Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Internationales Institut für Sozio-Informatik
Die Arbeiten des IISI knüpfen an langjährigen Forschungskooperationen zwischen ProSEC, dem Projektbereich Software-Ergonomie und CSCW an der Universität Bonn …
Inhalt4 Abschnitte
Aufgabe und Einordnung
Das Internationale Institut für Sozio-Informatik (IISI) wurde 2000 in Bonn gegründet. Es erforscht, wie Anwendungen der Informatik in sozialen Systemen eingesetzt werden und diese beeinflussen. Sozio-Informatik betrachtet dabei Informatik nicht nur als Technik, sondern im Zusammenhang mit Menschen, Organisationen und Gesellschaft.
Am IISI arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär, also fachübergreifend. Sie verbinden Fragestellungen aus Informatik, Soziologie, Psychologie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Das Institut ist eine freie Forschungseinrichtung und wird vom gemeinnützigen Verein The Group e.V. getragen.
Forschungsschwerpunkte und Fachbegriffe
Zu den zentralen Themenfeldern gehören vernetztes Lernen, Wissensmanagement, computerunterstützte Gruppenarbeit, elektronische Demokratie und Mensch-Maschine-Interaktion.
Vernetztes Lernen bezeichnet Lernen mithilfe von Netzwerken und digitalen Medien. Wissensmanagement umfasst das Erfassen, Teilen und Nutzen von Wissen in Organisationen. Computerunterstützte Gruppenarbeit untersucht, wie Menschen mit digitalen Werkzeugen zusammenarbeiten. Elektronische Demokratie meint Formen politischer Beteiligung mit digitalen Medien. Mensch-Maschine-Interaktion beschreibt die Gestaltung und Nutzung der Schnittstelle zwischen Menschen und technischen Systemen.
Die Expertinnen und Experten verfügen über Erfahrung in CSCL (Computer-Supported Cooperative Learning), also computerunterstütztem kooperativem Lernen, PD (Participatory Design), also einer Gestaltung unter Beteiligung der späteren Nutzerinnen und Nutzer, sowie HCI (Human Computer Interaction), der Mensch-Maschine-Interaktion.
Leitfragen der Sozio-Informatik
Im Mittelpunkt steht eine benutzerorientierte und nachhaltige Technikgestaltung. Benutzerorientiert bedeutet, dass Bedürfnisse und Handlungen der Menschen bei der Entwicklung technischer Systeme berücksichtigt werden. Nachhaltig ist die Gestaltung, wenn soziale, organisatorische und technische Entwicklungen in ihrer Wechselwirkung betrachtet werden.
Das IISI untersucht unter anderem, wie technologische Innovationen in medialen Anwendungen nutzbar werden können, welche Anforderungen soziale und organisatorische Entwicklungen an Neue Medien stellen und welche Folgen Neue Medien für Gesellschaft, Organisationen und Individuen haben. Weitere Fragen betreffen Veränderungen des Lebens durch informationstechnische Systeme, etwa beim Lernen, Arbeiten, Konsumieren und Spielen, sowie das theoretische Erfassen und Gestalten des Zusammenspiels sozialer und technischer Netzwerke.
Zusammenarbeit und praktische Leistungen
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gemeinsam mit Unternehmen sowie nicht profitorientierten Organisationen (NPO) und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) durch. Dafür nutzt das IISI ein Netzwerk von Partnern aus Forschung und Industrie.
Zu den Forschungs- und Beratungsaktivitäten zählen integrierte Organisations- und Technikentwicklung, Evaluation und Begleitforschung, Projektentwicklung und -planung, Usability Studies und Mediengestaltung, die Unterstützung virtueller Organisationsstrukturen sowie Communities of Practice. Usability Studies prüfen dabei, wie gut ein Produkt oder Medium von seinen Nutzerinnen und Nutzern verwendet werden kann. Communities of Practice sind Gruppen, in denen Menschen mit gemeinsamen Aufgaben oder Interessen Erfahrungen und Wissen austauschen.
Ein internationaler Beirat unterstützt die Arbeit des IISI.