Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Korg M1

Der Korg M1 ist ein digitaler Synthesizer des Typs „Workstation“ und wurde zwischen 1988 und 1994 gebaut. Der Korg M1 ist neben dem Yamaha DX7 der am …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Klangerzeugung und Aufbau
  3. 3. Modelle und Weiterentwicklungen
  4. 4. Verbreitung in der Musik

Grundidee und Bedeutung

Der Korg M1 ist ein digitaler Synthesizer des Typs „Workstation“ und wurde von KORG zwischen 1988 und 1994 gebaut. Eine Music Workstation bündelt mehrere Funktionen für einfache Musikproduktion in einem Gerät. Beim M1 gehören dazu ein Sample-ROM-basierter Synthesizer, Effektgeräte, ein Drumcomputer und ein 8-Spur-MIDI-Sequenzer.

Der M1 gilt neben dem Yamaha DX7 als einer der meistgebauten Synthesizer und als erste „erschwingliche“ Music Workstation. Zur Ausstattung gehören 61 anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch, 16-stimmige Polyphonie, 8-fache Multitimbralität, MIDI-Anschlüsse, zwei Effektprozessoren und ein 8-Spur-Sequenzer für 10 Songs, 100 Patterns und 7.700 Noten.

Klangerzeugung und Aufbau

Die Klangerzeugung des Korg M1 beruht auf der von KORG so genannten AI-Synthese. Grundlage ist ein Vorrat von 144 gesampelten Wellenformen mit 4 MB Speicher. Diese Wellenformen sind teils synthetisch und stammen teils von Naturinstrumenten wie Klavier, Streichinstrumenten oder Gitarren.

Die Samples können nach dem Prinzip der subtraktiven Synthese weiterverarbeitet werden. Dabei wird ein Klang durch Filterung und Klangformung verändert. Pro Stimme besitzt der M1 einen digitalen Tiefpassfilter mit 12 dB ohne Resonanz, drei vierstufige Hüllkurven und zwei einfache LFOs, die hier MGs genannt werden. Ein LFO ist ein langsam schwingender Oszillator zur Modulation, also zur Veränderung von Klangparametern.

Für die weitere Klangbearbeitung stehen zwei identische Effektprozessoren zur Verfügung. Jeder bietet 33 Effektalgorithmen, darunter Effekte wie Hall, Delay und Chorus. Der M1 ist 16-stimmig polyphon, kann also bis zu 16 Stimmen gleichzeitig erzeugen. Außerdem ist er 8-fach multitimbral, sodass bis zu acht unterschiedliche Klänge gleichzeitig wiedergegeben werden können.

Modelle und Weiterentwicklungen

Die Rackversion des Korg M1 heißt Korg M1R. Eine spätere Variante ist der M1R-EX mit erweitertem 8-MB-Wellenformenspeicher. Der Korg M3R ist eine abgespeckte Version des M1R: Er besitzt nur 2 MB Wellenformenspeicher, ein kleineres Display und keinen eingebauten Sequencer.

Auf die M-Serie folgte 1989 die T-Serie. Ihr Wellenformenvorrat entspricht der M1R-EX-Variante. Zusätzlich bietet sie eine verbesserte Bedienung mit größerem Display und weitere Funktionen. Die T-Serie wurde als T3 mit 61 Tasten, T2 mit 76 Tasten und T1 mit hochwertigem Holzgehäuse und 88 gewichteten Tasten angeboten.

Ab 1993 wurde der M1 auch als M1EX angeboten. Dieses Modell besitzt den 8-MB-Wellenformspeicher der M1R-EX- beziehungsweise T-Serie. Für normale M1-Geräte gab es ein entsprechendes Expansion-Kit als Zusatzplatine zum Einbau.

Verbreitung in der Musik

Der Korg M1 ist in vielen zeitgenössischen Musikproduktionen zu hören. Genannt werden unter anderem „No Ordinary Love“ von Sade, „Hiroshima“ von Sandra und „Innocent“ von Mike Oldfield. Bei „Innocent“ ist der M1 auch im zugehörigen Video zu sehen.

Besonders beliebt sind im House die Orgel- und Klavierklänge des M1. Auch die Band Europe verwendete diesen Synthesizer. Wegen seines charakteristischen Klangs wird dem Korg M1 inzwischen ein gewisser Status als Neo-Klassiker unter den Synthesizern zugeschrieben.

Weiterlesen