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Kluft (Zunftkleidung)

Die Kluft (von hebräisch qellippa : Schale, Rinde) ist die traditionelle Bekleidung oder Tracht eines Handwerksgesellen, insbesondere der Wandernden …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung
  2. 2. Bestandteile
  3. 3. Symbolik
  4. 4. Farben und Stoffe
  5. 5. Erkennungszeichen der Vereinigungen

Grundbedeutung

Die Kluft ist die traditionelle Bekleidung oder Tracht eines Handwerksgesellen, besonders eines wandernden Gesellen während der Walz. Sie dient zwei Zwecken: Sie schützt den Träger als Arbeitskleidung und zeigt nach außen, zu welcher Zunft, welchem Beruf oder welcher Gesellenvereinigung jemand gehört. Seit der Abschaffung der Zünfte durch die Gewerbefreiheit in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hat sich eine bestimmte Form der Kluft erhalten.

Bestandteile

Zur Kluft gehören mehrere typische Kleidungsstücke und Zeichen. Der Hut ist immer schwarz und kann ein Schlapphut mit breiter Krempe, ein Zylinder oder ein Koks sein. Zimmerleute tragen meist einen Schlapphut, den Obermann. Der Hut steht für den freien Mann und wird nur zu bestimmten Gelegenheiten abgenommen, zum Beispiel beim Essen, in fremden Gasthäusern jedoch nicht.

Weitere Bestandteile sind die Staude, ein kragenloses weißes Hemd, die Hose mit Seitentaschen für Arbeitsutensilien wie Meterstab und Bleistift, die Weste, das Jackett, dunkle Schuhe oder Stiefel, die Ehrbarkeit als binderähnliches Zeichen, ein Ohrring, der Stenz als Wanderstock, das Koppel mit Koppelschloss sowie eine Taschenuhr mit Uhrkette. An der Uhrkette können die Wappen besuchter Städte befestigt werden.

Symbolik

Viele Teile der Kluft haben eine symbolische Bedeutung. Die Weste trägt acht weiße Perlmuttknöpfe vorn, die für den 8-Stunden-Arbeitstag stehen. Das Garn wird so angenäht, dass es den Buchstaben „Z“ bildet; bei den Freien Vogtländern Deutschlands wird ein „V“ verlangt. Die Weste heißt auch Kreuzspinne.

Das Jackett hat sechs Perlmuttknöpfe vorn, die für die 6-Tage-Woche stehen. An den Ärmeln befinden sich jeweils drei Knöpfe, stellvertretend für drei Lehrjahre und drei Wanderjahre. Der Ohrring kann ein Zunftzeichen tragen und wird gegebenenfalls mit Hammer und Nagel durch einen gezielten Schlag gestochen. Der Stenz ist ein Wanderstock aus besonderem Holz, den jeder Wandergeselle selbst suchen muss.

Farben und Stoffe

Die Farbe der Kluft hängt vom Beruf ab. Holzberufe tragen schwarz. Steinberufe tragen helle Farben: früher weiß, heute grau für Maurer oder beige beziehungsweise hellbraun für Steinmetze und Steinbildhauer. Metallberufe tragen blau. Textilberufe wie Schneider oder Täschner tragen rot. Köche und andere Lebensmittelberufe tragen Pepita.

Die Kluft kann aus verschiedenen Stoffen bestehen, darunter Manchester-, Trenker- oder Genuacord, Samt, Deutschleder, Pilot beziehungsweise Englischleder oder Zwirn-Doppel-Pilot. Diese Stoffe bestehen ganz oder fast ausschließlich aus Baumwolle. Biesen kommen bei Schachtszugehörigkeit in der jeweiligen Farbe vor.

Erkennungszeichen der Vereinigungen

Die Ehrbarkeit zeigt häufig die Zugehörigkeit zu einem Schacht, also einer Gesellenvereinigung. Freireisende tragen keine Ehrbarkeit. Die Farben und Zeichen unterscheiden sich: Schwarz steht für die Gesellschaft der rechtschaffenen fremden Maurer und Steinhauer, Blau für den Rolandschacht, Rot für den Fremden Freiheitsschacht, Gold für die Freien Vogtländer Deutschlands. Bei diesen werden die Buchstaben „FVD“ im eingeschlagenen Hemd auf der Brust getragen. Axt und Kelle nutzen einen Ohrring mit Emblem.

Weitere Erkennungszeichen sind Grau für den Freien Begegnungsschacht, genannt „Die Elefanten“, Schwarz mit Rose für die Bruderschaft zur Rose Quedlinburg und Döllnitz, eine Krawattenkordel für die Gewandhausgesellen Leipzig und drei Knöpfe am Hut für die Heidberg Frei-Zunft Güstrow und Moratneustetten. Nicht direkt zur Kluft, aber eindeutig der Kleidung und der jeweiligen Vereinigung zugeordnet ist der Charlottenburger.

Lernvideos zu Kluft (Zunftkleidung)

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