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Institut für Wiener Klangstil

Das Institut für Wiener Klangstil (Musikalische Akustik) ist eine universitäre Ausbildungsstätte und Teil der staatlichen Universität für Musik und …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung des Instituts
  3. 3. Mess- und Analyseverfahren
  4. 4. Computergestützte Instrumentendiagnose

Aufgabe und Bedeutung

Das Institut für Wiener Klangstil (Musikalische Akustik) ist eine universitäre Ausbildungs- und Forschungseinrichtung der staatlichen Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in Österreich. Es wurde 1971 gegründet, wird von Werner Goebl geleitet und hat etwa zehn Mitarbeiter, darunter zwei Professoren.

Das Institut betreibt Grundlagenforschung und untersucht vor allem Fragen, die für Musiker wichtig sind. In der angewandten Forschung beschäftigt es sich insbesondere mit der Akustik von Musikinstrumenten und damit, wie deren Bau und Klangverhalten die Spieltechnik beeinflussen. Zu den Forschungsgebieten gehören Musikalische Akustik, Psychoakustik, die Physiologie des Hörens und Instrumentalspiels, Instrumentenkunde, Signalverarbeitung, Modellbildung und Messtechnik.

Entwicklung des Instituts

Der Ausdruck „Wiener Klangstil“ erschien erstmals 1966 in einem Schreiben von Hans Sittner, dem damaligen Präsidenten der Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien. Darin beantragte er beim Bundesministerium für das Studienjahr 1966/67 sechs neue wissenschaftliche Institute, darunter ein Institut für Wiener Klangstil.

Unter dem Institutsleiter Hans Hadamovsky bestand das Institut zunächst nur auf dem Papier und zeigte bis 1980 keine Aktivitäten. In einem Brief an das Rektorat definierte Hadamovsky 1971 erstmals seinen Zweck: die Schaffung der stofflichen Grundlagen des „Wiener Klangstils“. 1973 veröffentlichte er im Eigenverlag das dreibändige, handschriftlich verfasste Werk „Der Wiener Bläserstil“. Darin wurden die damaligen Besonderheiten der Wiener Musiziertradition erstmals schriftlich festgelegt, allerdings überwiegend aus subjektiver Sicht.

1980 erhielt das Institut eine Assistentenstelle und nahm seine praktische Arbeit auf. Danach untersuchte es mit naturwissenschaftlichen Methoden die baulichen, akustischen und spieltechnischen Besonderheiten der Wiener Oboe, des Wiener Horns und der Wiener Pauke. Seit der Neugliederung der Universität im Jahr 2002 trägt es als Institut 22 den Namen „Institut für Wiener Klangstil (Musikalische Akustik)“. Der Namenszusatz verweist auf das inzwischen erweiterte Aufgabenfeld.

Mess- und Analyseverfahren

Das Akustische Labor stellt verschiedene Verfahren zur Untersuchung von Instrumenten und Klängen bereit:

  • Klanganalysen untersuchen die akustischen Eigenschaften eines Tons oder Klangs.
  • Messungen der Abstrahlcharakteristik zeigen, wie sich der Schall eines Instruments in verschiedene Richtungen ausbreitet.
  • Messungen der akustischen Eingangsimpedanz und Admittanz erfassen den Widerstand eines Systems gegenüber Schallschwingungen beziehungsweise dessen akustische Durchlässigkeit.
  • Modalanalysen und Beschleunigungsmessungen untersuchen charakteristische Schwingungsformen und Bewegungen.
  • Interferometrie dient der Vibrationsanalyse; eingesetzt wird dabei unter anderem die „Electronic Speckel Pattern Interferometry“.
  • Hochgeschwindigkeitsaufnahmen machen sehr schnelle Bewegungs- und Schwingungsabläufe sichtbar.

Computergestützte Instrumentendiagnose

Seit 1989 entwickelt das Institut die Werkzeuge „BIAS“ und „VIAS“. Sie dienen als computergestützte Diagnose- und Therapiesysteme für Musikinstrumente und werden von Instrumentenbauschulen, Museen und Universitäten weltweit eingesetzt. Seit 2008 wird ihre Vermarktung durch das Spin-off-Unternehmen ARTIM fortgesetzt.

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