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Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus

Die Zielsetzung des Studiums ist die handwerkliche Befähigung zu professionellem, sach- und mediengerechtem Schreiben. Neben der Universität für angewandte …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Entwicklung des Studiengangs
  3. 3. Praxis und Projekte
  4. 4. Publikationen
  5. 5. Kritik und Debatten
  6. 6. Personen aus dem Studienumfeld

Überblick

Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus ist ein Studiengang der Universität Hildesheim. Er bestand von 1999 bis 2008 als Diplomstudiengang und ist heute ein Bachelor-Studiengang. Ergänzt wird er durch den Master-Studiengang Literarisches Schreiben. Ziel des Studiums ist es, Studierende handwerklich dazu zu befähigen, professionell, sachgerecht und mediengerecht zu schreiben.

Der Studiengang ist besonders wichtig, weil literarisches Schreiben an deutschsprachigen Universitäten nur an wenigen Orten studiert werden kann. Neben der Universität Hildesheim nennt der Artikel die Universität für angewandte Kunst Wien, das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und das Schweizerische Literaturinstitut in Biel. Weitere Schreibstudiengänge sind der Bachelor Kreatives Schreiben und Texten an der SRH Berlin University of Applied Sciences und der Master Theorien und Praktiken professionellen Schreibens an der Universität zu Köln.

Entwicklung des Studiengangs

Der Studiengang wurde 1999 von dem Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Hanns-Josef Ortheil als Diplomstudiengang an der Universität Hildesheim initiiert. Angesiedelt ist er am Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft.

Zum Lehrangebot gehören kulturjournalistische und literarische Seminare und Übungen. Der Artikel nennt als Lehrende unter anderem Thomas Klupp, Paul Brodowsky, Clemens Meyer und Kevin Kuhn. Auch Gastdozenten wie Ulf Stolterfoht, Patrick Roth, Thomas Pletzinger und Alexander Nitzberg übernahmen oder übernehmen Lehrveranstaltungen.

2008 wurde der Diplomstudiengang in einen Bachelor-Studiengang umgewandelt. 2011 kam der Master-Studiengang Literarisches Schreiben hinzu. Seit 2018 hat die Schriftstellerin Annette Pehnt die einzige Professur am Institut inne. Hanns-Josef Ortheil lehrt nach seiner Emeritierung weiterhin als Seniorprofessor am Institut.

Praxis und Projekte

Der Studiengang arbeitet mit dem Gedanken der Interdisziplinarität. Damit ist gemeint, dass verschiedene Fachbereiche miteinander verbunden werden. In Hildesheim betrifft das laut Artikel Literaturwissenschaften, Kulturjournalismus, Theaterwissenschaften, Medienwissenschaften, Cultural Studies, Bildende Kunst und Musikwissenschaft.

Ein zentrales Merkmal ist der hohe Praxisbezug. Viele Projekte entstehen entweder direkt an der Universität oder aus dem studentischen Umfeld. Zu den wichtigen Projekten gehören Bella triste, eine Zeitschrift für junge deutschsprachige Gegenwartsliteratur seit 2001, das Literaturfestival Prosanova in den Jahren 2005, 2008, 2011 und 2014 sowie Landpartie, eine jährlich erscheinende Anthologie seit 2005.

Publikationen

Zum Umfeld des Studiengangs gehören verschiedene Publikationen. Besonders wichtig ist die Reihe Landpartie, eine literarische Anthologie. Eine Anthologie ist eine Sammlung literarischer Texte. Im Artikel werden Ausgaben von Landpartie 05 bis Landpartie 2017 genannt. Einige Ausgaben erhielten Auszeichnungen oder Prämierungen der Stiftung Buchkunst, darunter Landpartie 06 mit dem Nachwuchspreis der Stiftung Buchkunst 2006 und Landpartie 07 mit der Prämierung der Stiftung Buchkunst 2007.

Neben literarischen Anthologien nennt der Artikel kulturwissenschaftliche Fachliteratur. Dazu gehören Stephan Porombka und Kai Splittgerber: Über Theater schreiben. Werkstattgespräche mit Theaterkritikern von 2005 sowie Martin Bruch und Johannes Schneider als Herausgeber von In der Werkstatt der Lektoren. 10 Gespräche von 2007.

Außerdem gibt es Literatur über die Schreibschule Hildesheim selbst. Genannt werden unter anderem Hanns-Josef Ortheils Das große Fest der Schrift zum Literaturfestival Prosanova von 2005, Kulturtagebuch. Leben und Schreiben in Hildesheim von 2007, Calendarium I von 2008 und Institutsprosa: Zwanzig Jahre Schreibschule Hildesheim von 2019.

Kritik und Debatten

2014 kritisierte Florian Kessler, ein Absolvent und späterer Dozent des Studiengangs, in einem Beitrag für Die Zeit die soziale Zusammensetzung des Studiengangs. Er bezeichnete ihn als „die Dominanzgeschichte eines einzigen beharrenden Milieus“. Nach seiner Kritik stammten die Studierenden beinahe ausschließlich aus dem Bildungsbürgertum und der intellektuellen Oberschicht.

Kessler argumentierte, diese soziale Undurchlässigkeit führe zu sozialer Konformität bei Gegenwartsliteraten und dadurch auch zu einer Homogenität ihrer Werke. Er sprach von einer „satten Form von ästhetischer Bürgerkinder-Anspruchslosigkeit“. Der Beitrag löste in verschiedenen Medien sowohl Zustimmung als auch Kritik aus.

Im Sommer 2017 stand der Studiengang außerdem im Mittelpunkt einer Debatte um Sexismus an Schreibschulen.

Personen aus dem Studienumfeld

Der Artikel nennt zahlreiche Absolventinnen, Absolventen und Studierende, die später als Autorinnen, Autoren, Journalistinnen, Lektoren, Dramaturginnen, Performance-Künstler oder in anderen literarischen und kulturellen Berufen tätig wurden. Dazu gehören unter anderem Shida Bazyar, Paul Brodowsky, Thomas Klupp, Mariana Leky, Leif Randt, Ronja von Rönne und Philipp Winkler.

Die Liste zeigt, dass der Studiengang ein sichtbares Netzwerk im deutschsprachigen Literaturbetrieb hervorgebracht hat. Für das Verständnis des Artikels ist dabei weniger jede einzelne Person entscheidend als die Rolle des Studiengangs als Ausbildungsort für viele Akteurinnen und Akteure der Gegenwartsliteratur und des Kulturjournalismus.

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