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Kaliumhydrogenphthalat

Kaliumhydrogenphthalat (auch Kaliumsäurephthalat genannt) ist ein Salz der o-Phthalsäure. Der farblose, kristalline Feststoff ist löslich in Wasser.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Stoff und grundlegende Daten
  2. 2. Verhalten in Wasser
  3. 3. Einsatz als Referenz- und Puffersubstanz
  4. 4. Einsatz bei der Wasseranalytik

Stoff und grundlegende Daten

Kaliumhydrogenphthalat, auch Kaliumsäurephthalat oder KHP genannt, ist ein Salz der o-Phthalsäure. Es hat die Summenformel C₈H₅KO₄ und liegt als farbloser beziehungsweise weißer, kristalliner Feststoff vor. Die molare Masse beträgt 204,22 g·mol⁻¹, die Dichte 1,64 g·cm⁻³. Der Stoff schmilzt bei 295–300 °C unter Zersetzung.

KHP ist in Wasser mäßig löslich (80 g·l⁻¹ bei 20 °C) und auch in Ethanol mäßig löslich. Es besitzt keine GHS-Piktogramme sowie keine H- oder P-Sätze. Die angegebene orale LD₅₀ für Ratten liegt über 3200 mg·kg⁻¹.

Verhalten in Wasser

In Wasser dissoziiert Kaliumhydrogenphthalat vollständig in Kalium-Kationen K⁺ und Hydrogenphthalat-Anionen HP⁻. Das Hydrogenphthalat-Anion wirkt als schwache Säure: Es reagiert nur in geringem Umfang und reversibel mit Wasser. Dabei entstehen Oxonium-Ionen H₃O⁺ und zweifach negativ geladene Phthalat-Ionen P²⁻:

HP⁻ + H₂O ⇌ P²⁻ + H₃O⁺

Einsatz als Referenz- und Puffersubstanz

KHP wird als Standard-Referenzmaterial für die pH-Messung bei pH 4,01 verwendet. Außerdem dient es in Kombination mit Salzsäure oder Natriumhydroxid als Puffersubstanz. Ein Puffer ist eine Lösung, deren pH-Wert sich bei Zugabe von Säure oder Base nur begrenzt verändert.

Einsatz bei der Wasseranalytik

Kaliumhydrogenphthalat wird auch als Konzentrationsstandard für Summenparameter der organischen Belastung von Wässern eingesetzt. Dazu gehören der organisch gebundene Kohlenstoff (TOC) und der chemische Sauerstoffbedarf (CSB).

Dieser Einsatz wird diskutiert: KHP kann mit heutigen TOC- und CSB-Methoden vergleichsweise leicht oxidiert werden. Ein KHP-Standard kann daher gegebenenfalls nicht ausreichend zeigen, ob die Methoden die organische Belastung realer Proben zutreffend erfassen. Reale Proben können auch organische Stoffe enthalten, die schwerer oxidierbar sind. Als mögliche Alternative wird die oxidativ schwerer zugängliche 2,4-Pyridindicarbonsäure genannt.

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