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Kangiten
Kangiten, auch Shõten (Heiliger Gott) genannt, ist eine buddhistische Form des hinduistischen Gottes Ganesha, Herr des Wohlstands, Beseitiger von Hindernissen …
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Kangiten als buddhistische Ganesha-Form
Kangiten, auch Shōten („Heiliger Gott“), ist die buddhistische Form des hinduistischen Gottes Ganesha in Japan. Er gilt als Herr des Wohlstands, als Beseitiger von Hindernissen und als Förderer des Lernens.
Darstellungen zeigen Kangiten sitzend oder stehend, mit verschiedenen Emblemen sowie mit zwei oder sechs Armen. Besonders sind gepaarte Figuren: Sie stellen in Japan einen männlichen und einen weiblichen Kangiten dar, sind aber meist so zurückhaltend gestaltet, dass ihr Geschlecht nicht erkennbar ist. Diese Bilder werden größtenteils geheim gehalten und nicht öffentlich gezeigt.
Bei der Aufnahme Ganeshas als Gott der Freude in die esoterisch-buddhistische Götterwelt wurden auch die zugehörigen Rituale angepasst. Die indische Süßigkeit Modaka, die Ganesha liebt, wurde dabei zur japanischen Variante Karakudamono beziehungsweise Tōgashi. Die in indischer religiöser Kunst betonte Körperlichkeit und explizite Sexualität waren in Ostasien durch die konfuzianische Ethik eingeschränkt.
Verehrung und Bedeutung der Paardarstellungen
Kangiten kam im 8. und 9. Jahrhundert während einer Begeisterungswelle für den esoterischen Buddhismus nach Japan. Dort erhielt er einen dauerhaften, wenn auch geringfügigen Platz in Religion und Kunst. Er wird in ganz Japan verehrt; das aktivste Kultzentrum ist der buddhistische Tempel Hōzan-ji auf dem Berg Ikoma.
In der späten Heian-Zeit entstanden Zeichnungen von Kangiten-Figuren, anschließend in der Heian-Zeit Zeichnungen und Goldbronze-Statuen von Kangiten-Paaren. Diese seltenen japanischen Fassungen explizit sexueller Bilder wurden im tibetischen Buddhismus sehr bedeutend. Im tantrischen Buddhismus symbolisiert die Interaktion von Mann und Frau die Interaktion von Geist und Materie, aus der die sichtbare Welt hervorging.