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Lavadecke
Sie bilden häufige Landformen in tektonisch oder vulkanisch aktiven Regionen der Erde und scheinen auf anderen Planeten und Monden des Sonnensystems eine große …
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Definition und Bedeutung
Lavadecken sind schichtförmig ausgebreitete Gesteinskörper aus erstarrter Lava. Ihre Größe reicht von einzelnen, bis wenige Meter dicken Lavadecken und Lavaströmen eines einzelnen Vulkans bis zu ländergroßen Vorkommen von Flutbasalten. Diese Flutbasalte gehören zu magmatischen Großregionen und bestehen aus kilometerdicken Stapeln einzelner Lavadecken.
Lavadecken sind häufige Landformen in tektonisch oder vulkanisch aktiven Regionen der Erde. Auch auf anderen Planeten und Monden des Sonnensystems scheinen sie eine große Rolle zu spielen. Für die Landschaftsentwicklung sind sie besonders wichtig, weil ausgedehnte Lavamassen große, meist flach geformte Gebiete schaffen können und durch Verwitterung, Erosion und Bruchtektonik besondere Reliefs entstehen.
Entstehung und Aufbau
Lavadecken entstehen durch das Austreten von Lava aus Vulkanen, zum Beispiel aus Schildvulkanen und vulkanischen Spalten. Auch Ignimbrite können vulkanische Decken bilden, da diese besondere Form der Lavaausbreitung weitflächige Decken hervorbringt. Die großräumigen Lavadecken der Erde bestehen vor allem aus Ergussgesteinen wie Basalt und Rhyolith.
Der Untergrund kann aus Sedimentgesteinen oder vulkanischen Gesteinen bestehen. In manchen Fällen liegt die Lava direkt auf dem Grundgebirge der Schildregionen alter Kratone. Zusammen mit den Lavadecken oder innerhalb der Decken bleiben häufig vulkanische Gänge und Gangschwärme erhalten. Sie können die Aufstiegswege der Lava anzeigen.
Wie weit sich eine vulkanisch entstandene Lavadecke ausbreitet, hängt wesentlich von den Eigenschaften der aufdringenden Lava ab. Die Menge und Dauer des Ausfließens werden durch den Magma-Nachschub bestimmt. Besonders dünnflüssige Basalt-Lava, wie sie beispielsweise bei ausgedehnten Schildvulkanen an die Erdoberfläche gelangt, kann Landstriche von 100 km² und mehr überfluten. Dadurch können sehr ausgedehnte Tafelländer entstehen.
Landformen und Reliefentwicklung
Großräumige Ergüsse magmatischer Gesteine bilden typische Landschaftsformen. Dazu gehören Plateaus und große Schichtstufen. Lavadecken können weite Landschaften als Tafelländer oder flache Gipfelfluren prägen. Sie können aber auch nur örtlich als Tafelberge oder als isoliert stehengebliebene Zeugenberge auftreten. Die treppenartige Abstufung mancher solcher Landschaften führte zur Bezeichnung „Trapp“.
Die Landformen entstehen durch die Eigenschaften des Gesteins und seine Struktur. Lavagesteine besitzen meist eine gleichförmige mineralogische Zusammensetzung und eine feinkörnige Grundmasse. Außerdem sind sie häufig weiträumig geklüftet. Dadurch entstehen glatte Bruchwände und Gesteinstrennflächen. Das Gestein ist standfest und widerständig gegen Verwitterung.
An den Rändern und in Tälern bilden Lavadecken deshalb oft Steilstufen. Im Inneren bleibt die Oberfläche dagegen flach oder weist nur geringe Neigungen auf. Bruchtektonik mit der Bildung von Horsten und Gräben kann die ursprüngliche Landschaft zusätzlich verändern. Auch die Erosion einer großräumigen Lavadecke über lange geologische Zeiträume kann eine Reliefumkehr verursachen: Bereiche, die ursprünglich höher oder tiefer lagen, können dadurch im späteren Relief eine umgekehrte Lage einnehmen.
Vorkommen auf Erde, Mond und Mars
Die dunklen Maria des Mondes sind erstarrte Lavadecken. Sie liegen im Inneren kreisförmiger Becken und unregelmäßiger Einsenkungen. Deutliche Spuren von Lavadecken sind außerdem an den Vulkanen des Mars zu erkennen, beispielsweise am Olympus Mons.
Auf der Erde gibt es zahlreiche landformende Lavadecken. Beispiele sind die Rhyolith-Ignimbritdecken der Puna in Argentinien, das Paraná-Becken der Brasilianischen Tafel und der Camperdown-District von Victoria. Der Sibirische Trapp im Mittelsibirischen Bergland und der Dekkan-Trapp in Indien bestehen aus vielen übereinanderliegenden Lavadecken. Dasselbe gilt für den Columbia-Plateaubasalt im Nordwesten der USA.
In Europa treten landschaftsformende Lavadecken unter anderem am Hohen Meißner, in der Rhön und am Vogelsberg auf. Weitere Beispiele sind der Große Teichelberg im südöstlichen Fichtelgebirge und das Oststeirische Hügelland.