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Institut für Molekulare Biologie
Die Forscher am IMB betreiben in erster Linie Grundlagenforschung in den Bereichen der Entwicklungsbiologie, dem Altern, der Epigenetik und der Genomstabilität.
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Aufgabe und Profil des Instituts
Das Institut für Molekulare Biologie gGmbH (IMB) ist ein Forschungszentrum der Lebenswissenschaften auf dem Campus der Universität Mainz. Es betreibt Grundlagenforschung, also Forschung zum Verständnis grundlegender biologischer Prozesse, und wird von der Boehringer Ingelheim Stiftung sowie dem Land Rheinland-Pfalz finanziert. Leiter ist Christof Niehrs; das Institut hat 250 Mitarbeiter.
Die Forschungsschwerpunkte sind Entwicklungsbiologie, Epigenetik, Genomstabilität und Altern. Entwicklungsbiologie untersucht, wie sich Lebewesen und ihre Zellen entwickeln. Epigenetik befasst sich mit Veränderungen der Genaktivität, die nicht auf Änderungen der DNA-Sequenz beruhen. Genomstabilität beschreibt den Erhalt und die Reparatur des Erbguts. Viele Fragen am IMB verbinden zwei oder alle dieser Bereiche.
Entstehung und Ausbau
Anfang 2009 stellte die Boehringer Ingelheim Stiftung Mittel für ein neues Exzellenzzentrum der Lebenswissenschaften bereit. Der vom Land Rheinland-Pfalz finanzierte Neubau auf dem Campus der Universität Mainz begann im Dezember 2009.
Im Mai 2010 wechselte der Entwicklungsbiologe Christof Niehrs vom DKFZ an das neue Institut und wurde Gründungsdirektor. In diesem Zusammenhang wurden der Name Institut für Molekulare Biologie sowie die Ausrichtung auf Entwicklungsbiologie, Epigenetik und DNA-Reparatur festgelegt. Der größte Teil des Gebäudes wurde im März 2011 eröffnet. Fünf Forschungsgruppen begannen im Juli 2011, vier weitere im Januar 2012. Von 2013 bis 2015 kamen acht Gruppen hinzu, von 2018 bis 2020 weitere sechs. Seit Herbst 2020 ist die Kernfinanzierung durch Stiftung und Land bis Mitte 2027 gesichert.
Forschungsgruppen und Themen
Die Forschungsgruppen werden jeweils von einem Gruppenleiter geführt. Zu ihren Themen gehören Transposons und Genomstabilität (Joan Barau), Telomerbiologie und chromosomale Vererbung (Peter Baumann und Brian Luke), Chromatin-Biologie (Petra Beli und Sandra Schick), quantitative Proteomik (Falk Butter), nicht-kodierende RNA (René Ketting) sowie Genom- und RNA-Forschung (Julian König).
Weitere Arbeitsgebiete sind Gendosierungsänderungen (Claudia Keller Valsecchi), Organisation und Dynamik von Proteomen (Anton Khmelinksii), Altern und altersbedingte Krankheiten (Nard Kubben), synthetische Biophysik der Proteinstörung (Edward Lemke), integrative Systembiologie (Katja Luck), DNA-Demethylierung, DNA-Reparatur und Reprogrammierung von Zellen (Christof Niehrs), Erhaltung des Genoms (Vassilis Roukos), Ubiquitin und SUMO bei der Genomstabilität (Helle Ulrich) sowie strukturelle Chronobiologie (Eva Wolf).
Kooperationen und Nachwuchsförderung
Das IMB koordiniert gemeinsame Forschungsinitiativen mit der Johannes Gutenberg-Universität, der Universitätsmedizin Mainz, dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung und weiteren Einrichtungen. Sie sollen Verbindungen in der molekularbiologischen Forschung stärken und Forschungsstellen, Core Facilities sowie Ausbildungsprogramme für junge Wissenschaftler finanzieren.
Dazu gehören der DFG-geförderte Sonderforschungsbereich SFB 1361 „Regulation der DNA-Reparatur und Genomstabilität“ und das DFG-geförderte Graduiertenkolleg „GenEvo“ zur Rolle der Genregulation für die Evolution. Das International PhD Programme (IPP) wird vom IMB koordiniert und umfasst Gruppen des IMB, der Johannes Gutenberg-Universität und ihrer Universitätsmedizin. Es deckt Biochemie, Genetik, Zell- und Entwicklungsbiologie, Bioinformatik, Systembiologie und angewandte Physik ab; die drei Institutionen finanzieren es gemeinsam.
Die International Summer School ist ein jährliches sechswöchiges Programm für Bachelor- und Masterstudierende aus aller Welt zu Genregulation, Epigenetik und Genomstabilität. Das IMB-Postdoc-Programm IPPro unterstützt Postdocs durch wissenschaftliche und technische Hilfe sowie individuell zugeschnittenes Mentoring.
Ausstattung, Standort und Qualitätskontrolle
Zentrale Service-Einheiten, die Core Facilities, unterstützen die praktische Forschungsarbeit. Sie bieten unter anderem Bioinformatik und Datenanalyse, Durchflusszytometrie zur Sortierung und Analyse von Zellen, Next-Generation-Sequenzierung von DNA und RNA, Histologie für das Einbetten, Schneiden und Färben von Gewebe, Mikroskopie, Proteomanalyse sowie Produktion rekombinanter Proteine. Media Lab und E-Lab versorgen die Forschung zusätzlich mit Lösungen, Kulturmedien und Reagenzien, übernehmen technische Reparaturen und entwickeln spezielle Hilfsmittel.
Der 2011 fertiggestellte Neubau umfasst etwa 6000 Quadratmeter für Labore, Büros, Seminarräume und ein großes Auditorium. Er liegt nahe Einrichtungen der Johannes Gutenberg-Universität, zweier Max-Planck-Institute, der Hochschule Mainz und der Universitätsmedizin; im Rhein-Main-Gebiet befinden sich außerdem die Goethe-Universität Frankfurt am Main und die Technische Universität Darmstadt.
Ein wissenschaftlicher Beirat aus international anerkannten Wissenschaftlern bewertet das IMB regelmäßig. Dies soll eine unabhängige Beurteilung der Forschungsqualität ermöglichen und die angemessene sowie wirksame Verwendung der bereitgestellten Mittel öffentlich nachvollziehbar machen.