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Institut für Europäische Politik
Das Institut für Europäische Politik (IEP) in Berlin ist als gemeinnützige Organisation auf dem Gebiet der europäischen Integration tätig.
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Überblick und Bedeutung
Das Institut für Europäische Politik (IEP) in Berlin ist eine gemeinnützige Organisation, die auf dem Gebiet der europäischen Integration arbeitet. Europäische Integration bedeutet hier die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenarbeit und Annäherung in Europa, besonders im Zusammenhang mit der Europäischen Union. Das IEP zählt zu den führenden außen- und europapolitischen Forschungseinrichtungen in Deutschland. Es ist strategischer Partner des Auswärtigen Amtes und der Europäischen Kommission. Präsident des Instituts ist Werner Hoyer.
Das IEP arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Verwaltung und europäischer Bildung. Es untersucht europapolitische Themen wissenschaftlich, entwickelt politische Optionen und will damit die europäische Einigung fördern. Zu seinen Arbeitsformen gehören Forschungsvorhaben, Gesprächsforen, Konferenzen, EU-Ausbildungsprogramme und wissenschaftliche Publikationen zu aktuellen Fragen der europäischen Integration.
Entstehung und Netzwerke
Das IEP wurde in den 1950er Jahren durch die Europa-Union Deutschland im Umfeld der Europäischen Bewegung Deutschland gegründet. Seit den 1980er Jahren hat es sich zunehmend von den Europaverbänden emanzipiert, also stärker eigenständig entwickelt.
Das Institut ist Mitglied mehrerer Netzwerke: der Europäischen Bewegung Deutschland, des Arbeitskreises Europäische Integration e.V. und der Trans European Policy Studies Association (TEPSA). Diese Mitgliedschaften zeigen, dass das IEP in europapolitische Fach- und Austauschstrukturen eingebunden ist.
Forschung und Lehre
In Forschung und Lehre verbindet das IEP die Analyse aktueller europapolitischer Themen mit der Untersuchung langfristiger Entwicklungstrends. Die Forschungsaktivitäten sind in fünf Schwerpunktbereichen zusammengefasst. Die Forschungsabteilungen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themen europäischer Politik und Integration, zum Beispiel mit der „Debatte zur Zukunft der Europäischen Union“ sowie mit „Erweiterung, Nachbarschaft und Zentralasien“.
Die Ergebnisse der Forschung werden auch in Bildungsangeboten genutzt, etwa in Summerschools und Studienprogrammen. Ein Beispiel ist das englischsprachige PhD Support Programm „The EU, Central Asia and the Caucasus in the International System“ (EUCACIS), das das IEP in Kooperation mit dem Centre international de formation européenne (Cife) durchführt. Es richtet sich an Postgraduierte und junge Berufstätige aus der Region des weiteren Zentralasien.
Diskussion und Austausch
Ein wichtiges Ziel des IEP ist es, den Diskurs über europapolitische Themen zu fördern. Diskurs bedeutet hier der fachliche und öffentliche Austausch über politische Fragen. Das Institut bringt dafür politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Journalisten und Bürger zusammen.
Zu den Diskussionsformaten gehören die IEP-Mittagsgespräche und bilaterale Gesprächsforen, zum Beispiel das Deutsch-Portugiesische Forum und das Deutsch-Nordisch-Baltische Forum. Die Mittagsgespräche behandeln aktuelle Themen der europäischen Politik. Dafür werden Redner und Experten aus Regierung, Verwaltung und Wissenschaft der EU-Mitgliedstaaten und EU-Institutionen eingeladen, um Herausforderungen und Perspektiven der europäischen Integration zu diskutieren.
Zur Stärkung der Jugendbeteiligung an Europapolitik führt das IEP anlässlich der Trio-EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands, Portugals und Sloweniens das Projekt „EngagEUrCouncil“ durch. Es soll jungen Unionsbürgern ermöglichen, gemeinsam europapolitische Forderungen zu entwickeln.
Capacity Development
Die Abteilung „Capacity Development“ befasst sich mit der nachhaltigen Stärkung öffentlicher Verwaltungen in Ländern Südosteuropas. Capacity Development bedeutet hier den Aufbau von Fähigkeiten, Wissen und Strukturen, damit Verwaltungen besser arbeiten können. Im Mittelpunkt steht der Prozess der Heranführung dieser Länder an die EU.
Das IEP nutzt dafür Qualifizierungsprogramme und Veranstaltungsreihen. Es arbeitet eng mit internationalen Auftraggebern und Partnern zusammen, unter anderem mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Programme verbinden interaktive Lernmethoden mit fachlichem Wissens- und Erfahrungsaustausch. Ziel ist besonders der Know-how-Transfer und letztlich die Annäherung der Zielländer an die EU.
Publikationen und Personen
Das IEP gibt regelmäßig Publikationen heraus. Dazu gehören das „Jahrbuch der Europäischen Integration“, „Europa von A bis Z“, die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift „integration“ und die Reihe „Europäische Schriften“. Diese Veröffentlichungen dienen dazu, Wissen über europäische Integration und aktuelle europapolitische Entwicklungen zugänglich zu machen.
Als ehemalige Mitarbeiter nennt der Artikel Daniel Göler, Bernd Hüttemann, Barbara Lippert und Andreas Maurer.