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Kontrapunktierung
Bei der Kontrapunktierung steht der Charakter der Musik im Gegensatz zum Inhalt des Bildes, beispielsweise wenn bei einer Kampf- oder Kriegsszene ruhige …
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Bedeutung und Wirkungsweise
Kontrapunktierung, auch Kontrapunktik, bezeichnet eine Funktion der Filmmusik. Der Begriff leitet sich vom musikalischen Kontrapunkt ab und geht nach einem häufig zitierten Vorschlag auf den Musikwissenschaftler Hansjörg Pauli (1976) zurück.
Dabei steht der Charakter der Musik im Gegensatz zum Inhalt des Bildes: Zu einer Kampf- oder Kriegsszene kann beispielsweise ruhige Klaviermusik erklingen. Bild und Musik erzeugen zusammen dadurch eine neue Aussage, die in den einzelnen ursprünglichen Aussagen nicht enthalten ist. Die daraus entstehende Sicht auf den Gesamtzusammenhang bildet sich beim Zuschauer beziehungsweise Zuhörer selbst und hängt von dessen Erfahrungen sowie aktiver Teilhabe am Filmgeschehen ab.
Beispiele aus Filmen
- In „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ wird die Vernichtung der menschlichen Zivilisation mit „We’ll Meet Again“ verbunden.
- In „Good Morning, Vietnam“ begleiten „What a Wonderful World“ den Aufmarsch von Truppen und die Niederschlagung von Protesten.
- In „Das Leben des Brian“ wird die Kreuzigung mit „Always Look on the Bright Side of Life“ verbunden.
- In „Schindlers Liste“ erklingen während Erschießungen bei der Räumung des Ghettos Bachs Englische Suiten.