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In einem kühlen Grunde
In einem kühlen Grunde ist ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, das auch unter dem Titel Das zerbrochene Ringlein zu finden ist. Joseph von Eichendorff: …
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Gegenstand und Inhalt
„In einem kühlen Grunde“ ist ein Gedicht von Joseph von Eichendorff, das auch unter dem Titel „Das zerbrochene Ringlein“ bekannt ist. Es wurde zu einem vielfach vertonten Lied.
Das lyrische Ich erinnert sich an eine verschwundene Geliebte, die an einer Mühle wohnte. Sie hatte Treue versprochen und ihm einen Ring gegeben, ihre Treue aber gebrochen; daraufhin zerbricht der Ring. Aus Enttäuschung und Schmerz erwägt das lyrische Ich verschiedene Formen des Fortgehens: Es möchte als Spielmann durch die Welt ziehen, als Reiter in die Schlacht gehen oder nachts im Feld bei den Feuern liegen. Das Geräusch des Mühlrads ruft jedoch immer wieder die Erinnerung hervor. Am Ende bleibt der Wunsch zu sterben, damit die innere Unruhe plötzlich still wird.
Textgeschichte
Eichendorff schrieb 1807/08 in seinen Tagebüchern über seine unerfüllte Liebe zu Käthchen Förster. Sie war die Tochter eines Rohrbacher Küfermeisters und die Nichte des Bäckermeisters, bei dem Eichendorff wohnte und die im Haushalt half. Diese Beziehung inspirierte ihn wahrscheinlich zum Gedicht. Einer anderen Theorie zufolge war eine Wassermühle im oberschlesischen Bresnitz, heute Brzeźnica, das Vorbild.
1813 erschien das Gedicht unter dem Pseudonym „Florens“ und unter dem Titel „Lied“ in der Anthologie Deutscher Dichterwald. Eichendorff nahm es außerdem in seinen 1812 verfassten und 1815 veröffentlichten Roman Ahnung und Gegenwart auf; dort wurde es erstmals unter seinem eigenen Namen gedruckt. Unter dem Titel „Das zerbrochene Ringlein“ erschien es erstmals 1826 im Gedichtanhang zur Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts.
Vertonungen und Verbreitung
Friedrich Glück vertonte das Gedicht 1814. Besonders bekannt wurde Friedrich Silchers Chorsatz für Männerstimmen unter dem Titel „Untreue“. Friedrich Nietzsche schuf 1863 eine Fassung für Sprechstimme und Klavier. Max Reger vertonte das Gedicht 1915 für vierstimmigen gemischten Chor als Beitrag für das Kaiserliederbuch.
Die Comedian Harmonists nahmen das Lied 1932 in einem Arrangement von Erwin Bootz als Schellackplatte auf. Weitere Interpretationen stammen unter anderem vom Renner-Ensemble, von Singer Pur, Heino, den King’s Singers, den Fischer-Chören, Freddy Quinn, James Last, Roy Black, Richard Tauber, Mireille Mathieu, Chanticleer, Max Raabe und Hannes Wader. Eine Aufnahme von Franz Porten erschien etwa 1905 auf einer Columbia-Hartguss-Wachswalze.
Melodie und musikalische Merkmale
Eine in der Quelle wiedergegebene Fassung von Friedrich Glück mit Klavierbegleitung stammt aus dem Jahr 1828. Sie steht in A-Dur, im 6/8-Takt und beginnt mit einer Achtel-Auftaktnote. Als Vortragsbezeichnung ist „Andantino“ angegeben, also ein mäßig langsames Tempo; die Wiedergabe ist mit Viertel = 66 notiert.
Die Melodie wird von einer Klavierbegleitung getragen und ist als einstimmige Gesangsstimme mit Klavier dargestellt. Der im Notenbeispiel unterlegte Text umfasst den Beginn mit dem kühlen Grunde, dem Mühlrad und der verschwundenen Geliebten. Neben dieser begleiteten Fassung ist im Artikel besonders Silchers Bearbeitung als Männerchorsatz hervorgehoben.