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Johanna Wenckebach

Johanna Wenckebach (* 1982) ist eine deutsche Juristin und Arbeitsrechtlerin. Seit 2024 ist sie Hauptjuristin (Justiziarin) im Vorstand der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Wer sie ist
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Gremien und Mitbestimmung
  4. 4. Veröffentlichungen und Themen
  5. 5. Auszeichnung

Wer sie ist

Johanna Wenckebach (* 1982) ist eine deutsche Juristin und Arbeitsrechtlerin. Arbeitsrecht ist der Rechtsbereich, der Regeln für Arbeitsverhältnisse, Beschäftigte, Arbeitgeber, Tarifverträge und betriebliche Mitbestimmung umfasst. Seit 2024 ist Wenckebach Hauptjuristin, also Justiziarin, im Vorstand der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall). Dort leitet sie das Ressort Recht und Datenschutz.

Sie ist besonders mit arbeitsrechtlicher Forschung, gewerkschaftlicher Rechtsarbeit und Fragen der betrieblichen Mitbestimmung verbunden. Seit 2023 ist sie Professorin für Arbeitsrecht an der University of Labour in Frankfurt am Main. Außerdem ist sie ehrenamtliche Richterin am Bundesarbeitsgericht, dem höchsten deutschen Gericht für arbeitsrechtliche Streitigkeiten.

Ausbildung und beruflicher Weg

Wenckebach studierte Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Universität Salamanca. 2012 wurde sie an der Universität Bremen mit einer Dissertation zum Antidiskriminierungsrecht promoviert. Antidiskriminierungsrecht meint rechtliche Regeln gegen Benachteiligung, zum Beispiel wegen bestimmter persönlicher Merkmale. Ihr Referendariat absolvierte sie in Berlin und Brandenburg; 2016 legte sie das Zweite Staatsexamen ab.

Vor ihrer Tätigkeit bei der IG Metall arbeitete sie in Forschung und Lehre, unter anderem an der Hebräischen Universität Jerusalem, der Europa-Universität Viadrina und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Ab 2016 war sie Tarifjuristin in der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen der IG Metall. Eine Tarifjuristin befasst sich mit rechtlichen Fragen rund um Tarifverträge, also Vereinbarungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern über Arbeitsbedingungen wie Lohn, Arbeitszeit oder Urlaub.

2019 übernahm Wenckebach die Leitung des Hugo-Sinzheimer-Instituts für Arbeitsrecht der Hans-Böckler-Stiftung. Das Institut betreibt arbeitsrechtliche Forschung mit Praxisbezug. Von 2019 bis 2023 war sie dort Wissenschaftliche Direktorin. 2024 wechselte sie als Justiziarin in den Vorstand der IG Metall.

Gremien und Mitbestimmung

Wenckebach war von 2019 bis 2020 Mitglied und stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Volkswagen Sachsen GmbH, einer Tochtergesellschaft von Volkswagen. Ein Aufsichtsrat kontrolliert und berät die Unternehmensleitung; in größeren Unternehmen spielen dabei auch Arbeitnehmervertretung und Mitbestimmung eine wichtige Rolle.

2024 wurde sie in den Aufsichtsrat der BMW AG gewählt. Diese Mitgliedschaften zeigen ihre Verbindung zwischen juristischer Expertise im Arbeitsrecht, Gewerkschaftsarbeit und Unternehmensgremien.

Veröffentlichungen und Themen

Zu Wenckebachs ausgewählten Veröffentlichungen gehören Arbeiten zu praktischen und aktuellen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts. 2023 gab sie zusammen mit Olaf Deinert und Bertram Zwanziger das Handbuch „Arbeitsrecht. Handbuch für die Praxis“ in der 11. Auflage im Bund-Verlag heraus.

Weitere genannte Veröffentlichungen behandeln unter anderem Plattformarbeit, also Arbeit über digitale Plattformen, sowie Ansprüche auf angemessene Vorkehrungen nach § 12 AGG. Das AGG ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Außerdem veröffentlichte sie mit Felix Welti zum barrierefreien Zugang zu Waren und Dienstleistungen. 2020 erschien ein Interview mit ihr im Podcast der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel „SYSTEMRELEVANT 29 – Tarifbindung stärken?“

Auszeichnung

2019 wurde Johanna Wenckebach vom Wirtschaftsmagazin Capital in die Liste „Top 40 unter 40“ in der Kategorie Wissenschaft und Gesellschaft aufgenommen. Diese Auszeichnung nennt Personen unter 40 Jahren, die in ihrem Bereich als besonders einflussreich oder beachtenswert gelten.

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