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Ingo Wegener

Er hat 1990 mit BottomUp-Heapsort einen modifizierten Sortieralgorithmus vorgestellt, der im Durchschnitt schneller sortiert als der bekannte Quicksort.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Forschungsgebiet
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Wissenschaftliches Engagement und Funktionen
  4. 4. Ehrungen und wichtige Veröffentlichungen

Bedeutung und Forschungsgebiet

Ingo Werner Wegener (* 4. Dezember 1950 in Bremen; † 27. November 2008 in Bielefeld) war ein deutscher Informatiker und Wissenschaftler der theoretischen Informatik. Dieses Fach untersucht unter anderem mathematische Grundlagen von Algorithmen, ihre Effizienz und die Grenzen dessen, was berechnet werden kann.

Besonders bekannt wurde Wegener durch den 1990 vorgestellten Sortieralgorithmus BottomUp-Heapsort. Dabei handelt es sich um eine veränderte Form von Heapsort. Nach den Angaben des Artikels sortiert BottomUp-Heapsort im Durchschnitt schneller als der bekannte Quicksort. Zu Wegeners Forschungsgebieten gehörten außerdem Schaltkreistheorie, effiziente Algorithmen, Optimierung und Komplexitätstheorie. Die Komplexitätstheorie befasst sich mit dem Ressourcenbedarf von Algorithmen, insbesondere mit der Frage, wie effizient Probleme gelöst werden können.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Wegener erwarb am 16. Mai 1969 in Bremen das Abitur. Anschließend studierte er Mathematik und Soziologie an der Universität Bielefeld und schloss das Studium am 15. Januar 1976 als Diplom-Mathematiker mit Auszeichnung ab. Seine Diplomarbeit trug den Titel „Diskrete Suchprobleme“.

Von 1976 bis 1980 war er wissenschaftlicher Assistent in Bielefeld. Am 23. Februar 1978 wurde er dort bei Wolfgang Jakob Paul und Rudolf Ahlswede mit Auszeichnung zum Dr. rer. nat. promoviert. Der Titel seiner Dissertation lautete „Boolesche Funktionen, deren monotone Komplexität fast quadratisch ist“. Am 5. Februar 1981 habilitierte er sich ebenfalls in Bielefeld.

Vom 1. Oktober 1980 bis zum 13. August 1987 arbeitete Wegener zunächst bis 1982 als Gastprofessor und anschließend als C3-Professor für Informatik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit dem 14. August 1987 forschte und lehrte er an der Technischen Universität Dortmund auf dem Lehrstuhl Informatik 2 im Fachgebiet Effiziente Algorithmen und Komplexitätstheorie.

Wissenschaftliches Engagement und Funktionen

Wegener übernahm zahlreiche Aufgaben in der deutschen Informatik und Wissenschaftspolitik. 1992 wurde er zum Fachgutachter für theoretische Informatik der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt, 1996 bestätigt; dieses Amt hatte er bis 2000 inne. Von 1996 bis 2000 war er außerdem Vorsitzender des Fachausschusses für Informatik.

In der Gesellschaft für Informatik (GI) war er von 1989 bis 1991 Sprecher der Fachgruppe Theoretische Informatik. Danach war er bis 1994 Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Theoretische Informatik. Von 1994 bis 1996 leitete er den Fachbereich Theoretische Informatik und war Präsidiumsmitglied der GI.

Von 1989 bis 1998 gehörte Wegener der Bundesjury Mathematik/Informatik von „Jugend forscht“ an. Ihren Vorsitz hatte er von 1993 bis 1996 und erneut seit 2003. Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender des Auswahlausschusses für den Bundeswettbewerb Informatik. Außerdem war er von 2002 bis 2005 Mitglied des wissenschaftlichen Direktoriums des Internationalen Begegnungs- und Forschungszentrums Schloss Dagstuhl (IBFI).

2000 wurde er stellvertretender Sprecher des Sonderforschungsbereichs 531, 2004 dessen Sprecher. Für die Wahlperiode von 2004 bis 2007 gehörte er dem Wissenschaftsrat an; im Februar 2007 berief ihn Bundespräsident Horst Köhler für weitere drei Jahre in dieses Gremium. Seit 2003 gab Wegener die Lehrbuchreihe „Leitfäden der Informatik“ heraus.

Ab 1975 war er mit Christa Wegener-Mürbe verheiratet. In der Nacht vom 26. zum 27. November 2008 starb er in Bielefeld. Sein wissenschaftlicher Nachlass ist erschlossen im Universitätsarchiv der Technischen Universität Dortmund.

Ehrungen und wichtige Veröffentlichungen

Für seine Leistungen in Lehre und Forschung erhielt Wegener mehrere Auszeichnungen und wurde Mitglied bedeutender wissenschaftlicher Akademien:

  • 1994: „Universitätsmedaille für ausgezeichnete Lehre“ der Universität Dortmund.
  • Seit 2001: Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
  • Seit 2002: Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).
  • Seit 2004: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
  • 2004: Auszeichnung als „GI-Fellow“ durch die Gesellschaft für Informatik.
  • 2006: Konrad-Zuse-Medaille der Gesellschaft für Informatik für Verdienste um die Informatik; sie gilt laut Artikel als höchste Auszeichnung für Informatik in Deutschland.
  • 2007: Verleihung der „Universitätsmedaille für ausgezeichnete Lehre“ an seinen Lehrstuhl durch die Universität Dortmund.

Zu seinen zentralen Veröffentlichungen gehören „Suchprobleme“ mit Rudolf Ahlswede (Teubner Verlag, Stuttgart 1979), „Effiziente Algorithmen für grundlegende Funktionen“ (1989), „Kompendium Theoretische Informatik – Eine Ideensammlung“ (1996), „Komplexitätstheorie – Grenzen der Effizienz von Algorithmen“ (2003) und „Theoretische Informatik – eine algorithmenorientierte Einführung“ in der 3. Auflage von 2005. Die Bücher behandeln damit insbesondere Suchprobleme, effiziente Algorithmen, theoretische Informatik und die Grenzen algorithmischer Effizienz.

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