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Kamal al-Hajj
Kamal Youssef al-Hajj, auch al-Hadsch (* 1917; † 1976), war ein libanesischer Philosoph. Er war Maronit. Al-Hajj arbeitete als Professor für Philosophie.
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Person und wissenschaftliche Prägung
Kamal Youssef al-Hajj, auch al-Hadsch (* 1917; † 1976), war ein libanesischer Philosoph und Maronit. Er arbeitete als Professor für Philosophie.
Die französische Philosophie beeinflusste ihn stark. An der Universität Sorbonne in Paris promovierte er mit einer Arbeit über Henri Bergson. Zugleich setzte er sich für die arabische Sprache im Libanon ein. Seine sprachphilosophischen Studien führten ihn zur Frage nach der libanesischen Identität.
Libanesische Philosophie und politische Position
Al-Hajj entwickelte eine „libanesische Philosophie“. Ihr Ausgangspunkt ist die Dualität von Wesen und Existenz: Die Existenz ist die Verwirklichung des Wesens.
Auf den Libanon übertragen bedeutete dies für ihn: Religion gehört zum Wesen, Konfessionalismus zur Existenz. Konfessionalismus bezeichnet die politische und gesellschaftliche Bedeutung von Religionsgemeinschaften. Blinder fanatischer Konfessionalismus war für al-Hajj kein Argument gegen Religion selbst, sondern eine falsche Anwendung des Konfessionalismus.
Er befürwortete den politischen Konfessionalismus im Libanon. Da Religion für ihn eine Frage der Doktrin, also einer verbindlichen Lehre, ist, könne auch kein Staat oder keine Nation ohne Doktrin leben. Auch Atheismus und Logik unterliegen nach seiner Auffassung einer Doktrin.
Al-Hajj wurde während des libanesischen Bürgerkrieges durch ein Attentat ermordet.