spätere Beispiele sind die Entdeckung der W- und Z-Feldpartikel als Vermittler der schwachen Wechselwirkung 1984, Neutrinooszillationen 2015, die zeigen, dass Neutrinos Masse haben, sowie 2022 Experimente mit verschränkten Photonen. Diese wiesen die Verletzung der Bellschen Ungleichungen nach und waren wegweisend für die Quanteninformationswissenschaft. 2023 wurden Attosekunden-Lichtimpulse zur Untersuchung der Elektronendynamik in Materie ausgezeichnet.
Materie, Technik und Messverfahren
Ein großer Teil der Preise betrifft Eigenschaften von Materie und technische Anwendungen. 1956 erhielten William Shockley, John Bardeen und Walter Houser Brattain den Preis für Halbleiteruntersuchungen und den Transistoreffekt. 2000 wurde die Entwicklung von Halbleiterheterostrukturen für Hochgeschwindigkeits- und Optoelektronik sowie der integrierte Schaltkreis geehrt. Charles Kuen Kao erhielt 2009 den Preis für Lichtleitung durch Fiberoptik für optische Kommunikation; Willard Boyle und George E. Smith für den CCD-Sensor.
Mehrfach standen Supraleitung und Tieftemperaturphysik im Mittelpunkt: John Bardeen, Leon Cooper und John Schrieffer wurden 1972 für die BCS-Theorie der Supraleitung ausgezeichnet. Georg Bednorz und Karl Alexander Müller entdeckten 1987 Supraleitung in keramischen Materialien. Der Preis 2003 würdigte die Theorie von Supraleitern und Supraflüssigkeiten; 1996 die Suprafluidität in Helium-3 bei sehr tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt.
Ausgezeichnet wurden zudem Methoden wie das Elektronenmikroskop (Ernst Ruska, 1986), das Rastertunnelmikroskop (Gerd Binnig und Heinrich Rohrer, 1986), Laserspektroskopie und hochauflösende Elektronenspektroskopie (1981), optische Pinzetten für Anwendungen in der Biologie (2018) sowie effiziente blaue Leuchtdioden, die helle und energiesparende Lichtquellen ermöglichen (2014). 2024 erhielten John Hopfield und Geoffrey Hinton den Preis für grundlegende Entdeckungen und Erfindungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen.
Universum, Klima und komplexe Systeme
Mehrere Preise betreffen astrophysikalische Beobachtungen und die Entwicklung des Universums. Hans Bethe wurde 1967 für Kernreaktionen und die Energieerzeugung in Sternen geehrt. Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson entdeckten 1978 die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung; 2006 wurde ihre Untersuchung ausgezeichnet. Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam Riess erhielten 2011 den Preis für die beschleunigte Expansion des Universums, nachgewiesen durch Beobachtungen weit entfernter Supernovae.
2017 würdigte der Preis entscheidende Beiträge zum LIGO-Detektor und die Beobachtung von Gravitationswellen. 2019 ging er an James Peebles für theoretische Entdeckungen in der physikalischen Kosmologie sowie an Michel Mayor und Didier Queloz für einen Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern umkreist. 2020 erhielt Roger Penrose den Preis für die Erkenntnis, dass Schwarze Löcher eine robuste Vorhersage der allgemeinen Relativitätstheorie sind; Reinhard Genzel und Andrea Ghez für ein supermassereiches kompaktes Objekt im Zentrum der Galaxie, Sagittarius A*.
2021 wurden Syukuro Manabe und Klaus Hasselmann für das physikalische Modellieren des Erdklimas, quantitative Analysen von Variationen und zuverlässige Vorhersagen der Erderwärmung ausgezeichnet. Giorgio Parisi erhielt den Preis für die Entdeckung, wie Unordnung und Fluktuationen physikalische Systeme von der atomaren bis zur planetarischen Ebene bestimmen.
Verteilung nach Ländern und Kontinenten
Die Länderzählung rechnet Personen mit zwei Staatsbürgerschaften zum Zeitpunkt der Verleihung jeweils zur Hälfte beiden Ländern zu. Stand 2025 führen die Vereinigten Staaten mit 99,0 gezählten Preisträgern, gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 29,0, Deutschland mit 25,5, Frankreich mit 17,0 sowie Russland und ehemaliger Sowjetunion mit 10,0. Es folgen Japan mit 9,5 und die Niederlande mit 8,5. Die Summe beträgt 230.
Nach Kontinenten entfallen 114,5 gezählte Preisträger auf Europa einschließlich Russland und ehemaliger Sowjetunion, 103,5 auf Amerika und 13,5 auf Asien ohne Russland und ehemalige Sowjetunion. Für Afrika und Ozeanien weist die Übersicht jeweils 0,0 aus.